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3 x Mass Effect in der Legendary Edition

Mitte Mai kam ein echtes Highlight aus der Sparte Neuauflagen/HD-Remakes in den digitalen und sogar in den analogen Verkauf. Die Marke Mass Effect bekam ein Facelifting auf allen gängigen Plattformen des Jahres 2021. Dabei ist Teil 1 bis 3 gemeint, die sogenannte Reaper Trilogie. Das Debakel vom völlig gegen die Wand gefahrenen Serienableger Andromeda hatte ich damals nur durch Memes mitbekommen. Bis vor wenigen Wochen konnte ich mit der Mass Effect-Reihe eh nicht wirklich viel anfangen. Doch die konservative Berichterstattung und einige unabhängige Podcasts machten mich wirklich neugierig auf die Legendary Edition.

Mass Effect I – Zurück in das Spielejahr 2007

Mit Commander Shepard kreierte Entwickler BioWare eine, mittlerweile Ikone, der Videospielgeschichte. Das erfahrene RPG-Team, aufgewärmt durch Star Wars: Knights of the Old Republic, hatten damals seine eigene Ideen und eine spannende Geschichte auf eine noch sehr junge Konsolengeneration gebracht. xBox 360 und Playstation 3 müssten, aus heutiger Sicht durch die Grafikbrille, weit unterfordert gewesen sein. Selbst durch zahlreiche Korrekturen und Verbesserung sieht Mass Effect 1 in der Legendary Edition immer noch wie ein Spiel aus genau dem Jahr aus, in dem es seine Erstveröffentlichung feierte. Charaktere, Dialoge und der Spannungsbogen funktionieren aber heute noch wirklich gut.

Mass Effect ist ein Dialog schweres Spiel. Zahlreiche Entscheidungen des Spielers haben eine immense Auswirkung auf das Spielgeschehen, welches sich bis in nachfolgende Teile auswirkt. Unser Alter-Ego Commander Shepard wird aber auch ganz bewusst an Entscheidungen herangelassen, die sich gezielt für die andere Seite sehr schlecht auswirkt. Zum Beispiel müssen wir im letzten Drittel der Story, entweder Crew-Mitglied #1 oder #2 auf den baldig explodierenden Planeten zurücklassen.

Zwischen den fatalen Entscheidungen und kleinen Sticheleien, warten kleine Halo ähnliche Gefechte. Das angeblich verbesserte Fahrgefühl des Mars Rover ist immer noch grausam und sorgt für einige ungewollte Crashes. Das Leveldesign und das Gameplay sind nun mal mehr als 15 Jahre alt! Dennoch hat man natürlich grafisch etwas aufgebessert und poliert.

Mit einer nicht zu ernsthaften Haltung war der 1. Teil von Mass Effect wirklich gut. Ich freu mich dennoch das sich das Ende nicht auf mehr als 10 Stunden hinausgezögert hat. Aber wer den 2. Teil richtig spielen möchte muss sich eben auch durch den etwas sperrigen Vorgänger wühlen. Es sei noch erwähnt, dass ich einen großen Teil meiner bisherigen Spielzeit über Steam Link verbraucht habe. Egal ob über den Raspberry Pi oder über das iPad. Lief ohne Probleme.

Mass Effect II – 3 Jahre später

Es beginnt in einem völlig intergalaktischen Chaos. Commander Shepard und seine Crew haben keine Chance. Die Normandy, unser riesiger Space-Dampfer, zerbricht in tausend Teile und der aus dem ersten Savegame importierte Shepard ist tot.

Mass Effect 2 beginnt grandios. Sogar aus heutiger Sicht mit ausreichend Tempo und spannungsgeladener Dialogvielfalt. Das Intro hatte ich schon vor 10 Jahren kurz angespielt und war erstaunt darüber, wie gut es mir im Gedächtnis geblieben ist. Zwei Stunden spielte ich vor mir her und wartete auf den Moment des unbekannten Spielgefühls. Nachdem das Neuland erreicht wurde, kam auch schnell die Routine mit an Bord. Wieder haben wir die Mission eine Crew zusammenzustellen. Aus altbekannten und völlig neuen Gesichtern. Ob Alien oder Mensch, jeder wird gleich behandelt. Das Moral-System wurde nun über die Dialoge hinaus auch auf einige Zwischensequenzen ausgeweitet. Quick-Time-Event typisch können wir als Spieler den linken, bösen oder den rechten guten Trigger drücken, um das Geschehen zu lenken.

Spannender hätte das Ende vom zweiten Teil nicht sein können. Selbst wirklich gute Sciene-Fiction Filme oder Serien konnten mich nicht so fesseln wie allseits bekannte Selbstmord Mission durch das Omega 4 Relay. Fantastisch inszeniert und hätte ich mich noch mehr um meine Crew an Bord der Normandy gekümmert dann hätten auch mehr überlebt.

Mass Effect III – Das letzte Puzzleteil

Die ersten Sätze schreibe ich während hinter noch der Abspann läuft. Ein episches, für mich zufriedenstellend Ende. Alle haben bekommen was sie meiner Meinung nach Verdient haben. Zusätzlich ein abschließendes Ende – keine offenen Geschichten auf der Agenda.

Im letzten Teil fühlte man sich im Vergleich zu heutigen Spielen schon weitaus wohler als in den ersten beiden. Quest-Marker werden auf Wunsch eingeblendet, stets hilft einem das Spiel nach zwei oder drei Tagen Spielpause wieder das Abenteuer aufzunehmen. Das übergeordnete Ziel die Armeekraft und Manpower so lange aufzuwerten damit die letzte große Mission gestartet werden kann, erhält man gleich im Intro. Erinnert ein wenig an Breath of the Wild.

Als befreundete Begleiter und feindliche Widersacher wirken wieder die selben Alienrassen als „Darsteller“. Wahrscheinlich war der Veröffentlichungsrythmus von drei Jahren pro Spiel einfach zu kurz um noch komplette neue Völker zu entwickeln, schade ist es trotzdem.

In meiner Steamstatikstik stehen 40 Stunden unter der Spielzeit. Verdammt kurz? Naj für mich persönlich überhaupt nicht. Als Vater und Hundebesitzer war das ein wohl überlegtes Investment meiner Zeit die ich nicht bereue. Spannend war es ein wertvolles Stück Videospielgeschichte zu erleben. Und ja ich habe mir kleinen Tools ausgeholfen damit ich die Spielzeit um 50% verkürze.

Und zum absoluten Ende von Mass Effect 3 bleibt eigentlich nur noch zu sagen: Ich find Level-Abschnitte, in den man nur dermaßen langsam laufen kann, einfach mega nervig. Und wer zufällig auch alle drei Spiele durchgespielt hat und noch ein wenig im Thema bleiben möchte, dem kann ich die Mass Effect Spezial-Folge vom Unlocked Podcast empfehlen. Und noch ganz zuletzt eine Infografik gefüllt mit und von Spielerstatistiken.

Mass Effect Legendary Edition für PC
Naja geht so
Es hat mehr als ein Jahrzent gebraucht, dass ich dieses wichtige Stück der Videospielgeschichte, die jeder sich mal anschauen sollte, durchgespielt habe.
Pro
Sehr gut geschriebenes Universum
Nahbare Charaktere
Kontra
Gameplay Design bleibt altbacken
Dritter Teil hat fast keine optischen Verbesserungen

Nils Hünerfürst

Männlich - 30 Jahre alt - Mediengestalter für Bild und Ton - und Hünerfürst ist mein Nachname

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