
Eine Roadtrip Simulation als RPG in den 2000er Jahren? Entwickler Y/CJ/Y wollte sich nicht von dieser originellen Idee abringen und im Jahr 2023 zeigten das kleine Indie-Team aus Schweden zum ersten Mal eine kleine Preview auf X.com. Das finale Spiel ist seit Anfang Februar in einer finalen Version online und ein paar Monate später gab es bereits über 100.000 Verkäufe und ein Update für Controller & Steam Deck Support. Schauen wir mal rein und starten nun das Spiel.
Über das Spiel & Entwickler
Keep Driving kommt von YCJY Games und kombiniert Pixel-Art, eine nostalgische Ästhetik und ein minimalistisches Gameplay-System, das an Spiele wie The Oregon Trail erinnert – nur eben mit Auto, Landstraßen und gelegentlichen Road-Events statt Monstern.
Spielidee & Setting
Das Setting: Du fährst mit deinem Auto durch ländliche Straßen, hörst Musik, triffst auf Hindernisse wie Traktoren, Schafe, Polizeikontrollen oder einfach zufällige Road Events. Du musst Ressourcen managen – Kraftstoff, Zustandsverschleiß des Autos, Energie, Geld. Bei Road-Events wird daraus ein kleines Turn-basiertes Mini-Spiel, bei dem du Icons entfernst, Fähigkeiten einsetzt etc.

Gameplay Loop erklärt
Ich habe das Spiel ausprobiert und war sofort in dieser Stimmung: eine Kombination aus Gelassenheit, Nostalgie und dem ständigen kleinen Druck, dass du die Ressourcen im Blick behalten musst. Aber das Gameplay wiederholt sich oft: Road Event → Icons entfernen → weiterfahren.

Wenn du Pech hast, tauchen dieselben Farb-Icons in Events auf, und du nutzt Items oder Fähigkeiten, um sie zu entfernen. Das ist simpel – und manchmal eben etwas monoton. Zwischendurch kannst du an Tankstellen halten, Ressourcen aufstocken, Jobs annehmen oder Passagiere mitnehmen – das erweitert das Erlebnis, macht’s aber auch komplex. Und mein größtes Problem mit dem Spiel war das kaum vorhandene Tutorial. Eine abgespeckte erste Mission mit weniger Funktionen wäre sehr hilfreich gewesen.
Ein süßes Feature: Deine Beziehung zu den Eltern zählt – wenn dein Auto schlappmacht und du kein Geld hast, kannst du anrufen. Ob sie dich retten, hängt unter anderem davon ab, wie gut eure Beziehung ist.
Atmosphäre & Präsentation
Was mich überzeugt hat: Pixel-Grafik mit Charakter, stimmige Farbpalette. Kein Overkill, aber passend zum Vibe. Kombiniert mit einem Indie-Soundtrack, der wirklich gut ausgewählt und zusammengestellt wurde.

Das Ganze fühlt sich an wie eine Postkarte aus einer einfacheren Zeit, mit Erinnerungen, Sehnsucht und etwas Melancholie über vergangene Roadtrips. Wenn du in der Stimmung bist, für genau solche Vibes – dann trifft dich das Spiel eher als wenn du pure Action willst.
Lob, Kritik & Balance
Der Gamereactor-Test spricht es aus: Das Spiel verdient eine Empfehlung, weil es ein „Vibe-Game“ ist – obwohl das Gameplay nicht überragend neu ist. Ich sehe das ähnlich. Wenn du diese Stimmung fühlst, bekommst du ein Erlebnis, das in dir nachklingt. Wenn du aber lieber Action, viel Abwechslung oder starken Spielreiz willst, wirst du mitunter frustriert sein.




