Die drei ??? und das Gespensterschloss

30. Januar 2022
1 Min. Lesezeit

Im Jahr 1979 erschien das erste Hörspiel der bis heute laufenden Serie „Die drei ???“. Ursprünglich war die Episode „Das Gespensterschloss“ als die erste Folge konzipiert worden. Dies lässt sich auch aus dem Vorwort zu dieser grafischen Adaption herauslesen. Der Kosmos Verlag hat sich dieser im deutschsprachigen Raum berühmt berüchtigten bedient und eine gelungene eigene Version veröffentlicht. Auf der Romanvorlage basierend hat Christopher Tauber das Skript erstellt. Ines Korth illustrierte den Kulturklassiker in stimmigen Bildern.

Aller Anfang ist schwer

Wie in dem Vorwort des fiktiven Alfred Hitchcock formuliert, wird dies der Start einer Reihe von abenteuerlichen und spannenden Fällen. Die drei Jungen Peter, Bob und Justus haben allesamt unterschiedliche Talente, komplementieren sich jedoch in ihren Begabungen. Justus ist der knallhart analytische Denker, Peter hingegen kann mit Kraft und körperlicher Agilität punkten und der durch einen Beinbruch verhinderte Robert (Bob) entwickelt sich als versierter Kopf der Recherche und Informationsbeschaffung. In ihrem Hauptquartier, einem ausrangierten Wagen auf dem Schrottplatz von Justus Jonas‘ Onkel, hecken sie einen Plan aus, um zu Bekanntheit und neuen Fällen zu gelangen. Sie wenden sich an das fiktive Pendant des Erfolgsregisseurs Alfred Hitchcock. Mit einigen rhetorischen Tricks überzeugt ihn Justus dabei zu helfen, einen Drehort für den nächsten Film ausfindig zu machen.

Schnell werden sie fündig und stoßen dabei auf ein ungeklärtes Mysterium. Es heißt, es handle sich um ein spukendes Schloss. Einst hätte dort ein Schauspieler gelebt, dessen Karriere mit dem Beginn der Tonfilme endete. Niemand hätte es dort lange ausgehalten, alle wären geflohen und hätten Geister oder nebulöse Wesen gesehen. Eine Verkettung verschiedenster Ereignisse führt schließlich dazu, dass Justus und Peter in eine extrem bedrohliche Situation geraten. Wer versteckt sich hinter den Geschehnissen im Schloss und wie war es möglich, so viele Jahrzehnte den Menschen das Fürchten zu lehren?

In leichtem Schwung

Diese Episode galt für viele Freunde der drei ??? lange als kleine Hürde. „Die gruselige B-Seite“ der Kassette schien – laut Erzählungen – häufig nicht angetastet. Dieser Adaption gelingt es, diesen Schock-Moment, den Grusel etwas herauszunehmen. Ganz klar spielt die Kolorierung dabei eine essenzielle Rolle. In starken Kontrasten zwischen pastellen Orange-Braun-Grün-Tönen und einem satten, wenn auch nicht düsteren Blau, Schwarz und Violett bewegt sich die Handlung durch die Szenarien.

Auch ein Grund, warum der Grusel vielleicht nicht so überpräsent und durchdringend ist, mag die Tatsache sein, dass das berühmte Kopfkino während des Hörspiels entlastet wird. Man beobachtet die drei jungen, rundgesichtigen, leger gekleideten Männer, wie sie in kalifornischer Gelassenheit einen Fall lösen wollen. Da können gruselige Geister und blauer Nebel nicht für eine vergleichbare Anspannung sorgen. Die Fantasie schmückt beim Medium Hörspiel noch erheblich mehr aus, als es diese Graphic Novel schaffen könnte.

Fazit
Der Auftakt der beim Kosmos-Verlag gestarteten Graphic Novel-Reihe „Die drei ???“ ist rundum gelungen. Die Zeichnungen versprühen charmante Freundlichkeit und ernstzunehmende Figuren. Das Setting und die Entwürfe machen viel Spaß und man kann sich in die Welt von Peter, Bob und Justus sehr gefühlsecht hineinversetzen. Schade, dass diese Art der Adaption nun jetzt erst auf den Markt kommt. Sicherlich hätten einige der treusten Fans schon früher einen solchen Comic lesen wollen. Zum Glück geht es weiter, denn eines hat dieses Werk ganz bravourös geschafft: Es macht neugierig auf mehr der Detektivgeschichten.
Pro
Gelungene und visuell ansprechende Adaption eines Klassikers „Die drei ???“ Geschichte mit bezaubernden Illustrationen.
Kontra
Möglicherweise fehlt die atmosphärische Spannung und Spannung der Original-Audioversion, was möglicherweise die Wirkung von Grusel-Elementen für langjährige Fans verringert.
9.6

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Über den Autor

Lars Hünerfürst

Minimalistisch und musikalischer Comic Enthusiast - lief zu Fuß von Berlin nach Paris.

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