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148 Folgen mit Hunter X Hunter später

Mehr als zwei Monate begleiteten mich die Abenteuer von Gon Freecss und seinen Begleitern. Der Anime hat selbst ein nicht ganz uninteressantes Abenteuer aus Produktionssicht hinter sich, welches sich in den einzelnen Abschnitten der Geschichte bemerkbar macht. Nie negativ, aber als Zuschauer fällt einem doch der etwas unsanfte Sprung in neue Abschnitte. Doch was taugt der Top-Anime, der mir in der IMDb-Top Liste über den Weg gestolpert ist?

Mit 148 Folgen, das sind addiert 2960 Minuten oder 49 Stunden Material hat Serienschöpfer Yoshihiro Togashi einiges zu erzählen gehabt. Ganz unbefleckt startet die Geschichte auf einer Insel, so grün und dicht bewachsen, so das man glauben könnte, in dieser Welt ist Mensch und Planet miteinander im Reinen. Ein junge, 12 Jahre alt, hockt auf einem Ast und angelt sich mit ganzer Kraft den größten Fisch der Insel, den selbst der stärkste und erfahrenste nicht angeln könnte.

In den ersten fünf Folgen wird schnell klar. Das übernatürliche ist neben ominösen Fabelwesen in der Welt von Hunter X Hunter heimisch und nicht unbekannt. Zusätzlich wirken einige Länder bäuerlich unterentwickelt, aber gleichzeitig Großstädte aus ferner Zukunft. Ein angenehmer Mix, wie ich finde. Einerseits wird mit Händen gekämpft und dennoch mit Magie gezaubert und doch mit Gewehren und Bomben gefeuert.

Etwas unerwartet traf mich der hohe Grad an Gewalt in Form aus Genres wie dem Gore und Splatter. Angedickt wurde die blutige Suppe mit einer leichten Note von psychischem Horror. Kleiner Spoiler: Meist trifft es nur kleine Nebenrollen, mit denen man nur wenig Sympathie entwickelt hatte dennoch traf es mich wie leichtfertig teils mit dem Tod umgegangen wurde.

Während der Suche nach weiteren Hintergrundinfos, habe ich dann erfahren das Serienschöpfer Togashi immer wieder mehrere sogenannte Hiatus nehmen musste – kurze Pausen während einem festgelegten Veröffentlichtungszeitraum sind damit gemeint. Angefangen hatte die erste Episode im Oktober 1999 und zwei weitere Neuauflagen der Serie und fast 20 Jahre später hat es gebraucht um die 148 Episoden zu einem krönenden Abschluss zu bringen. Und das Ende der Serie lohnt sich wirklich. Nach solch langer Reise, die man als Zuschauer miterlebt hat und quasi auch überstanden hat, geht man in Frieden.

Der kindliche und stets lebensbejahende, aber gleichzeitig leicht dümmliche Protagonist Gon sucht seinen Vater. Dieser ist selbst ein anerkannter Hunter und deshalb möchte Gon selbst schnell die Hunter Lizenz in den Prüfungen erlangen. Der erste Akt umfasst fast 30 Folgen und dreht sich ganz allein um das erlangen dieser Lizenz. Dabei werden immer wieder ein paar Regeln, fast schon Naturgesetze erklärt, die dem späteren Verlauf der Geschichte ordentlich Nervenkitzel verpassen.

Mit dabei sind natürlich auch die schnell gefundenen Freunde. Allen voran Killua. Der Vampir, ähnliche junge im selben Alter, kommt aus einer Assassinenfamilie und musste sich aus den nicht enden wollenden Foltereinheiten seiner Mutter heimlich davonschleichen, damit er an den Hunter-Prüfungen teilnehmen konnte.

Komponist Yoshihisa Hirano kannte ich schon durch den Death Note Anime. Seine schnell wiedererkennbaren Kompositionen werden sehr oft wiederholt und bringen innerhalb der 49 Stunden eine eigene Art der Nostalgie. Gerade sehr spezielle Stücke finden sich nur nur bei einzelnen Rollen wieder. Ach und das X zwischen dem doppelten Hunter ist stumm.

Die komplette erste Hälfte gefiel mir wirklich sehr gut. Danach kommt leider ein Part in dem Insekten eine größere Rolle Spielen und seit ich die eine Simpsons Episode aus der 9. Staffel gesehen habe, mag ich keine Insekten in Humanoidengrößen mehr. Dennoch hält auch dieser Zustand in der Serie nicht lange an und es geht sehr schnell wieder in tiefere und weitaus komplexere Fragen, mit denen man zu Anfang niemals gerechnet hätte und die ein langes Echo nach sich ziehen. Demnach eine 9/10 auf IMDb.

Nils Hünerfürst

Männlich - 30 Jahre alt - Mediengestalter für Bild und Ton - und Hünerfürst ist mein Nachname

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