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Bukahara mit Wolken – SdW #369

Dieser Song der Woche mit dem Titel „Wolken“ spülte mir der Spotify-Algorithmus in den Mix-der Woche. Erschienen ist dieser Titel 2020 auf dem Album „Canaries in a Coal Mine“ beim bandeigenen Label BML. Als Bandkonzept verbinden die ehemaligen Studenten der Musikhochschule Köln musikalische Einflüsse aus arabischem Reggae, Balkan Jazz, psychedelischem Swing, Folk und Hip-Hop. Sie gründeten sich 2009 als „Bukahara“ und haben seither bereits fünf Alben produziert und veröffentlicht.

Bereits ihre Instrumentierung lässt auf ein besonderes akustisches Erlebnis schließen. Einen Großteil der Stücke auf dem genannten Album werden durch eine Kombination verschiedenster Saiteninstrumente wie Gitarren, Violine, Mandoline, Kontrabass gefüllt mit unterschiedlich durchdringenden Blasinstrumenten wie Posaune und Sousaphone und Schlagzeug gebildet. Für den markant rauchigen Leadgesang ist Soufian Zoghlami verantwortlich, der auch Schlagzeuger und Gitarrist in dieser Kombo ist. Ihre Texte sind deutsch und englisch, was ihren europaweiten Erfolg und ihre wachsende Fanbase erklärt.

„Immer wenn die Wolken ziehen…“

Der Song ist eine B-Seite des genannten Albums „Canaries in a Coal Mine“. Die erschaffene Atmosphäre ist wunderbar verträumt. Zeitgleich ist das Stück auch von einem melancholischen Unterton geprägt. Das Stück befasst sich mit einem anstehenden Wandel, der mit hinderlichem Blick zurück getan wird. Leider hält den Erzähler noch etwas Inneres daran einfach loszuziehen. Er fragt nach den kleinen Veränderungen einer Beziehung, die das Miteinander sich anders anfühlen lassen. Immer mit dem Blick in die Wolken, die das Gefühl von Freiheit, Dynamik und Ungebundenheit vermitteln. Es bleibt offen, wie sich der Erzähler entscheidet. Dabei ist eine gewisse Ambivalenz es schließlich, die das Leben spannend macht.

Mittels gestrichener Melodien auf der Violine komplementieren Bukahara die textliche Atmosphäre treffend. Im Refrain bringt eine wunderbar liebliche Posaunenstimme das marschierende Sousaphone, die metrumgebende Gitarre und das subtil im Hintergrund umspielende Schlagzeug zum Fliegen. Die Melodien nicht gewollt kraftvoll, viel mehr sind sie gefühlvoll kräftig. Ein wirklich schönes Stück Popmusik, das von den vier Multiinstrumentalisten in ihrem ganz speziellen Sound kreiert wurde.

Die nächste Tour der Band beginnt im August diesen Jahres und ist bereits sehr gut verkauft. Obendrein ist die Band autark und sehr gut organisiert. Sie verkaufen ihre Tickets und Merch ohne Zwischenhändler oder Ticketabwickler direkt.

Die auf Youtube befindliche Live-Version dieses Stücks ist deutlich schneller, als die Studioaufnahme. Deshalb wirkt die vorig beschriebene Melancholie des Songs nicht ganz so drastisch.

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Lars Hünerfürst

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