Ni No Kuni Cross Worlds – So ein Scheiß!

Als großer Fan der Ni No Kuni-Reihe war ich sehr hellhörig, als mich die Werbeanzeige mehrmals auf den baldigen Release von Ni No Kuni Cross Worlds am 25. Mai aufmerksam machte. Im iOS Appstore konnte man die App “vorbestellen”. Das Spiel ist im Freemium Model angesiedelt. Für 0 € kriegt man 3 GB an Dateigröße auf sein Smartphone, dafür muss man aber ein Konto beim Entwickler Netmarble besitzen oder erst einmal anlegen und damit beginnt die Reise in ein absurdes Netz auf Datenverkauf, Krypto, Pay-To-Win und NFTs.

Spielen im Autopilot

Ja richtig gelesen! Ni No Kuni Cross Worlds wird standardmäßig im Autopilot gespielt. Man tippt nur bunte Kästchen, Questmarker und Spezialattacken. Die eigene Spielfigur läuft in der Open-World, die unglaublich gut an Ni No Kuni angelegt ist, auf dem kürzesten Weg zur nächsten und spricht mit anderen NPC‘s um die nächste Quest aufzunehmen.

Aber kurz zurück zum Anfang. Das Spiel beginnt sehr positiv. Zwar sieht man in der Studio Ghibli ähnlichen Intro Sequenz eine Cyberworld in der wir in einer Menschen großen Mikrowelle sehr wahrscheinlich digitalisiert werden und in eine Welt namens Nameless Kingdom geschickt. Warum? Wissen wir nicht und ist auch nicht relevant. In dieser Welt des Nameless Kingdom werden wir von anderen Bewohnern auch als „Spieler“ bezeichnet. Es ist ein Versuch vom Süd-Koreanischen Entwickler eine Verbindung aufzubauen.

Und nachdem man sich durch den recht umfangreichen Charakter-Editor gewühlt hat, kann es auch schon losgehen. Natürlich im Autopilot. Questmarkierungen die optisch dargestellt sind, mit manueller Eingabe zu folgen, ist wahrscheinlich heute unzumutbar für Spieler, deren Fokus auf der ständigen Belohnung liegt.

Eins, zwei, drei hier ist deine Belohnung

Der Fokus bei Ni No Kuni wurde von Entwickler Netmarble auf das ständige Belohnen gelegt. Für jeden Klick gibt es eine Belohnung, die man in Anspruch nehmen kann. Zum Beispiel haben wir von einer Quest für die unsere Spielfigur 20-Gegner umhauen lassen haben einen neuen Gürtel dazuverdient. Zusätzlich haben wir ein Erfolg freigeschaltet, weil wir diesen Gürtel erhalten haben und kriegen zusätzlich 900 Goldmünzen.

Zu den üblich bekannten Goldmünzen gibt es die wertvollen Diamanten, Karten und auch eine tief vergrabene Krypto-Währung bei dem eine sehr detaillierte Formel aufzeigt, wie sie umgerechnet wird. Auf Golem.de gibt es einen kleinen Bericht darüber.

Ni No Kuni Cross Worlds wurde 2019 in Japan und Süd-Korea veröffentlicht. Am 25. Mai dann weltweit und zum ersten Mal in englischer Sprache. Als Publisher ist immer noch Level-5 tätig und laut einigen Interviews von CEO Akihiro Hino, suchte man nach einem Entwickler, der ein MMORPG in der Ni No Kuni Welt entwickeln kann. Eine Schande ist es, wie die ersten Vollpreis-Spiele dadurch in den Dreck gezogen werden, aber Level-5 wird das wohl kaum kümmern. 2019 hatte man in den ersten zwei Wochen $101 Millionen erwirtschaftet. Und jetzt gerade starten goldene Wochen für Netmarble und Level-5, dennoch war ich mehr als zufrieden, als ich die App von meinem iPhone löschen konnte. Frei von der Glückshormonen gefüllten, bunten und funkelnden Belohnungen, die hinter jedem Tip Tap Tip warteten.

Ich muss aber auch zugeben, es war kurzzeitig nicht leicht aufzuhören. Alles passiert so schnell und nach einem langen intensiven Arbeitstag, bei dem vielleicht nicht auf Anhieb alle antworten und Lösungen gefunden hatte, war es doch unheimlich befriedigend, das ich hier in Ni No Kuni Cross Worlds alles auf Anhieb lösen konnte und jede Menge Belohnungen erhalten habe. Diese Spiele sind verdammt gefährlich und deshalb ist Cross Worlds auch in Belgien und den – Achtung! Gefährliches Halbwissen – Niederlanden verboten. Ich schau jetzt mal in den ersten mobilen Ableger von Diablo rein und hoffe, das ich dort nicht dieselbe Erfahrung machen werde.

Nils Hünerfürst

Männlich - 30 Jahre alt - Mediengestalter für Bild und Ton - und Hünerfürst ist mein Nachname

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