
God of War, eine Spielereihe die sich um den versklavten Sparten Kratos dreht, hatte im Jahr 2016 eine umfangreiche Neuauflegung bekommen. Das offizielle Behind the Scenes-Video ist immer noch eine Empfehlung. Sechs Jahre Später gab es davon die Fortsetzung aber diesmal ohne Schöpfer Cory Barlog. Ob das gut ging und ob der zweite Teil meine Zeit respektvoll behandelt?

Der letzte Teil endete vor einer Prophezeiung aufgemalt auf aufklappbaren Holztafeln. Kratos wurde mit einem Sohn names Atreus gesegnet und der hatte schon vor sechs Jahren etwas genervt. Nun ist Atreus aber auch Papa Kratos sichtlich älter geworden. Beide tragen sichtbare und mentale Narben mit sich herum. Ängste und Unsicherheiten prägen das neue Abenteuer der beiden. Das gesamte Spiel ist natürlich wesentlich größer als sein Vorgänger. Es ist vollgepackt mit einer Besetzung die einem Avengers Film gleicht. Die völlig übertriebenen Gewalttaten inkludiert.
Morbide ist es von Beginn an. Denn immer noch hängt der sprechende Kopf von Mimir an Kratos Gürtel und gibt uns fleißig Hintergrundinformationen zu jedem neuen Ort, Charakter oder der gefundenen Ausrüstung. Nützlich sind Atreus und Mimir wenn der Levelabschnitt etwas verkopft ist und man als Spieler gerade nicht weiter weiß. Kleine Dialogfetzen werden nach einigen Minuten abgespielt und leisten kleine Hilfestellungen.

Optisch ist das Spiel eine absolute Wucht. Es schreit vor knalligen Farben. Schnee sowie Lava Welten sehen praktisch so aus wie man es erwartet. Eine wirklich offene Spielwelt gibt es allerdings nicht und das gefiel mir auch. Jede Spielsession konnte ich starten und wusste einerseits über die Questmarkierung wo ich hinsollte und wurde auch nicht von tausenden anderen Nebenaufgaben verführt. Natürlich gibt es jede Menge abseits der Hauptaufgabe zutun aber darauf wollte und konnte ich mich überhaupt nicht einlassen.
Mit über 23 Stunden die mir abverlangt wurden um den Abspann zu sehen, war ich im Nachhinein nicht sehr zufrieden. Warum? Weil man ohne Probleme mehr in weniger Zeit hätte Erzählen und zeigen hatte können. Als Spieler wechseln wir oft auch mal die spielbare Figur und kämpfen uns mit Sohnemann Atreus durch die Welten der Riesen und Götter. Einige Aufgaben die man mit Atreus erledigt sind extrem in die Länge gezogen und hätten eine Sequenz sein können. Dazu noch gesagt: selbst die Sequenzen sind teilweise etwas langatmig und brechen meiner Meinung nach stark das doch recht schnelle Gameplay. Viele Abschnitte fühlen sich auch etwas kalkuliert an. Kleiner Schlauchabschnitt der nach einer längeren Kurve endet und es taucht ein größeres Areal auf indem natürlich eine Horde Gegner auftauchen.
Fünf Minuten später sind alle erledigt und der Loot ist eingesammelt. Weiter geht es durch einen engen Spalt in das nächste Areal. Gibt es eigentlich eine Compilation von all diesen Engpässen, durch die man sich als Kratos oder Atreus durchzwängen muss? Wir schreiben das Jahr 2023. Die Playstation 5 wurde mit ihrer wahnsinning schnellen SSD beworben und mit der Fähigkeit das es kaum oder nur wenige Sekunden lange Ladezeiten geben wird. Doch hier in God of War Ragnarök werden diese Engen Felsspalten fast jede halbe Stunde eingesetzt um Ladezeiten zu kaschieren. Ein technisches Meisterwerk bei dem auch gezielt wertvolle Dialogzeilen abgespielt werden können aber irgendwann fand ich es doch sehr unnatürlich und nicht homogen in die Spielwelt eingebaut.
Eine kleine Podcastempfehlung bekam ich von Lars noch, als er sich die Entwürfe hier im Blog anschaute. Die Kack & Sachgeschichten haben sich dem God of War Universum gewidmet und bringen interessante Insights auf die Entwicklung der Reihe sowie flache aber auch wirklich tiefgreifende Interpretationen aus der Geschichte rund um unseren grieschichen Kriegsgott Kratos.



