
Einer meiner Lieblingsentwickler aus dem DACH-Raum, Okomotive, ist mit einer neuen IP zurück. Getauft wurde sie Herdling – und genau das beschreibt auch den Kern des Spiels. Seit dem 21. August 2025 ist das neue Adventure für Steam, PS5, Xbox und Nintendo Switch erhältlich. Der Preis liegt bei rund 25 €, die Spielzeit bei etwa 4–6 Stunden. Zeit also, die Reise zu beginnen.

Mein erster Testlauf fand natürlich auf dem Steam Deck statt. Ja, es läuft flüssig – allerdings nur mit deutlich reduzierter Grafikqualität. Texturen wirken verwaschen, und die offene Welt verliert dadurch viel Atmosphäre. Kompatibel ist Herdling zwar, empfehlen würde ich die Handheld-Version aber nicht.

Also wechselte ich an den Desktop-PC im Widescreen-Modus. Ein Teenager erwacht unter einer Brücke, inmitten einer trostlosen Stadt. Kurz darauf trifft er auf ein erstes hilfloses Wesen – und schon beginnt die Reise: Wir führen die verlorenen Kreaturen zurück in ihre Heimat. Herdling macht seinem Namen alle Ehre.

Mit dem rechten Trigger geben wir der Herde einen Laufpunkt vor. Wichtig: Immer hinter der Gruppe bleiben und sie durch geschicktes Umherlaufen in die gewünschte Richtung lenken. Klingt kompliziert, funktioniert aber erstaunlich intuitiv. In meinen bisherigen Stunden hatte ich keine unangenehmen Frustmomente.

Schon bei den FAR-Spielen habe ich den unverwechselbaren Stil von Okomotive geliebt. FAR: Lone Sails und Changing Tides waren noch 2.5D-Abenteuer, Herdling ist nun das erste vollwertige 3D-Spiel des Studios. Dank der Musik von Hauskomponist Joel Schoch, atmosphärischem Licht und starkem Worldbuilding entsteht erneut eine magische Stimmung – auch wenn diesmal auf eine klare Erzählung verzichtet wurde.

Besonders eindrucksvoll sind die Kapitel, in denen Sprintpassagen mit Musik inszeniert werden. Steuern wir die Herde in blaue oder rote Blumenfelder, beginnt sie zu rennen – begleitet von vibrierenden Controllern und einem regelrechten Rauschgefühl.

Trotz linearem Aufbau gönnt das Spiel immer wieder Pausen. An Feuerstellen sammeln wir Holz, entzünden ein Lagerfeuer und sehen zu, wie sich die wachsende Herde niederlässt. Kleine Ruheinseln, die das Abenteuer gut ausbalancieren.

Ernstzunehmende Gefahren gibt es nur selten. Riesige Vögel zwingen uns zu kurzen Ausweichmanövern, echte Rätsel fehlen. Herdling setzt ganz klar auf Atmosphäre und Immersion – nicht auf Herausforderung. Wer eine tiefgründige Story sucht, könnte enttäuscht werden, Fans audiovisueller Erlebnisse werden hingegen begeistert sein.





