Die 50 Staaten von Amerika

In dieser Serie möchte ich gerne jeden Staat einmal vorstellen. In den meisten war ich bisher selber schon, Nils sogar schon in allen 50, weshalb ich für jeden Staat ein bisschen persönliche Erfahrungen einbringen kann. Dabei geht es um interessante Fakten, ein bisschen Geografie, Ökonomie und was es eben sonst noch zu erzählen gibt. Selbstverständlich kann ich nur über das berichten, was ich oder Nils gesehen haben und es handelt sich um eine ganz eigene Meinung und Empfindung. Diesmal geht es um Oregon, einem von nur drei Westküsten Staaten mit atemberaubender Natur.
The Beaver State
Oregon ist wie schon erwähnt einer von nur drei Westküstenstaaten. Er grenzt an Washington, Kalifornien, Idaho und Nevada und den Pazifischen Ozean. Oregons Hauptstadt ist Salem und die meist bewohnte Stadt ist Portland. Der Nickname Beaver State ist leider durch einen Teil der Geschichte entstanden, in dem die vielen heimischen Bieber zusammengetrieben wurden und wegen ihres Felles getötet wurden. Im frühen 19. Jahrhundert boomte so die Wirtschaft da die Felle besonders in Europa sehr gefragt waren.
Oregons pazifische Küste wurde schon früh (1564) von spanischen Entdeckern erkundet, besiedelt wurde der Staat aber erst im frühen 19. Jahrhundert von britischen Fell-Händlern und sogenannten Trappers, Leute die gefragte Tiere fangen. Lange vorher lebten sehr viele indigene Völker in Oregon. Um Oregon wurde lange und gekämpft, wegen der Lage bot das Territorium vor allem Felle und Fischerei. 1818 wurde dann eine Einigung für die gemeinsame Nutzung des Territoriums unterzeichnet, der Treaty of 1818, Jahre später dann wurde der Treaty of Oregon unterzeichnet und der Staat gehörte offiziell Amerika und wurde 1859 dann zum 33. Staat der Union.

Oregon gilt geografisch gesehen als der vielfältigste Staat. Zahlreiche Gewässer, Vulkane, dichte immergrüne aber auch gemischte Wälder, Wüsten und die Küste am Pazifischen Ozean sind nur einige Highlights. Auch das Klima ist sehr vielfältig, der Pazifische Ozean beeinflusst das Wetter im Westen massiv während im Innland ein sehr mildes Klima herrscht. Die Winter sind feucht, die Sommer können heiß bis kühl sein, je nachdem wo man sich befindet.
Oregons Wirtschaft ist durch die vielfältige Landschaft geprägt. Vor allem Haselnüsse, Blaubeeren und Cranberrys werden hier angebaut aber auch Weinreben gibt es reichlich. Neben dem Nachbarstaat Washington gilt Oregon auch als Top-Produzent von Holz wobei Waldbrände und neue Gesetze diese Produktion massiv einschränken. Zuallerletzt ist natürlich die Fischerei zu erwähnen. Oregon hat überraschenderweise die größte Lachsfischerei der Welt.
Interessantes
- Oregon ist einer von 5 Staaten ohne Mehrwertsteuer.
- Oregons höchster Berg/Vulkan Mount Hood ist auf Platz drei der am meisten bestiegenen Berge der Welt.
- Die Strände in Oregon dürfen nicht privatisiert werden. Das gibt es sonst nur auf Hawaii.
- Oregon war der erste Staat der Einweg Flaschen und Dosen verbot. Seit 1971 wird recycled und der ‚Roadside-Trash‘ wurde massiv reduziert.
- Oregon hat als einziger Ort der Welt eine Bigfoot Falle. Gelegen im Siskiyou National Forest dient sie wahrscheinlich eher als touristische Attraktion.
- Der Haystack Rock an der pazifischen Küste ist mit 70 Metern Höhe der größte Küstenmonolith der Welt.
- Oregon hat neun anerkannte indigene Völker.
Ein Besuch in Oregon

Auf unserem großen Roadtrip 2024 sind wir auch durch Oregon gekommen. Gesehen haben wir allerdings nur Orte an der Westküste wie Portland und Salem. Genächtigt haben wir in der Nähe vom Canon Beach mit dem berühmten Haystack Rock. Diesen haben wir uns auch in der untergehenden Sonne angeschaut, die Kinder haben ausgiebig am Strand gespielt, sogar der Hund kam auf seine Kosten und durfte mal ohne Leine die kühle Abendluft genießen. Dieser Ort ist bei mir als einer der schönsten Momente der gesamten Reise in Erinnerung geblieben. Wir haben am nächsten Tag auch noch den wunderschönen Ort Astoria besucht. Hier wurde die Filme Free Willy und Die Goonies gedreht. Heute noch kann man sich in Astoria das Film-Museum anschauen, was im Film Die Goonies als Gefängnis diente. Wir haben aber auch ein paar negative Seiten des Staates mitbekommen. Die extrem hohe Obdachlosigkeit war vor allem in Orten wie Portland, Eureka und Eugene zu sehen. Von offensichtlicher Obdachlosigkeit auf der Straße bis zu weniger offensichtlicher Obdachlosigkeit in Form von Autos in Parks, die scheinbar als Wohnraum dienen bis hin zu den vielen staatlichen Angeboten von gratis Lunch für Kinder in öffentlichen Parks, die Punkt 12 Uhr mittags eine Schlange gebildet haben, es war kaum zu übersehen. Öffentliche und private Toiletten wie z.B. bei Starbucks sind staatlich verpflichtet, Drogen bzw. Spritzen-Entsorgungs-Systeme zu haben. Abgesehen von den Städten war Oregon für mich einer der schönsten Staaten von den 25, die ich bisher gesehen habe. Einen Besuch ist es definitiv wert und ich möchte auch irgendwann nochmal dort hin.




