
Nostalgie. Ich habe das ganz persönliche Gefühl, dass die Gedanken an eine Zeit, die mittlerweile weit mehr als 20 Jahre in der Vergangenheit liegt, immer mehr schwammig-rosa werden. Die damals gefühlten unüberwindbaren Probleme sind gänzlich verpufft und machen Platz für alles, was damals einfach Spaß gemacht hat. Darum erinnere ich mich an SSX 3 auf der PlayStation 2 und daran, dass ich innerhalb kürzester Zeit meinen Boost mit einer Trick-Combo aufgeladen hatte und im Rennen Meilenweit von allen anderen entfernt war und dazu läuft Poor Leno von Röyksopp.
PlayStation 2 gehört mittlerweile zum Retro-Gaming
Immer wieder habe ich einen Raspberry Pi B+ als Retrostation genutzt. Das ist mittlerweile über 10 Jahre her und bei der PlayStation-1-Generation war auch das Limit der Rechenpower des Raspberry Pi erreicht. Und mit Nintendo 64 hatte man durch die noch minderwertigeren Emulatoren einfach keine wirkliche Freude beim Spielen. Auch ein GPi Case mit einem Raspberry Pi Zero testete ich nach ein paar weiteren Jahren auf seine Kompatibilität. Das Retro-Gerät hatte die Systeme NES, SNES, GB und GBA perfekt wiedergegeben und heute gibt es mittlerweile RetroAchievements für „moderne“ Systeme wie die PlayStation 2.

Der RP6 im Vergleich
| Aspekt | Retroid Pocket 6 | PlayStation 1 (1994) | PlayStation 2 (2000) |
|---|---|---|---|
| CPU (MIPS) | ~50.000 MIPS Vergleich: 1.600x PS1 |
~30 MIPS Vergleich: Fahrrad (30 km/h max) |
~6.000 MIPS Vergleich: Traktor (60 km/h) |
| GPU (GFLOPS) | ~2.500 GFLOPS (1,7–3,5 TFLOPS) Vergleich: 40.000x PS1 |
~0,03 GFLOPS Vergleich: alter PC (Pixel pushen) |
~6,2 GFLOPS Vergleich: erster DVD-Player |
| RAM | 8/12 GB LPDDR5x Vergleich: 4.000x PS1 (Schnellzugriff) |
2 MB Vergleich: Diskette |
32 MB RDRAM Vergleich: Festplatten-Start |
| GPU-Score-Beispiel (GFXBench) | Emuliert PS2 @ 60 FPS HD | 240p @ 30 FPS | 480p @ 30 FPS |


Nun gehört seit jeher ein Gerät dieser Art zu der Aufgabe einer mühseligen Installation. Es ist ganz und gar nicht ein Gerät der Plug-&-Play-Mentalität. Ein Emulationshandheld ist ein langer Weg mit vielen Problemen. Wer das alles nicht alleine machen möchte, kann sich die Starthilfe von Russ von Retro Game Corps anschauen.
Eine Version als Text gibt es auch auf seinem Blog zu finden. Nun würde ich jedem Nutzer eines RP6 das zweistündige Video empfehlen, anzuschauen. Man lernt, wie das Android-Gerät funktioniert, und baut sich damit einen sehr professionellen Handheld für die letzten Retrospiele-Generationen.
Woher kommen die alten Spiele?
Nun ja, das kann niemand so genau sagen, woher die ROMs kommen. Auch weiß keiner, woher die ISO-Dateien liegen. Es gibt aber bestimmte Seiten, auf denen man Suchbegriffe verwenden kann. Unterm Strich ist das wohl die spannendste Frage, die nicht mit 42 beantwortet werden kann.

Auf Reddit gibt es zahlreiche Nutzer, die sich oft von den endlosen Möglichkeiten eines Emulations-Handhelds erschlagen fühlen. Grund dafür ist meiner Meinung nach folgender Gedanke. Ähnliches ist mir bei früheren Projekten dieser Art auch passiert.
Viele User wollen als Erstes ihre alten geliebten Spiele nochmal ausprobieren. Das ist auch logisch, doch müssen viele von ihnen meist die bittere, unverklärte Wahrheit feststellen. Die alten Spiele sind mittlerweile sperrig, langsam und verdammt schwer geworden. Meine Empfehlung für zukünftige Retroenthusiasten ist es, sich Spiele auszusuchen, die man damals verpasst hat. Für jedes System und Spiel gibt es mittlerweile Hilfsmittel in Form von Cheats oder anderen Quality-of-Life-Optionen wie den Save States der Emulatoren. Das ist ein RAM-Abbild des Emulators als Datei gespeichert, so lässt es sich in jeder Situation ein Savepunkt erstellen.
Unterm Strich gibt es Handhelds, die für Retro-Systeme gedacht sind, wie Sand am Meer. Retroid ist dort mein Favorit, auch wenn es preislich nicht einsteigerfreundlich ist. Es gibt günstigere Alternativen, die dann wiederum Software-Einschränkungen haben. Eine gute Übersicht der Handhelds gibt es beim Retro Catalog.



