
Für alle Pokémon Fans gibt es seit geraumer Zeit ein Spiel, was sich Pokémon Pokopia nennt. Wichtig zu erwähnen ist hier, dass das Spiel ausschließlich für die Nintendo Switch 2 erhältlich ist. Das war auch einer der Gründe, warum wir uns die Nintendo Switch 2 gekauft haben. Unser Sohn (7 Jahre alt) nutzt die Switch nämlich mit am meisten. Daher wussten wir, es dürfte sich lohnen. Und da er ein riesiger Pokémon Fan ist, genauso wie ich als Kind und heute noch in abgeschwächter Form, haben wir das Spiel zeitnah gekauft. Wie also hat es ihm und mir, die wir jeder eine eigene Pokopia-Welt erschaffen haben, gefallen? Wie sieht das Spiel grob aus? Ist es empfehlenswert?
Das Spiel


Pokémon Pokopia ist ein offizielles Pokémon Spin-off, es wurde von Game Freak und Koei Tecmo’s Omega Force entwickelt und von Nintendo und der Pokémon Company veröffentlicht. Das Spiel ist, anders als die klassischen Pokémon Spiele für Game Boy oder das neuere Pokémon Go für die Switch, ein Builder Game. Es ähnelt stark Minecraft und hat auch etwas von Animal Crossing. Die Geschichte beginnt in einer vertrockneten Welt, man spielt das Pokémon Ditto. Die Menschheit ist verloren gegangen, alle Pokémon sind weg, Häuser und Pokémon Center sind zerstört, nur Professor Tangrowth ist noch da und freut sich über die Hilfe von Ditto. Man beginnt Habitate zu bauen, um immer mehr Pokémon anzulocken, mit denen man friedlich zusammen lebt. Mit verschiedenen Pokémon erlernt Ditto, das berühmte Verwandlungspokémon, allerlei nützliche Fähigkeiten, mit denen die Welt immer weiter verbessert werden kann.

Mit der Zeit kann man neben Habitaten auch Häuser und Möbel bauen, für alles braucht man aber eine Werkbank und/oder Rezepte sowie Pokémon mit bestimmten Fähigkeiten. Es gibt über das gesamte Spiel große Hauptaufgaben und kleine Nebenquests, die man jederzeit im Pokédex nachschauen kann. Ab einer gewissen Umwelt – Level eröffnen sich Türen zu neuen Welten, in denen man zwar von vorne beginnt, aber auf andere Pokémon trifft und andere Hauptaufgaben hat.

Um die Hauptstory abzuschließen (kommen die Menschen nun zurück?), braucht man je nach Spielart 20-40 Stunden. Da es ein Builder Game ist, kann man unendlich viel Zeit investieren. Wie erwähnt haben mein Sohn und ich jeder eine eigene Welt begonnen, was zum Beispiel bei Animal Crossing nicht möglich ist, und jeder hat auch andere Pokémon gefunden. Trotz der gleichen Aufgaben ist jedes Spiel etwas anders, die wichtigsten Fähigkeiten kommen aber immer im gleichen Rhythmus, nur von anderen Pokémon.
Fazit
Sowohl mein Sohn als auch ich haben jeweils mehrere Stunden in das Spiel investiert und sind noch lange nicht am Ende angekommen. Beide haben wir nur zwei Welten geschafft aufzubauen und mehrere Türen in die anderen Welten sind uns wegen des Umwelt – Levels noch verschlossen geblieben. Ich persönlich bin riesiger Animal Crossing Fan, mein Sohn Minecraft, in Pokémon Pokopia verliere ich mich sehr an Schönheitsmängeln, während mein Sohn die Geschichte mit dem nötigsten Input vorantreibt. So sehen auch unsere Welten aus, meine ist üppig grün und aufgeräumt, die andere eher unordentlich und funktionell. Dafür hat mein Sohn weniger Spielzeit benötigt, um zum gleichen Punkt zu gelangen.

Wir haben mittlerweile beide länger nicht mehr gespielt und dazu hat der für mich größte Kritikpunkt beigetragen. Die zu erledigenden Aufgaben sind zu verstrickt. Als Beispiel, es ist die Aufgabe, die Welt zum Regnen zu bringen, dafür muss man verschiedene Pokémon ansprechen und um Hilfe bitten, verschiedene Habitate aufbauen, für die man wiederum erst Materialien abbauen oder finden muss, um Dinge zu bauen, für die man wiederum erst die Rezepte braucht. Ich habe an vielen Stellen googeln müssen, um weiterzukommen. Ein anderer Punkt, der mich stört, ist die Handhabung des Bauens. Wenn ich etwas auf- oder abbauen möchte, muss ich mir genau überlegen wie ich das anstelle, ansonsten enden der ein oder anderen Baustein in der Luft und man kommt nicht mehr ran. Und dass die Taschen ständig zu voll sind oder man nicht mehr weiß in welcher Box man welches Material gelagert hat, führt auch dazu, viel zu oft hin und her zu laufen, ohne Fortschritt zu machen.
Dies mögen sehr personenspezifische Kritikpunkte sein, das Spiel ist für mich, die ich vielleicht 30 Minuten am Tag 2-3 mal die Woche an die Switch komme, nicht das beste Spiel. Die Idee des Spiels ist auf jeden Fall aufregend, die Nostalgie holt einen ab. Leider mangelt es für mich an dem Gefühl des Fortschritts, weshalb ich wahrscheinlich das Spiel bald wieder verkaufen werde. Und auch unser Sohn hat nicht den langen Atem um mal wieder hereinzuschauen und weiterzumachen.



