
Manchmal passt einfach alles zusammen. Indiana Jones und der große Kreis habe ich zu 100 % über GeForce NOW auf dem Steam Deck gespielt – und das lief so butterweich, dass ich an dieser Stelle einfach mal ein lautes Lob ans Cloud-Gaming richten möchte. Kein Ruckeln, keine Latenz-Probleme, sondern ein echtes „Zurücklehnen-und-Spielen“-Erlebnis.
Das Spiel selbst? Ein zweischneidiges Schwert. Präsentation und Atmosphäre sind top – das fühlt sich stellenweise wirklich wie ein interaktiver Film an. Leider trüben technische Macken und Designentscheidungen den Gesamteindruck gewaltig. Die semi-offene Spielwelt wirkt eher wie ein aufgesetzter Füller, das Item-Management ist schlichtweg eine Katastrophe und die Krönung: Nach Monaten Patch-Zeit gibt es immer noch Bugs, die einem den kompletten Spielfortschritt zerlegen können. Ich musste über eine Stunde Spielzeit zurücksetzen, nur um überhaupt weiterspielen zu können.

Entwickelt wurde das Spiel von MachineGames, die man eigentlich von der Wolfenstein-Reihe kennt – also brachialer Shooter-Action mit Story-Fokus. Bei Indy schlagen sie einen anderen Ton an: Weniger Ballerei, mehr Erkundung und Rätsel. Der Titel ist ein klassisches Story-Adventure mit Actioneinlagen, das sich lose an Spielen wie Uncharted oder Tomb Raider orientiert – mit einer ordentlichen Portion 1930er-Pulp-Flair.
Story & Schauspiel

Die Geschichte ist im Jahr 1937 angesiedelt und spielt zwischen „Raiders of the Lost Ark“ und „The Last Crusade“. Indy bekommt es mit einem geheimnisvollen Artefakt zu tun – dem titelgebenden „Großen Kreis“ –, das angeblich alle alten Zivilisationen miteinander verbindet. Klingt nach Verschwörungstheorie? Ist es auch.
Troy Baker, bekannt aus The Last of Us und Bioshock Infinite, leiht Indiana Jones seine Stimme – und das funktioniert erstaunlich gut. Klar, es ist nicht Harrison Ford, aber Baker bringt genug Gravitas und Charme mit, dass man sich schnell daran gewöhnt. Unterstützt wird er von Megalyn Echikunwoke, die als weibliche Hauptfigur Gina einen glaubwürdigen Gegenpart zu Indy liefert.
Gameplay
Das Spiel ist in mehrere linear verbundene, semi-offene Areale aufgeteilt – man reist rund um die Welt: von Vatikan-Geheimkammern über nepalesische Bergdörfer bis hin zu ägyptischen Ruinen. Die Level sind vollgestopft mit Rätseln, Plattforming, Schleichpassagen und gelegentlichen Faustkämpfen oder Shootouts.

Und ja, es fühlt sich stellenweise sehr nach „Uncharted light“ an – aber mit mehr Rätseln und weniger Blockbuster-Krawall. Das Klettersystem ist solide, die Peitsche wird nicht nur als Waffe, sondern auch als Tool zum Schwingen und Ziehen eingesetzt. Leider hakt’s oft an der Umsetzung: Die Steuerung ist ungenau, die Animationen manchmal clunky, und das Inventarsystem wirkt wie ein Relikt aus den 2000ern.

Besonders frustrierend sind aber die technischen Bugs. In meinem Durchgang war ich gezwungen, über eine Stunde Spielzeit zurückzusetzen, weil ein Objekt nicht getriggert hat. Und laut Reddit bin ich da nicht der Einzige.





