
Wer There Is No Game: Wrong Dimension gespielt hat, weiß ungefähr worauf er sich hier einlässt. Wer es nicht gespielt hat, sollte das vielleicht zuerst nachholen.
Crushed in Time stammt erneut vom französischen Studio Draw Me A Pixel und schickt die beiden wohl inkompetentesten Versionen von Sherlock Holmes und Dr. Watson auf eine neue Reise. Diesmal verschwindet ausgerechnet eine Figur aus ihrem eigenen Videospiel und die beiden Ermittler müssen die Grenzen ihres Spiels verlassen, um das Problem zu lösen.

Schon nach wenigen Minuten wird klar, dass hier wieder die gleiche Art von Humor auf einen wartet, die bereits There Is No Game ausgezeichnet hat. Die Entwickler spielen ständig mit den Erwartungen der Spieler. Menüs werden Teil der Handlung, Spielfehler werden zu Rätseln und die Grenzen zwischen Spiel, Entwicklung und Spieler verschwimmen immer wieder.

Neu ist die sogenannte Elastic-Mechanik. Statt Gegenstände einfach anzuklicken und zu benutzen werden viele Objekte gezogen, gespannt und durch die Gegend geschleudert. Das klingt zunächst wie ein kleiner Gag, entwickelt sich aber schnell zu einem zentralen Bestandteil vieler Rätsel.

Besonders gefallen hat mir erneut das Meta-Storytelling. Das Spiel nimmt nicht nur andere Spiele auf die Schippe, sondern auch die eigene Entwicklung. Man reist durch verschiedene Entwicklungsstadien des Spiels und bekommt dabei immer wieder neue Überraschungen serviert. Das ist kreativ und oft ziemlich witzig.

Optisch geht Crushed in Time ebenfalls einen anderen Weg als der Vorgänger. Statt Pixelgrafik setzt das Team diesmal stärker auf eine moderne 3D-Präsentation, ohne dabei den Charme der Serie zu verlieren.
Natürlich lebt das Spiel stark von seinem Humor. Wer mit den ständigen Meta-Witzen und dem Durchbrechen der vierten Wand nichts anfangen kann, wird hier vermutlich weniger Spaß haben. Für Fans von klassischen Point-and-Click-Adventures und absurden Rätseln ist das aber genau die richtige Mischung.





