Duck Side of the Moon ist gemütlicher als ein Spaziergang im Weltall

19. September 2026
2 Minuten Lesezeit

Doug ist in seinem Raumschiff hinterm Steuerpult eingeschlafen und gegen einen Asteroiden geschmettert. Kurz darauf zerschmettert sein Raumschiff und benötigt einiges an Reparatur. Die Prämisse des Cozy-Exploration-Adventures ist gesetzt! Ein kurzer Check und es ist klar: Das Raumschiff ist komplett hinüber und wir haben auch schon einen außerirdischen Besucher an Bord, doch leider verstehen wir kein Wort.

Looten und Craften bis zum Ziel

Im Grunde genommen ist der unaufgeregte Weltraumausflug ein Baumaterial-Beschaffungssammler. Überall auf den kleinen Planeten und Asteroiden liegen Materialien herum, die eingesammelt werden wollen. Dazu kommen kleinere Aufgaben der Bewohner, versteckte Bereiche und immer wieder neue Werkzeuge, die Doug bei seiner Reise unterstützen.

Das klingt jetzt erstmal nach sehr viel Arbeit, ist aber genau das Gegenteil. Duck Side of the Moon möchte zu keinem Zeitpunkt stressen. Es gibt keine Gegner, die Doug plötzlich aus dem Hinterhalt angreifen, keine Lebensleiste und eigentlich auch keinen Grund, irgendetwas besonders schnell erledigen zu müssen.

Das macht die Erkundung angenehm entspannt. Doug kann durch die Gegend laufen, aber vor allem auch durch das Weltall fliegen. Gerade diese Fortbewegung hat mir ziemlich gut gefallen. Man kann einfach abheben, zu einer anderen schwebenden Insel fliegen und schauen, was dort eigentlich zu finden ist.

Die Aufgaben bleiben überschaubar

Der größte Teil des Spiels besteht aus kleinen Aufgaben. Ein bisschen Material besorgen, etwas reparieren, einen Gegenstand finden oder einem der seltsamen Bewohner helfen. Das ist alles sehr überschaubar und passt damit perfekt zum Cozy-Ansatz.

Allerdings merkt man nach einer Weile auch, dass sich viele dieser Aufgaben ziemlich ähnlich spielen. Vieles läuft auf Sammeln, Zurückbringen und wieder Sammeln hinaus. Die Welt selbst ist dabei interessanter als die eigentlichen Aufgaben.

Und genau deshalb würde ich Duck Side of the Moon auch nicht unbedingt als Crafting-Spiel bezeichnen. Das Crafting ist eher Mittel zum Zweck. Ich sammle Materialien nicht, weil ich ein riesiges Produktionssystem aufbauen möchte, sondern weil ich damit mein Raumschiff repariere und neue Möglichkeiten freischalte.

Ein kleiner Planet nach dem anderen

Starbrew Games hat sich bei der Welt ordentlich Mühe gegeben. Die verschiedenen schwebenden Inseln sehen hübsch aus und laden dazu ein, auch mal abseits des eigentlichen Weges herumzufliegen. Dazu gibt es kleine Geheimnisse, Nebenaufgaben und kosmetische Gegenstände für Doug.

Besonders die Outfits haben mir gefallen. Es ist komplett unnötig, aber genau diese kleinen Dinge funktionieren in einem Cozy Game einfach. Wenn plötzlich irgendwo ein neues Kostüm herumliegt, möchte man natürlich wissen, was es ist.

Nicht besonders anspruchsvoll

Wer bei Spielen gerne gefordert wird, ist hier allerdings ziemlich schnell falsch. Duck Side of the Moon ist sehr einfach. Es gibt keine großen Kämpfe und auch die Rätsel sind eher dafür da, den Spielfluss ein bisschen aufzulockern. Das muss nicht unbedingt schlecht sein. Ich hatte beim Spielen eher das Gefühl, dass das Spiel bewusst sagt: „Mach langsam.“

Genau deshalb funktioniert es auch ziemlich gut für kurze Sessions auf einem Handheld. Eine halbe Stunde spielen, ein paar Materialien einsammeln, eine Aufgabe erledigen und wieder aufhören. Man muss sich nicht erst drei Stunden konzentrieren, um überhaupt wieder zu wissen, was eigentlich gerade passiert.

Die Geschichte ist besser als erwartet

Die Geschichte von Doug und seinem Absturz ist zunächst ziemlich simpel. Der Humor ist albern, die Figuren sind niedlich und alles wirkt sehr harmlos.

Trotzdem schafft es Duck Side of the Moon an einigen Stellen, etwas mehr Tiefe zu bekommen. Hinter dem gemütlichen Ausflug steckt tatsächlich eine kleine Geschichte über Erschöpfung, Neuanfang und die Frage, was man eigentlich mit seinem Leben anfangen möchte.

Das fand ich überraschend angenehm, weil das Spiel dadurch nicht nur aus niedlichen Enten und Sammelaufgaben besteht.

Duck Side of the Moon ist ein kleines, sehr entspanntes Abenteuer, das genau weiß, was es sein möchte.

Die große Stärke ist für mich die Atmosphäre. Durch die freie Bewegung, die kleinen Welten und den komplett fehlenden Stress kann man wunderbar einfach durch das Weltall treiben und schauen, was es zu entdecken gibt.

Dafür wird das Gameplay mit der Zeit etwas eintönig. Viele Aufgaben funktionieren nach dem gleichen Prinzip und auch das Crafting bleibt eher oberflächlich. Wer eine große Weltraum-Simulation oder ein anspruchsvolles Adventure erwartet, wird hier wahrscheinlich ziemlich schnell gelangweilt sein.

Duck Side of the Moon ist gemütlicher als ein Spaziergang im Weltall
Ohne Stress im Weltraum
Es ist kein Spiel, das meine Aufmerksamkeit permanent einfordert. Es ist eher ein kleiner gemütlicher Ausflug ins Weltall, bei dem ich einfach ein bisschen herumfliegen und eine Ente dabei beobachten kann, wie sie versucht, ihr Raumschiff wieder zusammenzubauen.
Pro
Sehr entspannte Atmosphäre
Freies Herumfliegen macht überraschend viel Spaß
Charmante Figuren und hübsche kleine Welten
Kontra
Viele Aufgaben wiederholen sich
Crafting bleibt ziemlich oberflächlich
Für erfahrene Spieler vermutlich deutlich zu einfach
7
Nils Hünerfürst

Nils Hünerfürst

Nils Hünerfürst (geb. 1991) ist Mediengestalter für Bild und Ton und schreibt seit Jahren über Technik, Kultur und Videogames. Zwischen Kamera, Blog und dem Elternalltag verbindet er Beruf und Leidenschaft auf seine ganz eigene Art.

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