Rematch im Test – Sifu trifft FIFA im Sturzflug

28. Juni 2025
2 Minuten Lesezeit

Eigentlich wollte ich nur kurz reinschauen. Mal eben 20 Minuten bisschen Arcade-Fußball ausprobieren. Zwei Stunden später lag mein Controller in der Ecke, ich war durchgeschwitzt, die Kamera hatte mich gefühlt halb ohnmächtig gemacht – und ich wollte trotzdem noch ein Spiel machen. Rematch ist kein FIFA. Es ist auch kein Pro Evo. Es ist… was anderes. Und genau deswegen hat es mich nicht losgelassen.

Ein Newcomer mit Millionen Spielern?!

Entwickelt wurde Rematch von dem französischen Studio Kepler Interactive, und das Ding hat direkt eingeschlagen wie ein direkter Eckball. Kurz nach dem Launch der Preview-Phase haben sich bereits Millionen Menschen auf Steam ins virtuelle Stadion verirrt. Ein Arcade-Sportspiel mit diesem Tempo und Fokus auf 1v1-Skills – das hat man lange nicht mehr gesehen.


Der Prolog: Kein Fußball wie jeder andere

Das erste, was Rematch macht: Es erklärt dir nicht viel. Du wirst direkt auf den Platz geworfen, in ein Spiel mit abstrakten Spielfiguren, übersteuertem Körpereinsatz und einem Kamerawinkel, der irgendwo zwischen „fesselnd“ und „komplett verloren“ pendelt. Alles fühlt sich an wie ein überstylter, überforderter Fiebertraum aus FIFA Street, Sifu und Windjammers – nur mit Fußballregeln.

Du steuerst genau einen Spieler – mehr nicht. Kein Umschalten, kein Taktieren mit einem ganzen Team. Du bist dieser Spieler. Wenn du Mist baust, ist es dein Fehler. Wenn du ein Tor machst, dann ist das pure Ekstase. Genau das ist der emotionale Haken von Rematch. Es ist Fußball – aber eben nicht dieser Fernseh-Fußball mit Taktiktafeln, sondern der Bolzplatzmoment, wenn man mit letzter Kraft den Ball reinwuchtet.

Mein erstes Online-Spiel: Chaos pur

Natürlich hab ich direkt ein Match online gestartet – Controller in der Hand, Kamera auf „NoCamLock“ gestellt (wird empfohlen), und rein ins Getümmel. Es war… wild. Mein Mitspieler hat mich die erste Hälfte komplett vernascht, Tacklings aus der Hölle, Push-Ball-Manöver wie in einem Yakuza-Spiel. Ich war ehrlich gesagt komplett überfordert, aber die „Golden Rules“ (niemals aufgeben, immer Teamplay, Keeper vorziehen, mit Ball bist du verwundbar) machen schnell klar: Hier geht’s nicht um FIFA-Skills. Hier musst du lernen.

Der Analogstick und die Kamera – mein Endgegner

Und hier kommt mein größter Kritikpunkt: Die Steuerung über den Analogstick ist gefühlt ein Endgegner für sich. Gerade mit aktiviertem Kamera-Lock hatte ich mehrfach das Gefühl, mehr gegen die Perspektive als gegen den Gegner zu kämpfen. Das Spiel will, dass du dich bewegst wie ein echter Fußballer. Aber ich bin halt kein echter Fußballer. Ich bin jemand mit einem Xbox-Controller, der gleichzeitig laufen, passen, schießen und die Kamera im Auge behalten muss – uff.

Captain Pass, Ingame-Käufe und Pre-Season

Rematch steckt schon jetzt im Live-Service-Boot. Es gibt eine laufende Pre-Season, einen Captain Pass, der kosmetische Inhalte freischaltet, und einen Shop mit Ingame-Käufen. Zum Glück ist alles bisher rein optional, also keine „Pay to Win“-Mechanik. Trotzdem merkt man: Das hier soll langfristig wachsen. Neue Inhalte, neue Arenen, vielleicht neue Modi. Solange die Balance nicht leidet, bin ich da okay mit. Aber: Preise für Skins und Animationen liegen aktuell eher im oberen Mittelfeld – Fortnite lässt grüßen.

Preis und Zukunft: Was bringt Rematch mit?

Rematch kostet in der Early Access-Phase erstmal nichts – es ist Free to Play. Aber das ist natürlich nur der Anfang. Die Entwickler planen, das Spiel kontinuierlich weiterzuentwickeln. Die Steuerung wird optimiert, Maus und Tastatur sollen besser unterstützt werden, und es sind neue „Golden Rules“ angekündigt, die das Teamplay noch stärker in den Fokus rücken.

Ich hoffe nur, dass der aktuelle Hype nicht zu früh verpufft. Denn unter dem chaotischen Ersteindruck steckt ein wirklich spaßiges, frisches Konzept. Wenn die Kamera-Optionen noch verfeinert und die Lernkurve etwas entschärft werden, könnte Rematch das nächste große Ding im Arcade-Sportbereich werden.

Nils Hünerfürst

Nils Hünerfürst

Nils Hünerfürst (geb. 1991) ist Mediengestalter für Bild und Ton und schreibt seit Jahren über Technik, Kultur und Videogames. Zwischen Kamera, Blog und dem Elternalltag verbindet er Beruf und Leidenschaft auf seine ganz eigene Art.

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Über Hünerfürst.de

Hünerfürst.de gehört seit 2009 zu den prägenden deutschsprachigen Blogs rund um digitale Netzkultur. Gemeinsam mit seiner Familie berichtet der Mediengestalter und Autor Nils Hünerfürst dort über Technik, Alltagskultur, gutes Essen und natürlich jede Menge Videospiele.