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Death Stranding durchgespielt

Das schlechteste und gleichzeitig schönste Spiel des Jahres. Aber fangen wir mit dem schlechten zuerst an. Es fühlt sich falsch an sich über die Spieldauer zu beschweren. 60€ für 30 Stunden Spielzeit ist ein fairer Deal. In Anbetracht das ich mich seit dem 7. November – danke Media Markt für das frühzeitige Verkaufen – also über einen Monat, durch diese Endlose Dröge virtuelle Endzeit Landschaft der USA gekämpft habe. Es war anstrengend. Es fühlte sich nach Arbeit an. Ich hatte mich sehr auf das erste große Soloprojekt von Hideo Kojima gefreut aber die phänomenale Werbekampagne machte mich in den Wochen davor schon etwas stutzig. Wirklich gute Unterhaltungsprodukte brauchen keine weltweite inszenierte Tour um zu zeigen dass sie besser sind als andere.

Es geht um ganz viel Sterben und unsichtbare Seile

Man spielt Norman Reedus aKa Sam Porter Bridges, einen mutigen unermüdlichen Paketboten, der die USA wieder zusammenführen soll. Das wird mit Hilfe seiner Paketausstellung bewerkstelligt und mit den schwebenden USB-Sticks um seinen Hals. Kurios ist die Welt, Kojima typisch trägt die Hälfte aller Protagonistin und Antagonistin eine Maske und spricht in Rätseln oder singt einfach nur Kinderlieder vor sich her. Die ersten zwei Stunden haben mich an den Haaren und Ohren gepackt, inszenatorisch waren die ersten Stunden, eine bis dahin mir unbekannte Qualität, die ich jemals bei einem Videospiel erlebt habe.

Die Welt in Death Stranding liegt eigentlich im Sterben. Regen der vom Himmel fällt lässt alles blitzschnell altern und unsichtbare Teer-Monster wollen einem an den Kragen. Da kommt ein Baby, welches bei der Geburt die Mutter verloren hat, ganz gelegen, denn solche Babys können diese unsichtbaren Teer-Monster aufspüren. Voll praktisch und verstörend zugleich. Man schleppt das Baby in einer Glaskuppel vor sich herum und versucht mit dem 89 Kg schweren Paketturm auf dem Rücken nicht zu stolpern. Dabei helfen die Trigger-Buttons L2 und R2. Hält man diese Trigger durchgehend gedrückt, stolpert man kaum noch über die unebenen Flächen der ehemaligen 50 Bundesstaaten. Wer dennoch ausrutscht, stolpert, von der Strömung mitgerissen wird oder im schlimmsten Fall von einem der endlos vielen Teer-Monstern erwischt wird, verliert seine Pakete und muss sie wieder einsammeln.

Zum Glück ist man in dem 100% Einzelspieler-Spiel nicht ganz alleine. Schon sehr früh erblickt man Seile, Leitern, Brücken, kleine Paketboxen von Spielern aus aller Welt. Dieses Feature hatte mir so einige Spielesessions, angenehmer und vor allem stressfreier gestaltet, als ich es erwartet hätte. Jede neue Lieferung führt meist nicht über eine ähnliche Strecke und benötigt vom Spieler eine kleine Sitzung, zum durchplanen der Route und Ausrüstung. Aber diese Komponente wird durch den „Mehrspieler“-Modus total entkräftet. Auf den offensichtlichen Routen finden sich meist aufgestellte Leitern von anderen Spielern oder sogar Fahrzeuge, diese darf man natürlich benutzten und sogar einpacken.

Das Gefühl der Erleichterung baute sich in mir auf als die Kapitel Zahl zu der letzten 14 entgegen stieg. Das, Kojima typische, Ende zog sich fast auf Spielfilmlänge, wenigstens wurden viele Fragen beantwortet. Gerade genug um sich nicht verarscht zu fühlen. Es bleibt dennoch abzuwarten ob nicht ein Death Stranding 2 kommen wird, die Blaupause liegt bereit und hat Potential. Der erste Assassins Creed Teil hatte ähnliche Probleme und beim zweiten hatte man meiner Meinung nach, einen nie wieder gesehen Qualitätssprung abgeliefert und das in allen Bereichen.

Meine Death Stranding Kapitel ist mit der Verkaufsbestätigung von reBuy beendet und ich werde dieses Spiel nie wieder anfassen. 5 von 10.

Nils Hünerfürst

Männlich - 30 Jahre alt - Mediengestalter für Bild und Ton - und Hünerfürst ist mein Nachname

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