Kabuto Park Review

11. Juni 2026
1 Minute Lesezeit

Auf dem Papier klingt Kabuto Park eigentlich nach genau dem, was Cozy-Games-Fans mögen. Sommerferien, Käfer sammeln, Käfer trainieren und anschließend in kleinen Turnieren gegeneinander antreten. Das Ganze verpackt in einem niedlichen Stil, der an Kindheitserinnerungen und lange Nachmittage draußen erinnert. Genau das war wohl auch die Absicht der Entwickler von Doot Tiny Games, die zuvor bereits mit Minami Lane viele Fans gewinnen konnten. Leider hat das Spiel bei mir deutlich weniger gut funktioniert.

Cozy Game mit erstaunlich ungemütlicher Benutzeroberfläche

Mein größtes Problem war tatsächlich die Benutzeroberfläche. Für ein Spiel, das eigentlich entspannt und zugänglich sein möchte, wirkt vieles unnötig überladen. Menüs, Statistiken, Käferwerte, Karten und Upgrades werden präsentiert, ohne dass das Spiel wirklich gut erklärt, warum ich mich überhaupt dafür interessieren sollte.

Auch nach einigen Stunden hatte ich nicht das Gefühl, dass die eigentliche Spielidee klar kommuniziert wird. Man fängt Käfer, verbessert Käfer und kämpft mit Käfern. Das funktioniert zwar, aber die Motivation dahinter bleibt erstaunlich blass.

Gerade für ein Cozy Game hätte ich mir deutlich mehr Klarheit und Führung gewünscht.

Controller? Eher nach Tablet entwickelt

Ein weiterer Punkt ist die Steuerung. Während viele Spieler die entspannte Natur des Spiels loben, hatte ich ständig das Gefühl, dass Kabuto Park ursprünglich eher für Touchscreens entworfen wurde.

Die Navigation durch Menüs wirkt mit dem Controller oft umständlich. Einige Eingaben fühlen sich unnötig verschachtelt an und die Bedienung wirkt nie wirklich ausgereift. Auch andere Reviews erwähnen, dass die Controller-Steuerung nicht optimal umgesetzt wurde und teilweise sogar Touch-Eingaben angenehmer funktionieren. Gerade auf dem Steam Deck fiel mir das immer wieder auf.

Sammeln, Kämpfen, Wiederholen

Spielerisch bleibt Kabuto Park sehr simpel. Man besucht verschiedene Gebiete, fängt neue Käfer und tritt anschließend in Kämpfen gegen andere Kinder an. Die Kämpfe selbst sind unkompliziert und schnell verstanden. Das Problem ist eher, dass sich das Ganze relativ schnell wiederholt.

Viele Reviews sehen genau darin den Charme des Spiels. Kurze Sessions, wenig Stress und ein entspannter Spielfluss. Für mich sorgte diese Einfachheit allerdings eher dafür, dass die Motivation schnell nachließ.

Dazu kommt, dass die Gegner oft wenig Herausforderung bieten und viele Kämpfe durch stärkere Käfer relativ leicht gewonnen werden können. Auch dieser Punkt wurde von anderen Testern mehrfach angesprochen.

Wenigstens sieht es hübsch aus

Was man dem Spiel definitiv lassen muss, ist die Präsentation. Die Käfer sind liebevoll gestaltet und die gesamte Optik wirkt wie ein kleines Kinderbuch. Das passt hervorragend zum Sommerferien-Thema und sorgt dafür, dass das Spiel trotz seiner Schwächen immer sympathisch bleibt.

Man merkt außerdem, dass die Entwickler eine sehr persönliche Idee umsetzen wollten. Das Spiel transportiert dieses Gefühl von unbeschwerter Kindheit und Ferien ziemlich gut.

Nils Hünerfürst

Nils Hünerfürst

Nils Hünerfürst (geb. 1991) ist Mediengestalter für Bild und Ton und schreibt seit Jahren über Technik, Kultur und Videogames. Zwischen Kamera, Blog und dem Elternalltag verbindet er Beruf und Leidenschaft auf seine ganz eigene Art.

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Über Hünerfürst.de

Hünerfürst.de gehört seit 2009 zu den prägenden deutschsprachigen Blogs rund um digitale Netzkultur. Gemeinsam mit seiner Familie berichtet der Mediengestalter und Autor Nils Hünerfürst dort über Technik, Alltagskultur, gutes Essen und natürlich jede Menge Videospiele.