
Nun ist die Katze aus dem Sack. Der aus Shenzhen stammende 3D-Drucker Hersteller kommt mit einem neuen Model um die Ecke. Mit dem Bambu Lab A2L kommt eine größere und modernisierte Version der sehr beliebten A-Reihe. Zuvor gab es die A1 Mini Version, hier von mir getestet, und einige Monate später kam dort auf die A1 Version, die ein etwas größeren Bauraum bot. Drei Jahre Später möchte Bambu Lab den Sprung von A1 zu ihrer H2D Version verringern. Die Frage ist hier: Schafft der A2L das und wenn ja wie?
Das extra Level für Einsteiger
Der Bambu Lab A1 Mini ist mit nur 219 Dollar ein wahnsinnig guter Deal und immer noch eine ausgezeichnete Wahl für all diejenigen die in 3D-Welt einsteigen möchten. Doch ich persönlich hatte nach wenigen Wochen mit dem A1 Mini gemerkt, dass ich an die technischen Grenzen gestoßen bin. Der Bauraum wurde gefühlt immer kleiner und einige Modelle in der MakerWorld waren schlicht nicht möglich zu drucken. Hier wäre damals schon der A2L die bessere Entscheidung gewesen. Eine weitaus größere Druckfläche und die Unterstützung von verschiedenen Nozzle-Größen bieten weitaus mehr Flexibilität. Der Vergleich der drei Einstiegsmodelle spricht für sich.
Bambu Lab A1 Mini vs. A1 vs. A2L
Hier ist ein direkter Vergleich der Bambu Lab A1 Mini Combo, A1 Combo und A2L.
| Merkmal | A1 Mini Combo | A1 Combo | A2L Combo |
|---|---|---|---|
| Bauraum | 180 × 180 × 180 mm | 256 × 256 × 256 mm | 330 × 320 × 325 mm |
| Hotend | Wechselbar | Wechselbar | Wechselbar |
| Extruder-Typ | Direct Drive AMS (Farbsystem) | Direct Drive AMS (Farbsystem) | Servo-Extruder |
| Nozzledurchmesser | 0,4 mm | 0,4 mm | 0,2 / 0,4 / 0,6 / 0,8 mm |
| Max. Nozzle-Temperatur | 300 °C | 300 °C | 300 °C |
| Max. Druckbetttemperatur | 80 °C | 100 °C | 80 °C |
| Offizielle Maximalgeschwindigkeit | 500 mm/s | 500 mm/s | 500 mm/s |
| Unterstützte Materialien | PLA, PETG, TPU, PVA | PLA, PETG, TPU, PVA, ABS | PLA, PETG, TPU, PVA; PLA-CF und PETG-CF mit gehärteter Düse |
| Auto bed level | Ja | Ja | Ja |
| Filament-Ende-Sensor | Ja | Ja | Ja |
| Konnektivität | WLAN, App-fähig | WLAN, App-fähig | WLAN, Bambu-Bus |
| Time-Lapse-Kamera | Nur Überwachung | Ja | Kamera mit niedriger Bildrate, bis 1080p, unterstützt Zeitraffer |
| Slicer | Bambu Slicer | Bambu Slicer | Bambu Slicer |
| Preis | $329 | $399 | $569 |
Mehr als nur ein größerer A1
Auf dem Papier wirkt der A2L zunächst wie ein A1 mit deutlich größerem Bauraum. Tatsächlich steckt aber etwas mehr dahinter. Bambu Lab übernimmt einige Technologien aus den teureren Druckerklassen und versucht damit die Lücke zwischen der A-Serie und den H2D-Modellen zu verkleinern.

