Crushed in Time – Das erste Point & Strech Adventure

17. Juni 2026
1 Minute Lesezeit

Wer There Is No Game: Wrong Dimension gespielt hat, weiß ungefähr worauf er sich hier einlässt. Wer es nicht gespielt hat, sollte das vielleicht zuerst nachholen.

Crushed in Time stammt erneut vom französischen Studio Draw Me A Pixel und schickt die beiden wohl inkompetentesten Versionen von Sherlock Holmes und Dr. Watson auf eine neue Reise. Diesmal verschwindet ausgerechnet eine Figur aus ihrem eigenen Videospiel und die beiden Ermittler müssen die Grenzen ihres Spiels verlassen, um das Problem zu lösen.

Schon nach wenigen Minuten wird klar, dass hier wieder die gleiche Art von Humor auf einen wartet, die bereits There Is No Game ausgezeichnet hat. Die Entwickler spielen ständig mit den Erwartungen der Spieler. Menüs werden Teil der Handlung, Spielfehler werden zu Rätseln und die Grenzen zwischen Spiel, Entwicklung und Spieler verschwimmen immer wieder.

Neu ist die sogenannte Elastic-Mechanik. Statt Gegenstände einfach anzuklicken und zu benutzen werden viele Objekte gezogen, gespannt und durch die Gegend geschleudert. Das klingt zunächst wie ein kleiner Gag, entwickelt sich aber schnell zu einem zentralen Bestandteil vieler Rätsel.

Besonders gefallen hat mir erneut das Meta-Storytelling. Das Spiel nimmt nicht nur andere Spiele auf die Schippe, sondern auch die eigene Entwicklung. Man reist durch verschiedene Entwicklungsstadien des Spiels und bekommt dabei immer wieder neue Überraschungen serviert. Das ist kreativ und oft ziemlich witzig.

Optisch geht Crushed in Time ebenfalls einen anderen Weg als der Vorgänger. Statt Pixelgrafik setzt das Team diesmal stärker auf eine moderne 3D-Präsentation, ohne dabei den Charme der Serie zu verlieren.

Natürlich lebt das Spiel stark von seinem Humor. Wer mit den ständigen Meta-Witzen und dem Durchbrechen der vierten Wand nichts anfangen kann, wird hier vermutlich weniger Spaß haben. Für Fans von klassischen Point-and-Click-Adventures und absurden Rätseln ist das aber genau die richtige Mischung.

Crushed in Time – Das erste Point & Strech Adventure
Stretchy and lustig
Crushed in Time schafft das Kunststück gleichzeitig vertraut und neu zu wirken. Die neuen Mechaniken funktionieren, die Rätsel bleiben kreativ und der Humor trifft wieder erstaunlich oft ins Schwarze. Wer There Is No Game mochte, dürfte auch hier sehr schnell zuhause sein.
Pro
Kreative und ungewöhnliche Rätsel
Gelungener Meta-Humor
Sympathische Hauptfiguren
Kontra
Humor ist Geschmackssache
Manche Rätsel denken sehr um die Ecke
Vorwissen aus There Is No Game hilft enorm
7
Nils Hünerfürst

Nils Hünerfürst

Nils Hünerfürst (geb. 1991) ist Mediengestalter für Bild und Ton und schreibt seit Jahren über Technik, Kultur und Videogames. Zwischen Kamera, Blog und dem Elternalltag verbindet er Beruf und Leidenschaft auf seine ganz eigene Art.

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Über Hünerfürst.de

Hünerfürst.de gehört seit 2009 zu den prägenden deutschsprachigen Blogs rund um digitale Netzkultur. Gemeinsam mit seiner Familie berichtet der Mediengestalter und Autor Nils Hünerfürst dort über Technik, Alltagskultur, gutes Essen und natürlich jede Menge Videospiele.