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Dragon Quest XI – Ein warmherziges Abenteuer mit märchenhaften Polygonen

Es war mein erstes Dragon Quest, welches ich gestern Abend durchgespielt habe. Seit 2019 habe ich dieses JRPG im Auge und war stets von der immensen Zeit, die es einem zum beenden der Geschichte abverlangt, mehr als nur ein bisschen abgeschreckt. Über 50 Stunden Spielzeit? Und ein alternatives Ende erst nach mehr as 100 Stunden? Sollte man lieber doch etwas anderes mit seiner begrenzten Lebenszeit anstellen?

Will man soviel Zeit einem Videospiel opfern?

Nun ich hatte mich schlussendlich dazu entschlossen diese Reise auf mich zu nehmen. Warum? Wie schon erwähnt, bisher hatte ich mit der Dragon Quest Reihe nie viel am Hut und alle Charakter-Designs stammen von Akira Toriyama, bekannt von Dragon Ball oder auch Chrono Trigger. Ein weiterer Grund war ganz klar das Spielen auf der Nintendo Switch. Immer und überall, ob im Bus oder zwischen dem warten auf gutes Wetter, noch schnell ins Abenteuer stürzen, dass ist echt angenehm gewesen. Das hatte wirklich nur dank der Nintendo Switch gut geklappt und wäre auf keiner anderen Konsole möglich gewesen. Wenn ich mir vorstelle, erst die Playstation anzuwerfen, das Spiel zu laden, dann erst Spielstand nur um nach 5 Minuten endlich mal loslegen zu dürfen.

In einem Paralleluniversum hatte währenddessen eine Kopier meiner selbst den Endkampf zu Ende gebracht und schon zwei Sequenzen auf japanisch gelauscht.
Die Quickresume-Funktion, war für mich, die einzige Möglichkeit Dragon Quest 11 zu beenden. Über 43 Stunden beanspruchte es mich und meinen flotten Spielstil dennoch. Die letzten 4 Stunden waren es auch leider nur noch ein Gefühl des Müssen’s aber dazu später mehr.

Dragon Quest XI S: Echoes of an Elusive Age – Definitive Edition

Wurde schon damals im Jahr 2017, ohne den Zusatz Definitive Edition, für Playstation 4 veröffentlicht. Zwei Jahre später kam der zweiteilige Zusatz im Namen auf die Verpackung der mich dann auch nochmal mehr überzeugte. Die Edition gab es aber erstmal nur für die Switch, erst noch ein weiteres Jahr verging ehe es wieder auf Playstation 4 kam. Ein paar Quaility-of-Life Option wurden hinzugefügt. Der orchestrale Soundtrack ist auch neu und ein etwas aufgeplusterter Plot erwarten all jene die sich die Definitive Edition zu legen. Kleiner Spoiler vorab: Meine Switch Version befindet sich schon wieder beim nächsten JRPG-Fan. Ein großzügiger Käufer aus Lintorf, bei Düsseldorf, zahlte mir mehr als ich wollte.

Das Spiel aus Träumen der 90er

Dragon Quest 11 ist von Beginn an ein 100 % JRPG. Unser namenloser Held bekam meinen eigenen Namen zugeteilt. Schon wenige Spielstunden später war Nils auf Level 4 aufgestiegen. Der Planet Erdrea ist übersäht von Monstern obwohl der sogenannte Lichtbringer schon vor hunderten Jahren das dunkle Böse vertrieben hat. Ärgerlich den dadurch finden wir uns in ganz typischen rundenbasierten Kämpfen wieder, wie man sie schon in den 90er versucht hat zu überleben. Zum Glück gibt es nur eine kleine Situation in der man auf Zufallskämpfe trifft. Ich würde schätzen das 95 % aller Kämpfe umgangen werden können. Ein bisschen muss hier und da aber auch gelevelt werden. Der letzte Boss benötigt mindestens ein Level von 55, der eigenen Mannschaft.

Solch doch recht nostalgisch treue Kämpfe unterhalten mich kaum noch. Zum Glück hatte Dragon Quest 11 einen Taktik-Modus. Alle stereotypierten aber unterhaltsamen Charaktere in den „Umsicht zeigen“ Modus geschaltet und die Kämpfe liefen in der Regel von selbst. Bei einigen Bosskämpfen und späteren Tricks um die vergangenen Erfahrungspunkte wieder aufzuholen, war dann doch die manuelle Schaltung nötig.

JRPG ohne G

Ja aber es hat mich im großen und ganzen wirklich gut unterhalten. Die Geschichte bot an einigen Stellen gute Twists und einige spannende Charakterentwicklungen die man selten in Videospielen zu Gesicht bekommt.

Im zweiten Akt überraschte mich dann doch ein stupides Backtracking durch längst bekannte Orte aber durch lebendig gestaltete Welt und der fortlaufenden Geschichte, boten selbst die schon bereisten Orte ein neues Erscheinungsbild.

Dragon Quest 11 ist eine Abenteuerreise. So sehe ich es jedenfalls und auch nur deshalb entzückte es mich den größten Teil der Spielzeit. Wenn die Müdigkeit am Abend nicht schon wieder siegreich war, dann wurde die Zeit in der ruhigen Mittagszeit – also die Schlafenszeit der Kinder – zu einer kleinen Reise in andere Welten. Spaß hatte dabei der Fotosmodus gemacht um ein Stück Erinnerung der farbenfrohen Welt mitzunehmen.

Dragon Quest 11 Definitive Edition für Nintendo Switch
JRPG-Fan gesucht
Ein durchweg gelungenes spannendes und wirklich umfangreiches Abenteuer durch eine detailreiche Welt wie man selten vorfindet. Eine gewisse Aufopferung und Hingabe für das Genre JRPG muss allerdings vorhanden sein.
Pro
Charmante Optik
Konsequente hohe Qualität
Angenehmer Schwierigkeitsgrad und ...
... faire Checkpoints
Kontra
Stummer Protagonist
Wiederholende Musik nervt nach Stunde 30
Geringe Vielfalt der Gegner

Nils Hünerfürst

Männlich - 30 Jahre alt - Mediengestalter für Bild und Ton - und Hünerfürst ist mein Nachname

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