Frau Suzuki wollte doch nur ein ruhiges Leben 3

20. Juni 2022
1 Min. Lesezeit

Das Ende der dreiteiligen Mini-Serie „Frau Suzuki wollte doch nur ein ruhiges Leben“ findet sich nun auch im Hause Hayabusa, dem Manga Imprint für ältere Leser:innen des Hauses Carlsen.

Der Mangaka Hirohisa Sato schuf mit dieser kurzen Geschichte die eigene Interpretation berühmter „Harter Killer und unschuldiges Kind“-Erzählungen.

Wie die vorigen zwei Ausgaben auch schon erscheint dieser Manga in hochwertigem Druck auf kräftigem Papier.

Zwei Gejagte und zwei Polizisten

Alles begann mit der eher willkürlichen Rettung des Jungen Jinsuke durch die Nachbarin Frau Suzuki. Diese ist selber Auftragsmörderin und lehnt Kinder grundsätzlich ab. Doch wie es die Geschichte so will, entwickelt selbst die steinharte Suzuki in gewissem Maße so etwas wie mütterliche Gefühle für den kleinen schutzlosen Jungen. Dies zum Dank rettet sie ihn mehrere Male und gerät dabei selber in eine Jagd der Polizei, um die eigenen Spuren beim millionenschweren Bankraub zu vertuschen.

Trotz des gemeinsam geschlossene Pakts nie wieder und überhaupt zu töten (Band 2), lässt sich Frau Suzuki auf einen Deal mit einem Polizisten ein. Der ehemalige Partner des nun verfolgten Beamten Kusu bietet ihr an, den verrückt gewordenen Ex-Polizisten zu erledigen. Dafür soll den zwei Flüchtenden Jinsuke und Frau Suzuki ein ruhiges Leben ermöglicht werden. Natürlich eine Lüge und keineswegs von der kommandoführenden Polizeichefin, die die Vertuschung ihrer Spuren anordnet, beabsichtigt.

In einem überraschenden Zusammenstoß der vier Akteure (die zwei Polizisten und die zwei Gejagten) wird scharf geschossen. Eine unerwartete Wendung und die daraus entstehenden Konsequenzen führen zu einem spannenden Showdown.

In diesem dritten Band wird viel zur Geschichte der Frau Suzuki nachgeliefert. Der Ursprung ihres Namens und der unausgesprochene Gewissenskonflikt gegenüber ihres Schützlings Jinsuke werden wunderbar auserzählt.

Form und Inhalt

Wie bereits in den Rezensionen zu Band 1 und Band 2 beschrieben, zeichnet sich der Stil dieses dreiteiligen Thrillers durch einen eher freundlichen Tonus aus.
Die hellen und größtenteils freundlichen Bilder werden allerdings gelegentlich von schockierenden und blutverschmierten Grimassen und blutigen Mordszenen gebrochen.

Ganz besonders Frau Suzuki wird immer wieder in vielen Facetten gezeigt. Einmal als liebevolle, ja fast traurige und fürsorgliche Person, andermal als blutrünstige und skrupellose Killerin, zeigt Hirohisa an ihr sein ganzes zeichnerisches Spektrum. Die Anspielungen zu bekannten Filmen oder Geschichten, die ähnliche Erzählstrukturen aufweisen, werden fast beiläufig einfach genannt. Ohne viel Aufsehen zu erregen ob der Tatsache, dass diese Geschichte im Kern nur eine weitere Version des Films „Léon – Der Profi“ ist, plätschert sie lange Zeit genüsslich dahin. Der Höhepunkt und Showdown (inklusive des Epilogs) werden rasant erzählt und auch dynamisch gezeichnet, wenn es dessen bedarf.

Fazit
„Frau Suzuki wollte doch nur ein ruhiges Leben 3“ beendet diese Geschichte mit einem würdigen und versöhnlichen Abschied. Es ist leider kein großer Wurf, da die Figuren häufig nur wenige eindrucksvolle Charaktermomente erhalten, die Handlung ein Remake des Films „Léon – Der Profi“ ist und selbst der Versuch, aus den Strukturen auszubrechen, viel zu schnell oder ohne viel Einfühlsamkeit einfach forsch zu Ende erzählt wird. Auf jeden Fall ist „Frau Suzuki wollte doch nur ein ruhiges Leben“ eine unterhaltsame, visuell fabelhaft gelungene und irgendwie doch mitreißende Geschichte einer ungleichen Schicksalsgemeinschaft. Wer den Film „Léon“ liebt, wird diesen Manga mögen.
Pro
Schließt die Geschichte mit einem zufriedenstellenden Abschluss ab, geht tiefer in die Geschichte von Frau Suzuki ein, optisch ansprechendes Artwork.
Kontra
Stützt sich stark auf bekannte Handlungsstrukturen, den Charakteren fehlen wirkungsvolle Momente, endet ohne bahnbrechende Wirkung.
9.2

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Lars Hünerfürst

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