Manga – Eine Eingstiegshilfe. Wo soll ich anfangen?

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Manga, Manhua oder Manhwa, so nennen sich die schwarz weißen und von rechts nach links gelesenen Comics aus Japan, China oder Korea. Die Geschichte und Formen der asiatischen Comickunst sind so unfassbar vielfältig.
Seit den 1990ern frühen 2000ern hat die Manga-Welle auch Deutschland erfasst. Immer mehr eigene Reihen wurden von noch wenigen Verlagen veröffentlicht. Zu dieser Zeit wurde es häufig als Kinder- oder Teenagercomics abgetan, da große Vertreter eben aus dem Genre Shonen, Mangas für männliche Jugendliche oder Shojo als das Pendant für die weiblichen Leser. Bekannte und stereotype Vertreter sind zum Einen „Dragonball“ oder „Naruto“ für Shonen, „Sailor Moon“ oder „Mila Superstar“ für das Genre Shojo.
Allerdings hat sich viel getan, seitdem Animes im Nachmittagsprogramm bei RTLII liefen, bis zum heutigen Tage. Daher nun ein kleiner und grober Überblick über die Verlagslandschaft und die Veröffentlichungsprofile der jeweiligen.

Carlsen

Der wohl bekannteste und langjährigste Verlag für Mangas in Deutschland ist der Carlsen-Verlag. Dort erschien bereits in den frühen 90ern die Manga-Reihe des allseits unter Fans und Kritikern gefeierten Films „Akira“ in Deutschland.
Mittlerweile ist der Carlsen-Verlag mit großen Reihen und bekannten Titel auf dem Markt vertreten. In diesem Verlag finden sich nahezu alle großen Shonen und Shojo Titel. Nur ein paar Beispiele dafür: „Dragonball“, „Naruto“, „One Piece“, „Yu-Gi-Oh“, „Fairytail“. Einige dieser Reihen begann Carlsen als Deluxe-Editionen nochmal zu veröffentlichen, das heißt mehrere Bände in einem dicken Wälzer zusammengefasst.

Durch die mittlerweile mehr als 30 jährige Expertise finden glücklicherweise auch immer mehr Mangas in ihr Programm, die für ältere Leser konzipiert und geschrieben wurden. So kann man großartige Kriminalgeschichten lesen, von der Kritik gelobte Graphic-Novels bekannter Künstler und aktuell laufende „Slice of Life“ Geschichten, die Einblicke in eine Lebensgeschichte bieten. Dabei sind Werke wie: „Monster“, „Sunny“, „Blue Giant Supreme“, Werke von Jiro Taniguchi wie „Der spazierende Mann“ oder „Von der Natur des Menschen“, aber auch Werke mit dem Bezug „Boys Love“ wie „BL Metamorphosen“ welches mehr als eine Geschichte über Homosexualität bietet. Einige der hier vorgestellten Werke werden hier in kürze besprochen.

KAZÉ

Dieser schweizerische Label das Verlags Crunchyroll gilt als eine der größten, da sie mit ihrem Label KAZÉ nicht nur Mangas, sondern auch Anime, Filme und Videospiele veröffentlichen. Sie sind zudem auch verantwortlich für die regelmäßig stattfindenden Anime-Nights in den deutschen und österreichischen Kinos. Dort zeigen sie ihre aktuellen Filme und Adaptionen. Selbst auf Netflix finden sich dieser Tage einige Animeadaptionen, deren Mangas sich bei KAZÉ finden lassen. Einige bekannte Vertreter sind: „Beastars“, „Haikyu!!“, „Jujutsu Kaisen“, „One-Punch Man“, „Spy X Family“ und „Tokyo Ghoul“.

Viele der Mangas wenden sich an ein breites Publikum, das vom jugendlichen Menschen bis zum fortgeschrittenen Leser einige faszinieren kann. Vor allem die thematische Bandbreite, von sozialkritischen und Coming-of-Age Mangas wie „Beastars“, über das Volleyball-Team der Reihe „Haikyu!!“ bis zu Agentengeschichten der „Spy X Family“ bietet der Verlag ein großes Angebot.

TokyoPop

Mit TokyoPop sprach man ganz aktiv weibliche Leser*innen an, die mit den zahlreichen erschienen Reihen ihre Themen und Stile finden konnten. Sie waren auch einige der Verlage, die den koreanischen Manhwa mehr ins Bewusstsein der Leser bringen wollten. Allerdings bietet der Verlag durch seine langjährige Tätigkeit mittlerweile eine große Bandbreite an Titeln, die auch manchmal ihre Serien- oder Filmadaption vorweisen können. Nur einige bekannte Titel dieses Verlags sind: „Death Note“, „Bleach“, „Yona – Prinzessin der Morgendämmerung“, „Unser unstillbares Verlangen“, „Eigentlich liebe ich dich“ und der wiederaufgelegte „Shaman King“.
In den späten 2000ern war dieser Verlag, der den größten Anteil an laufenden Serien und veröffentlichten Titeln auf dem deutschen Markt hatte. Noch heute ist TokyoPop ein Schwergewicht auf dem Manga-Markt.

Manga-Cult

Manga-Cult ist ein Label des Verlags Cross-Cult und ist noch relativ jung auf dem Markt. Einige der bisher verlegten Titel, die teilweise noch laufen und/oder wieder neu aufgelegt werden sind: „Dorohedoro“, „Blame!“, „Cells at Work!“, „Mein Schulgeist Hanako“, „JoJo’s Bizarre Abenteuer“, Gantz“ und „Blade of the Immortal“.
Thematisch ist MangaCult offen und legt sich auf keine Altersgruppe fest. Junge Leser mit Augenmerk auf süße Figuren und niedliche Geschichten finden etwas, wie auch der erwachsene und mit expliziter Gewalt umzugehen wissende Leser können sich bei diesem Verlag aufgehoben fühlen.

Egmont Manga

Der Egmont-Verlag mit seinen mehr als hunderten Titeln wie „Detektiv Conan“, „Ghost in the Shell“, „Inu Yasha“ und „Sailor Moon“ ist ein wichtiger Verlag mit großer Tragweite und langer Verlagsgeschichte. Dieser Verlag war auch einer der ersten deutschsprachigen Verlage, die überhaupt Mangas hierzulande veröffentlichten. Einige der frühen Reihen finden sich leider nicht mehr auf dem Markt und können nur noch gebraucht oder in anderen Sprachen gekauft werden. Wer weiß, vielleicht beginnt Egmont ja auch demnächst ein „Deluxe-Edition“ Offensive und veröffentlicht ihre Klassiker nochmals in dicken Softcover-Format, was die Fans sicherlich sehr freuen würde.
Aktuell laufen die Reihen „Chainsaw Man“, „Norayami“ und „Bungo“ sehr erfolgreich und finden immer wieder neue Fans.

Es gibt natürlich noch wesentlich mehr Verlage, die hier in dieser Liste fehlen! Nur noch einige schnelle Erwähnung an dieser Stelle: Altraverse (Adou), Chinabooks (Biaoren), Dantes Verlag (Usagi Yojimbo), Reprodukt (Shigeru Mizuki) und Planet Manga (Pokémon).

Die Welt der Manga wird immer diverser, in ihren Themen, Stilen und dem lesenden Publikum. Mit diesem kleinen Einstieg gelang es dir hoffentlich einen Überblick zu gewinnen und möglicherweise selbst einmal einen Manga zu probieren.

Lars Hünerfürst

Minimalistisch und musikalischer Comic Enthusiast - lief zu Fuß von Berlin nach Paris

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