
Als Deliver At All Costs auf einer Gameshow angekündigt wurde, hatte ich direkt Lust drauf. Der Entwickler Far Out Games aus Schweden hatte sich für dieses Projekt gegründet und Konami fungiert als Publisher. Dass ein neues Studio mit ihrem Erstprojekt von einem großen Publisher unterstützt wird, ist sehr selten. Der Release folgte ein halbes Jahr später – und eine Demo kam auch noch hinterher. Ich bin mittlerweile durch mit dem Spiel und kann mir nun ein Urteil erlauben.
Far Out Games ist ein junges Indie-Studio aus Göteborg, das sich für dieses Projekt komplett neu formiert hat. Man merkt schnell: Das Team hat einen klaren kreativen Anspruch und will kein Standard-Actionspiel abliefern, sondern eine Mischung aus Abenteuer, Erzählspiel und absurdem Roadtrip. Dass Konami hier den Publisher-Part übernommen hat, sorgt nicht nur für eine solide technische Umsetzung, sondern auch für eine gewisse Qualität, die vielen Indie-Neulingen fehlt.
Die Geschichte
Die Handlung beginnt simpel: Du bist ein Kurierfahrer, der einen mysteriösen Auftrag annimmt. Was wie ein Routinejob wirkt, entwickelt sich schnell zu einer Reise voller seltsamer Begegnungen, mysteriöser Zwischenfälle und bizarrer Wendungen. Das Spiel zieht sich von amerikanischen Kleinstädten über Industriegebiete bis in surreale Traumwelten.

Mit der Zeit wird die Story immer abgedrehter – skurrile Nebenfiguren, absurde Dialoge und Momente, die zwischen Humor und Drama schwanken. Für meinen Geschmack war gegen Ende etwas zu viel Drama drin, das Tempo hätte an manchen Stellen gestrafft werden dürfen. Trotzdem: Die Mischung aus Absurdität und emotionalen Momenten war amüsant.
Gameplay
Deliver At All Costs ist ein Third-Person-Abenteuer mit Erkundungs-, Fahr- und Rätselpassagen. Die Kernmechanik: Fracht von A nach B bringen – aber die Routen sind selten direkt. Unterwegs musst du Hindernisse umfahren, kleine Rätsel lösen oder dich in kurzen Minispielen behaupten.

Auf dem Steam Deck lief das Spiel durchgehend flüssig, auch ohne Cloud Connection oder Remote Play. Die Steuerung ist simpel, aber präzise genug, um sowohl Fahrten als auch On-Foot-Abschnitte angenehm zu gestalten.

Mit der Spielzeit von rund 12–14 Stunden ist Deliver At All Costs für den günstigen Preis erstaunlich umfangreich. Besonders im letzten Drittel kippt der Ton ins Absurde – wer mit einer Prise „Was zur Hölle passiert hier gerade?“ umgehen kann, wird Spaß haben. Wer eine nüchterne, bodenständige Story sucht, könnte allerdings etwas überfordert sein.





