Die 50 Staaten von Amerika

In dieser Serie möchte ich gerne jeden Staat einmal vorstellen. In den meisten war ich bisher selber schon, Nils sogar schon in allen 50, weshalb ich für jeden Staat ein bisschen persönliche Erfahrungen einbringen kann. Dabei geht es um interessante Fakten, ein bisschen Geographie, Ökonomie und was es eben sonst noch zu erzählen gibt. Selbstverständlich kann ich nur über das berichten was ich oder Nils gesehen haben und es handelt sich um eine ganz eigene Meinung und Empfindung. Diesmal geht es um Louisiana, einem Staat ganz im Süden, gelegen am Golf von Mexiko, bekannt für Musik, Festivals, Essen und Mardi Gras.
The Pelican State

Louisiana liegt im süd-osten des Landes, grenzt an Texas, Arkansas und Mississippi und den Golf von Mexiko. Er wird offiziell als Pelican-State bezeichnet, was auf die Fülle der braunen Pelikane entlang der Küste zurückzuführen ist. Auch die Flagge des Staates beinhaltet einen Pelikan, der seinen Nachwuchs füttert. Nachdem Louisiana im Jahre 1812 der 18. Staat der Nation wurde, hat der damalige Governor den Weißkopfadler auf der Flagge mit dem braunen Pelikan ausgetauscht um die katholischen Bewohner des Staates zu beschwichtigen. Die Hauptstadt von Louisiana ist Baton Rouge, die meist bewohnte Stadt ist New Orleans.

Louisiana lässt sich geografisch gut in der Mitte teilen. Während der südliche Part aus überwiegend Sümpfen und Feuchtgebieten aber auch Stränden und Düneninseln besteht, findet man im Norden Grassteppen und Wälder. Die Küsten von Louisiana gehören zu den am schnellsten verschwindenden Gebieten der Welt, weshalb jährlich rund 1 Milliarde Dollar von der Louisiana Coastal Protection and Restoration Authority (CPRA) gespendet wird, um die Küste zu erhalten. Grund dafür ist das Fehlverhalten von Menschen, in den frühen 2000ern hat man durch den Bau des Mississippi River Outlets Salzwasser in die Süßwasser Region einlaufen lassen, außerdem wurden wegen der extremen Öl- und Gasgewinnung die natürlichen Vorteile eines Sumpflandes ignoriert und es kam dazu, dass das Sumpfland an Masse verlor, was sich vorher über Millionen von Jahren in Form von Öl und Gas entwickelt hat, woraufhin die Fähigkeit Gesteine zu tragen verschwand. Die vorherigen Strukturen fingen an in den Golf abzusinken und auch der steigende Meeresspiegel trägt dazu bei, dass die Küste verschwindet.
Louisiana liegt in den meisten Rankings weit im unteren Bereich, dazu gehören Gesundheit, Bildung und Entwicklung, wohingegen der Staat bei Armut, Tötungsdelikten und durch Drogen entstandene Tode sehr weit oben liegt. Louisiana hat lange, heiße, feuchte Sommer und kurze, milde Winter. April bis September wird die ‚wet-season‘ genannt, Regen tritt das ganze Jahr über frequent auf. Auch tropische Hurrikans und Tornados treten jährlich auf, aufgrund der Niederungen um New Orleans kommt es deswegen auch sehr oft zu Wasserschäden.
Interessantes
- Louisiana ist das zu Hause von 18 Indigenous Tribes, davon sind vier staatlich anerkannt.
- Durch die überwiegend französische Besiedlung, bevor Napoleon das Land an die U.S. verkauft hat, gibt es noch heute eine einzigartige französische Kultur.
- Mardi Gras, ein weltbekanntes Festival, wir jährlich in New Orleans gefeiert. Bei der Mardi Gras Parade werden den Zuschauenden ähnlich wie beim Kölner Karneval bunte Plastikperlenketten zugeworfen. Auch sonst ähnelt das Festival sehr dem deutschen Karneval. Es wird sich verkleidet, gefeiert, getrunken und gespeist.
- In Louisiana befindet sich die längste Brücke über einem Gewässer der Welt. Die Lake Pontchartrain Causeway ist 38km lang und hat damit einen Eintrag im Guinness Buch der Weltrekorde.
- Louisiana ist der Geburtsort des Jazz.
- New Orleans ist eine von wenigen Städten in den USA, in der man in der Öffentlichkeit Alkohol trinken darf (solange nicht im Glasbehältnis).
- Louisiana ist das ‚Crawfish-Capitol‚ der Welt. Rund 54-68 Millionen Kilogramm an Langusten und Krebsen fängt der Staat im Jahr.
Ein Besuch in Louisiana
Ein Besuch in Louisiana hat sich für mich noch nicht ergeben. Tatsächlich spricht mich nichts, was der Staat zu bieten hat an. Weder das Mardi Gras Festival noch der Krokodilverseuchte Sumpf. Nils hingegen war schon ein paarmal in New Orleans und auch in Baton Rouge. Und von dem, was er so erzählt, ist die Architektur in New Orleans mit den Backsteinhäusern und Eisenbalkonen, oft hübsch bepflanzt mit Farnen, absolut einzigartig und schon sehenswert. Gezielt dort hinreisen werde ich nicht, sollte es sich aber mal ergeben, dort vorbei zu kommen, will ich es natürlich trotzdem mal sehen. Und wer weiß, vielleicht ist ja New Orleans eine meiner Lieblingsstädte. Auf unseren bisherigen Reisen wurde ich auf jeden Fall des Öfteren überrascht was das angeht.



