Mafia: The Old Country – Weniger ist nicht gleich besser

3. Oktober 2025
1 Minute Lesezeit

Mit Mafia The Old Country wagt Entwickler Hangar 13 einen neuen Versuch, nach dem schwierigen Erbe von Mafia 3 wieder die Stärken der Serie aufleben zu lassen. Statt in einer modernen Großstadt spielt die Handlung diesmal im Sizilien des frühen 20. Jahrhunderts – zurück zu den Ursprüngen der Mafia-Familien. Doch schafft es das Spiel wirklich, den alten Glanz der Reihe einzufangen? Spoiler: Nein!

Über den Entwickler

Hangar 13 ist bekannt für die Neuinterpretation klassischer Mafia-Spiele, konnte jedoch seit dem problematischen Release von Mafia 3 viele Fans nicht mehr überzeugen. Mit The Old Country setzen die Entwickler auf eine ruhigere, historisch geprägte Kulisse und versuchen, das Mafia-Feeling mit einer Mischung aus linearen Missionen und halb-offener Spielwelt neu zu beleben.

Story

Wir schlüpfen in die Rolle von Enzo, einem Arbeiter in einer sizilianischen Phosphormine. Schon früh deutet sich an, dass Enzo nicht für ein Leben in den Stollen bestimmt ist – nach einem Unfall in der Mine gerät er in die Kreise des örtlichen Don Turisi. Dort beginnt sein Aufstieg vom Stalljungen bis in die höheren Ebenen der Familie. Ein klassischer Mafia-Plot, inklusive der verbotenen Liebe zur Tochter des Don, Konflikten innerhalb der Familie und dem unvermeidlichen Blutvergießen. Leider ist die Geschichte recht vorhersehbar, große Wendungen oder Überraschungen bleiben aus.

Gameplay

Mafia The Old Country ist klar als Singleplayer-Erfahrung ausgelegt. Über 14 lineare Kapitel führt uns das Spiel durch Missionen, die meist nach bekanntem Muster ablaufen: schleichen, entdecken, schießen. Das Kampfsystem ist solide, aber wenig innovativ. Während die Motion-Capture-Aufnahmen und die englische Sprachausgabe überzeugen, bleibt das Mafia-Feeling dennoch gedämpft.

Die Spielwelt ist semi-offen und dient eher als Kulisse. Zwar sind die Landschaften Siziliens wunderschön gestaltet und bieten Fahrten mit frühen Automobilen oder Pferden, doch die Welt wirkt leer: kaum Nebenaktivitäten, keine großen Städte, wenig, das zum Verweilen einlädt. Wer sich an Mafia 2 oder dem Remake von Teil 1 orientiert, wird die Atmosphäre einer pulsierenden Metropole hier vermissen.

Post-Game & Technik

Nach Abschluss der Story steht ein Free-Modus zur Verfügung, in dem Sammelobjekte eingesammelt werden können – allerdings wirkt dieser eher nachträglich eingefügt und schlecht integriert. Technisch überzeugt das Spiel mit eindrucksvoller Farbpalette und detailreicher Weltgestaltung, allerdings läuft es weiterhin sehr linear ab. Getestet wurde die PC-Version via GeForce Now, die trotz Downtimes insgesamt stabil lief.

Mafia: The Old Country durchgespielt über Geforce NOW
Schon ganz nett
Mafia The Old Country ist ein atmosphärisch starkes, aber spielerisch konservatives Erlebnis. Wer die Serie liebt, bekommt eine solide Geschichte im Mafia-Universum, darf aber keine Innovationen erwarten. Es bleibt hinter Mafia 2 und dem Remake von Teil 1 zurück, ist aber klar stärker als das schwache Mafia 3. Ein Schritt in die richtige Richtung – aber noch nicht der große Wurf.
Pro
Starkes Worldbuilding und schöne sizilianische Landschaften
Klassische Mafia-Atmosphäre mit linearer Story
Gute Motion-Capture-Aufnahmen und überzeugende Sprecher
Kontra
Vorhersehbare Handlung ohne große Überraschungen
Bleibt spielerisch deutlich hinter Mafia 2 zurück
Leere Spielwelt ohne nennenswerte Nebenaktivitäten
6
Nils Hünerfürst

Nils Hünerfürst

Nils Hünerfürst (geb. 1991) ist Mediengestalter für Bild und Ton und schreibt seit Jahren über Technik, Kultur und Videogames. Zwischen Kamera, Blog und dem Elternalltag verbindet er Beruf und Leidenschaft auf seine ganz eigene Art.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Über Hünerfürst.de

Hünerfürst.de gehört seit 2009 zu den prägenden deutschsprachigen Blogs rund um digitale Netzkultur. Gemeinsam mit seiner Familie berichtet der Mediengestalter und Autor Nils Hünerfürst dort über Technik, Alltagskultur, gutes Essen und natürlich jede Menge Videospiele.

Über den Autor

Nils Hünerfürst

Nils Hünerfürst

Nils Hünerfürst (geb. 1991) ist Mediengestalter für Bild und Ton und schreibt seit Jahren über Technik, Kultur und Videogames. Zwischen Kamera, Blog und dem Elternalltag verbindet er Beruf und Leidenschaft auf seine ganz eigene Art.