
Mein letzter Beitrag zum Thema Raspberry Pi liegt inzwischen vier Jahre zurück. Den damals selbst gebauten E-Ink-Kalender gibt es nicht mehr – ersetzt wurde er durch den TRMNL. Seitdem ich mein eigenes Internet bezahle, läuft außerdem ein DNS-Blocker für alle meine Geräte. Basis war lange ein Raspberry Pi 2 aus dem Jahr 2015.
Über die Jahre ist der kleine Einplatinenrechner immer leistungsstärker – und gleichzeitig teurer – geworden. Zwar gäbe es für viele Zwecke günstigere SoC-Boards, aber die Raspberry-Community ist riesig und bietet unzählige Tutorials und Hilfestellungen. Das macht die Plattform so attraktiv.
Das microSD-Karten-Problem
In zehn Jahren habe ich vier microSD-Karten geschrottet – zwei beim Magic Mirror, zwei weitere bei meinem Pi-Hole. Für Bastelprojekte ist das noch zu verkraften, aber wer seinen Pi als NAS nutzt, kennt das Problem sicher ebenfalls.
microSD-Karten sind einfach nicht für dauerhafte Lese- und Schreibzugriffe gedacht. Selbst kleine Datenmengen belasten sie stark. Inzwischen bietet die Raspberry Pi Foundation deshalb ein M.2-SSD-HAT an, um direkt von SSD zu booten. Die Lösung funktioniert, hat aber keine Kühlung – ich wollte also ein rundes Komplettpaket.
Argon NEO 5 – das SSD-Case

Nach einigen Text- und Video-Reviews fiel meine Wahl auf das Argon NEO 5. Es ist nur mit dem Raspberry Pi 5 kompatibel, bringt dafür aber alles mit: Schrauben, Kühlkörper und sogar kleine Gummifüße. Genau das „All-in-One“-Paket, das ich gesucht habe.

Image installieren
Zum Vorbereiten der SSD nutze ich den Raspberry Pi Imager. Damit lassen sich verschiedene Debian-Varianten auswählen – vom Desktop bis zur Lite-Version. Ich nehme immer die Lite-Version, weil ich den Pi per SSH einrichte und meine Programme später über Docker starte.
Der wichtigste Trick beim Imager: Mit STRG+SHIFT+X öffnet man ein verstecktes Menü, um direkt Hostname und SSH zu konfigurieren. Praktisch, wenn man wie ich noch ein SSD-Gehäuse in der Schublade hatte. Wer keins besitzt, muss den Umweg über microSD gehen und das System später auf die SSD spiegeln.

Die Verkabelung war etwas fummelig. Besonders das Lüfterkabel und das PCIe-Flexkabel brauchen Fingerspitzengefühl – ein kleiner Schlitzschraubenzieher hilft hier. Dieses Video von ExplainingComputers war deutlich hilfreicher als die offizielle Anleitung.

Ich habe den Pi komplett zusammengebaut, ohne vorher zu testen – und es lief alles auf Anhieb. Nach fester IP-Zuweisung über die MAC-Adresse war das System einsatzbereit. Mit meinem Debian-Setup-Script und der Installation von Dockge war alles fertig.
Der Geschwindigkeitsunterschied ist sofort spürbar. Selbst ein einfaches apt-get update läuft jetzt deutlich schneller durch. Mein Fazit: Das Argon NEO 5 M.2 Case ist ein lohnendes Upgrade. Mit einer 128-GB-SSD liegt man bei rund 60 Euro – und hat Ruhe vor defekten microSD-Karten.