Besonders spannend ist dabei der neue Closed-Loop-Servo-Extruder. Während die bisherigen A-Modelle bereits sehr zuverlässig arbeiteten, überwacht das System beim A2L die Extrusion aktiv und erkennt Unregelmäßigkeiten deutlich früher. Zusammen mit einer erweiterten Vibrationskompensation soll das vor allem bei großen und hohen Drucken für bessere Ergebnisse sorgen.
Gerade bei klassischen Bedslinger-Druckern zeigen sich bei größeren Modellen häufig leichte Schwingungen oder sichtbare Artefakte an den Außenflächen. Laut Bambu Lab soll der A2L diese Probleme mit einer Kombination aus Software und integrierten Dämpfungselementen deutlich reduzieren. Ob das in der Praxis tatsächlich auf H2D-Niveau funktioniert, wird sich allerdings erst in unabhängigen Tests zeigen.
Endlich Platz für große Projekte
Der eigentliche Star bleibt aber der Bauraum. Mit 330 × 320 × 325 Millimetern bewegt sich der A2L in einer Größenklasse, die bisher innerhalb des Bambu-Ökosystems nur deutlich teureren Geräten vorbehalten war.

Für Cosplayer bedeutet das weniger Kleben und Nachbearbeiten von Einzelteilen. Wer gerne größere Dekorationen oder funktionale Haushaltsgegenstände druckt, kann viele Modelle erstmals in einem Stück fertigen. Und auch für kleine Druckfarmen dürfte die größere Fläche interessant sein, weil sich mehrere Objekte gleichzeitig produzieren lassen.
Plotter und Schneidemaschine als Bonus
Eine interessante Neuerung ist die Erweiterbarkeit. Der A2L besitzt einen speziellen Anschluss für Zusatzmodule. Zum Start soll ein Upgrade-Kit erscheinen, das den Drucker in einen Plotter oder Schneideplotter verwandelt.
Damit lassen sich beispielsweise Sticker, Folien, Stoffe oder dünnes Leder bearbeiten. Besonders spannend klingt die angekündigte „Print-then-Cut“-Funktion, bei der gedruckte Vorlagen automatisch erkannt und anschließend ausgeschnitten werden können. Das kennt man bisher eher aus der Bastelwelt von Cricut oder Silhouette.
Laser-Module wird es allerdings nicht geben. Aufgrund der offenen Bauweise schließt Bambu Lab diese Möglichkeit aus Sicherheitsgründen aus.
Für wen lohnt sich der A2L?
Aus meiner Sicht richtet sich der Drucker an genau die Nutzer, die bereits beim A1 oder A1 Mini gemerkt haben, dass sie mehr wollen. Nicht unbedingt mehr Geschwindigkeit oder exotische Materialien, sondern schlicht mehr Platz.
Der A1 Mini bleibt weiterhin die beste Empfehlung für Einsteiger mit begrenztem Budget. Der normale A1 trifft vermutlich den Sweet Spot für die meisten Hobbyanwender. Wer allerdings regelmäßig größere Projekte druckt oder schon jetzt weiß, dass Helme, Cosplay-Teile oder größere Dekorationen auf der Wunschliste stehen, dürfte mit dem A2L langfristig besser fahren.
Mit einem Startpreis von 469 US-Dollar beziehungsweise 569 US-Dollar als Combo mit AMS Lite positioniert sich der A2L genau zwischen den günstigen Einsteigermodellen und den deutlich teureren High-End-Geräten von Bambu Lab.
Erste Einschätzung
Der A2L wirkt wie die logische Weiterentwicklung der A-Serie. Größerer Bauraum, modernisierte Technik und einige interessante Erweiterungsmöglichkeiten, ohne gleich in die Preisregion eines H2D vorzustoßen.

Ob Bambu Lab damit tatsächlich die Lücke zwischen A1 und H2D schließen kann, wird sich erst im Alltag zeigen. Auf dem Datenblatt macht der neue Drucker aber einen überraschend runden Eindruck und dürfte für viele Maker genau die Größe treffen, die dem A1 bisher gefehlt hat. Zusätzlich habe ich den kompletten Aufbau des A2L Druckers in einem zusätzlichen Beitrag begleitet.
Bambu Lab stellte ein Testgerät zur Verfügung. Es gab keine redaktionelle Beschränkung seitens Bambu Lab für diesen, vergangene oder kommende Beiträge.




