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Goodbye Berlin?

War’s das etwa?

Berlin, Berlin, geht ein Lebensabschnitt zu Ende? Ich mag Berlin und ich mag es auch nicht. Der dislike hat sich mit Kindern natürlich auch erst entwickelt. Wir wohnen in einer wunderschönen Gegend und haben eine wunderschöne Wohnung und trotzdem könnte es alles bald vorbei sein.

2015 sind wir jung und kinderlos nach Berlin gezogen. Aus dem Elternhaus im Umland in eine schöne 2 Zimmer Wohnung. Alles haben wir damals neu gekauft und uns nach unserem Geschmack eingerichtet. Ein neuer Lebensabschnitt hat begonnen. Wir haben das junge Ehedasein in vollen Zügen genossen, sind ausgegangen, haben Urlaub gemacht, aber auch viel gearbeitet. Kurz vor dem ersten Kind kam dann der Umzug. Selbes Haus, andere Etage, 1 Zimmer mehr. Der Umzug war dadurch natürlich super einfach.

Am ersten Tag in der neuen Wohnung kam dann unser geliebter Herr Moro in die Familie. Trotz der vielen Abratungen sich in der Schwangerschaft einen Hund zu holen, kann ich heute sagen, ich bin froh es gemacht zu haben! Wobei natürlich Herr Moro ein einfacher und ruhiger Gesell ist. Natürlich hätte es auch anders kommen können. Durch den Besitz eines Vierbeiners haben wir auch unsere nahe Umgebung besser kennen gelernt. Der grüne Norden ist dafür auch einfach gemacht, lange Spaziergänge zu machen. Nach nun 4 Jahren täglich mit dem Hund spazieren, ist die Vorstellung eines Taptenwechsels aber sehr verlockend.

Das Stadtleben mit 2 kleinen Kindern hat für mich mehr Nachteile als Vorteile. Offensichtlich natürlich ist der fehlende Garten. Wir kommen beide aus Familien mit Haus und Garten. Einfach unbeschwet raus gehen, unmöglich im Altbau ohne Fahrstuhl. Das Baby schläft im Kinderwagen? Einfach im Garten stehen lassen? Leider nein! Den Hund mal eben zum pullern raus schicken? Unmöglich. Für andere Familien normal und in Ordnung, für mich ist es eine Last. Dazu kommt der Platzmangel. Der Keller ist wegen Feuchtigkeit nicht zu gebrauchen. Alles was wir besitzen ist in der Wohnung. Mit 2 kleinen Kindern die regelmäßig neue Klamotten brauchen ziemlich schwireig. Man möchte es ja wohnlich haben und nicht jede Ecke zugerümpelt sehen.

Für die Zukunft habe ich mir immer gewünscht, wenn das erste Kind eingeschult wird haben wir ein Haus. Aber leider ist dieser Traum aktuell nicht erfüllbar. Die Immobilienpreise sind an ihrem Höhepunkt angekommen und grade für Berlin und das Umland so übertrieben hoch, dass wir selbst mit Hilfe nicht weiter kommen. Aber auch eine neue Wohnung wäre zu teuer. Grade wurde der Mietendeckel wieder aufgehoben und die Mietpreise steigen weiter. Hat unser Leben in Berlin dann überhaupt noch eine Zukunft?

Diese Frage könnte bald beantwortet sein. Ein neuer Job ist die Antwort und dieser ist auch schon eingetrudelt, ganz unerwartet. Dann heißt es Goodbye Berlin, Goodbye Deutschland.

Annegret Hünerfürst

Geboren in der selben Woche, in der die erste Website online kam - gelernte Diätassistentin und Mutter von zwei Kindern

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