
Das Imprint Toonfish des Splitter-Verlags hat eine Reihe kleiner Hardcover Bücher aus dem Schlumpf-Universum veröffentlicht.
Die Schlümpfe erblickten erstmals 1958 das Licht der Welt. Erfunden hat sie der belgische Autor und Zeichner Peyo. Die Geschichte „Die schwarzen Schlümpfe“ (ursprünglich aus dem Jahr 1959) wirkt – wegen ihres Erscheinens im Jahr 2018 – aber doch sehr anachronistisch.
Die Handlung
Ein arbeitsunwilliger Schlumpf wird vom Häuptling der Schlümpfe, Papa Schlumpf, aufgefordert, im Wald einen Baum zu fällen. Dabei wird dieser von der Mücke Bss gebissen und in einen schwarzen Schlumpf verwandelt. Er ist aggressiv, springt manisch herum und kann nur noch „Gnak!“ sagen.
Nachdem die Schlümpfe versuchen, Wege und Mittel zu finden, diesen ungehobelten und ebenso physisch aggressiven schwarzen Schlumpf zu heilen, passiert das Unglück. Auf der erfolglosen Suche nach einem Gegenmittel gegen die „Schwarzifizierung“ der Schlümpfe wird ein Großteil des Dorfes selber befallen. Da ein schwarzer Schlumpf jeden mit einem Bissen ebenfalls infizieren kann, entsteht eine schnelle Weitergabe dieser Erkrankung.
Papa Schlumpf gelingt es, ein Heilmittel zu finden, aber kann er noch rechtzeitig intervenieren, bevor das gesamte Dorf befallen ist?
Der Stil
Wer die Schlümpfe kennt und vielleicht schon einmal einen Asterix Comic gelesen hat, weiß, dass dieser Stil ganz klassisch frankobelgisch ist: Klare Outlines, simple Farbflächen, selten detailreiche Hintergründe und eine große Menge ausdrucksbestärkende Details um den jeweiligen Akteur der Szene. Damit sind kleine Bläschen, Tropfen oder auch gezackte Linien gemeint, die eine Bewegung oder Emotion darstellen sollen.
Kritik
Es scheint schon sehr unwillkürlich und stereotyp, dass der fremdaussehende und in diesem Fall sogar schwarze Schlumpf als wild, unzivilisiert und schadhaft erzählt wird. Klar kann man hierbei darauf verweisen, dass dies der Einfluss einer Mücke als eine Art Krankheitserreger sein würde. Allerdings scheint diese ja nun mal an Kinder gerichtete Geschichte keinen relativierenden oder erklärenden Ansatz zu liefern.
Es bleibt bei dem Ton: Du siehst anders aus, verhältst dich uns gegenüber aggressiv und andersartig, daher musst du entweder geheilt werden oder bleibst ein zu bekämpfender Feind. Ob ein Kind dies so differenziert wahrnimmt oder es dann doch dabei bleibt, dass plakativ anhand des Aussehens gewertet wird, sollte nicht das Ergebnis einer Schlumpf-Lesung werden. Daher scheint diese Geschichte in der Mitte des 20. Jahrhunderts stehen geblieben zu sein und nicht ganz so tauglich für ein Gesellschaftsbild, das sich ohne Oberflächlichkeiten und Ausgrenzung verstehen will.





