Metaphor: ReFantazio – Nach 38 Stunden durchgespielt

27. Mai 2025
1 Minute Lesezeit

Wer in den 90er-Jahren geboren worden ist, hat mittlerweile ein Alter erreicht, bei dem man sich ganz genau überlegt, ob man X-Stunden in ein Unterhaltungsmedium investieren möchte. Die liquiden Mittel sind in der Regel vorhanden, doch möchte ich mein kostbarsten Gut meine Zeit in ein Spiel reinstecken, das mich mindestens 40 Stunden beschäftigen wird? Hier in diesem Beitrag geht um Metaphor: ReFantazio mit einem Metascore von 94 Punkten und eine durchschnittliche Spielzeit von 65 Stunden!

Schlösser, Fabelwesen und das Mittelalter treffen auf Social Bonds, Erfahrungspunkte.

Das besondere an den Persona Spielen war gerade der Aspekt der Gegenwart. Dadurch konnte man sich mit den Protagonisten identifizieren. Aktivitäten nach der Schule, ob es nur das Lernen war oder der Nebenjob, bei dem man selbst mehr herangewachsen ist. All diese realen Aspekte machten es mir leichter, mit den Welten der Persona-Reihe zu sympathisieren.

In Metaphor ist das wesentlich schwieriger. Das Spiel spielt in dem Vereinigten Königreich Euchronia, einer mittelalterlichen Fantasywelt, in der man damit beauftragt wurde, das Sterben des Königs Louis zu verhindern. Verschiedene Stämme der Welt haben sich in einem Sanktismus eingefunden und veranstalten nun einen Wettbewerb und einen potenziellen Nachfolger zu finden. Nun finden sich alle Abenteurer des gesamten Königreichs in der Hauptstadt Grand Trad ein, um sich in Missionen zu duellieren.

Bis man als Spieler zu dieser wirklich spannenden Phase angelangt ist, vergehen doch mal 20 Stunden Spielzeit. Entwickler ATLUS hat sich entschlossen, die Welt und die Charaktere aufzubauen. Deren Motivation zu erklären und Persona-typisch, die alltäglichen Probleme von Fabelwesen zu thematisieren. Rassismus oder eine gefährliche Stigmatisierung sind hier zu lesen. Es war interessant zu erfahren, welche Probleme ein Elfenohren ähnliche Rasse namens Roussainte für Probleme in der Gesellschaft von Euchronia hat.

Natürlich habe ich mir dieses Monster von JRPG nicht ohne einen Guide angenommen. Allein mit meinen Zwangspausen von mehreren Wochen brauchte ich hier und dort etwas Hilfe für nächste Ziel. Zusätzlich kommen die Persona typischen Dates mit. Da auch Metaphor exakt so wie ein Persona funktioniert, arbeiten wir auch in dieser Fantasywelt in einem Kalender und arbeiten uns von Tag. Und genau hier würde ich gerne nichts verpassen und schau gerne in einen Guide, um die wichtigen Dates nicht zu verpassen.

In Persona muss natürlich auch wieder gelootet und gelevelt werden. Leider ist meiner Meinung das Kampfsystem der schwächste Teil vom ganzen Spiel. Ebenso die Dungeons, die sich stets ähneln und nur einen anderen Look bekommen haben. Lange Schlauchlevel warten darauf, vom Spieler gereinigt zu werden. Die letzte Markierung ist stets der große Endboss und dann geht es wieder zurück.

Wirklich gelungen ist der 4-stündige Soundtrack. Das ATLUS Sound Team hat hier eine einzigartige Stimmung kreiert, die man nicht alle Jahre hören wird. Eine fabelhafte Welt mit unbekannten Wesen und dazu ein Soundtrack mit Bässen und Streichern die ich so noch nie gehört habe.

Nils Hünerfürst

Nils Hünerfürst

Nils Hünerfürst (geb. 1991) ist Mediengestalter für Bild und Ton und schreibt seit Jahren über Technik, Kultur und Videogames. Zwischen Kamera, Blog und dem Elternalltag verbindet er Beruf und Leidenschaft auf seine ganz eigene Art.

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Hünerfürst.de gehört seit 2009 zu den prägenden deutschsprachigen Blogs rund um digitale Netzkultur. Gemeinsam mit seiner Familie berichtet der Mediengestalter und Autor Nils Hünerfürst dort über Technik, Alltagskultur, gutes Essen und natürlich jede Menge Videospiele.