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Marvel’s Guardians of the Galaxy durchgespielt

Marvel’s Guardians of the Galaxy ist zu 110 % lizenzierte Ware. Ein von vorne bis hinten durchkalkuliertes Produkt, welches auf Profit ausgelegt ist. In den Anfängen solch lizenzierter Videospiele war das meist schon ein absolutes K. O. Kriterium, da meist nicht einmal halb gare Sachen bei raus kamen. Heutzutage können sich Publisher und Entwickler so was nicht erlauben oder vielleicht doch?

Über 4 Jahre Entwiclung

Im Jahr 2017 gab es einen kleinen Leak der dazu führte das der Beginn der Entwicklung an einem Guardians Spiel begonnen hatte. Marvel Entertainment hat die Europäische Niederlassung von Square Enix mit einem Action-Adventure Spiel beauftragt und reichte diesen Job das Eidos-Montréal weiter. Die kanadische Abteilung arbeitete zuletzt an Deus Ex: Human Revolution und Shadow of the Tomb Raider. Letzteres erkennt man zu jeder Spielminute von Guardians of the Galaxy.

Warum habe ich mich dazu entschlossen, meine wenig übrig gebliebenden Stunden, in ein solches Spiel zu investieren? Wo doch der bisherige Ton recht negativ auszulegen ist. Ganz einfach: Es ist keine Open World vorhanden, die es zu druchkämen gilt und es ein sehr striktes Singleplayer Spiel.

Die letzten zwei Filme rund um Peter Quill und seine Crew haben mich gut unterhalten. Zwar bleiben bei mir ein paar der letzten Marvel Filme aus, dennoch kenn ich mich recht gut im gesamten MCU aus. In diesem Spiel erschafft man doch eine ganz eigene Welt rund um die Guardians. Jeder Charakter sieht etwas anders aus und Chris Pratt verkörpert nicht den spielbaren Peter Quill. Fast könnte man das Setting durch das man in knapp 16 Stunden Spielzeit durchballert, als eine von Marvel genehmigte Fan-Fiction einstufen.

Eigene Crew hat irgendwann auch keine Lust mehr

Wer Deus Ex und das letzte Tomb Raider gespielt hat, erkennt sofort die Engine, in der man seine Spielfigur bewegt. Geschwindigkeiten und Reaktionszeiten fühlten sich mir bekannt an. Ein großes Lob geht an das Level Design, aber nicht an die Struktur. Aufwendig wurden die direkten Objekte kreiert, aber das Umgebungsdesign verlässt schnell an Glaubwürdigkeit. Egal ob man sich im Weltraum oder auf einem Planeten befindet, ständig hatte ich das Gefühl, in einem Studio zu stehen. Truman Show nur mit vielen Laser-Pistolen und cooler Musik aus den 80er-Jahren.

Der Soundtrack überrascht und hat Marvel wahrscheinlich viel Geld gekostet. Rick Astley, Wham!, Bonnie Tyler, Soft Cell und a-ha. Wirklich alles, was diese musikalische Zeit ausgemacht hat, befindet sich im Spiel und ist immer wieder ein Highlight, sobald die Spezialattacke von Peter Quill ausgelöst wird. Hier die Spotify-Playlist.

Kleines Gameplay trifft lautes Gebrüll

Es gibt insgesamt 16 Kapitel, wobei man durchschnittlich eine Stunde für jedes Kapitel benötigt. Währenddessen darf ordentlich geballert werden und die diversen Fähigkeiten der Teammitglieder abgefeuert werden. Jeder hat unterschiedliche Fähigkeiten und eine Art von einem Talentbaum, mit dem man weitere supercoole Fähigkeiten freischalten kann. Gerade Groots letzte Spezialfähigkeit kommt im späteren Verlauf sehr nützlich aber bei dem Rest der Teammitglieder kommt am Ende immer dasselbe heraus. Nämlich einfach nur Schaden gegen die nicht sehr vielfältigen Gegnertypen.

Im letzten Viertel vom Spiel war ich von den immer gleichen Kämpfen einfach übersättigt und habe es einfach nur noch abgearbeitet. Selbst die Team-Fähigkeiten, die nötig sind, um eine Brücke aus Groots Armen wachsen zu lassen, um weiter im Level voranzukommen, werden später automatisch ausgeführt. Dort fehlte es am Ende einfach Kreativität oder aber es musste eine Geschichte erzählt werden, die schon vor vielen Jahren zusammengeschrieben wurde.

Ich hatte dennoch eine reichaltige gute Zeit mit dem Spiel und hatte mir selbst noch eine entspannte Platin-Trophäe abgeholt. Für Trophäen-Jäger eine absolute Empfehlung und für Guardian-Fans eine wirklich gelungene Abwechslung bei seiner Lieblings-Spacecrew dabei zu sein und Abenteuer zu spielen. Und wer eh im Besitz des Game Pass von Microsoft ist, kann sich das ganze Abenteuer ohne Mehrkosten herunterladen.

Marvel's Guardians of the Galaxy für Playstation 5 durchgespielt
Charmanter spielbarer Comic
Nach über 10 Stunden im Spiel verliert sich das Gameplay im Nirwana. Es wird redundant und Probleme lösen sich fast von ganz alleine. Zum Glück bleibt die Qualität der Dialoge stringent bis zum Ende weitestgehend oben, sodass man dennoch viel Spaß hat.
Pro
"Ich bin ein Singeplayer"
Optik und Effekte
unterhaltsame Dialoge
Kontra
Etwas zu lang
Irgendwann reicht es mit coolen Fights
7
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