Saga – die derzeit beliebteste Space-Opera im Comic

Space Opera, also Seifenoper im Weltall? Ja, genau das bedeutet es und es macht so unfassbar viel Spaß zu lesen. „Saga“ ist die Antwort auf „Star Wars“ und „Romeo und Julia“ in einer sagenhaft einfallsreichen Comic-Reihe. Derzeit kann man 9 schöne Hardcoverbände beim Cross-Cult Verlag kaufen. Der Autor Brian K. Vaughan (Paper Girls) und Fiona Staples (Archie) arbeiten endlich nach mehrjähriger Pause wieder an der Fortsetzung. Durch die Pandemie und andere Projekte der zwei Künstler kam es immer wieder zum Verschieben des Termins einer nächsten heiß erwarteten Ausgabe.

Die Handlung und Themen der Reihe

Es beginnt damit, dass ein Kind geboren wird. Dieses Kind ist die Off-Erzählerin, die uns im Rückblick ihre Geschichte erzählt. Alana und Marco sind die glücklichen Eltern. Doch das Glück wäre zu perfekt, wenn nicht ein universaler Konflikt bestünde, der den beiden verbietet überhaupt miteinander zu kommunizieren, geschweige ein Kind zu zeugen.
Marco kommt vom Planeten der Ranke, auf der alle dort lebenden Steinbockshörner haben und eine Sprache sprechen, die sie „Blau“ nennen. Diese Sprache ist eine Art Mischung bekannter romanischer Sprachen, so etwas wie ein Weltraum-Esperanto. Außerdem hat dieses Volk magische Kräfte. Alana hingegen stammt vom Planeten Landfall, auf dem alle Flügel besitzen und höchst technisiert sind.

Vor langer Zeit kämpften diese beiden Völker gegeneinander, bis sich der Konflikt auf das ganze Universum ausbreitete und nun ein ewig schwelender Konflikt besteht. Alana und Marco sind also, ganz im Stile von Shakespeare, ein verbotenes Bündnis eingegangen. Daraus entstand Hazel, das beflügelte und gehörnte kleine Mädchen, welches die beiden nun mit allen Kräften beschützen.

Schnell nehmen Kopfgeldjäger die Jagd auf, um das Kind zu töten. Der in diesem Universum bestehende Adel, verkörpert durch Menschen mit Röhrenfernseher als Kopf, nimmt ebenfalls eine Fährte auf und Jagd das Paar, um die Spuren dieser gesetzwidrigen Verbindung zu vernichten.

So fliehen Alana und Marco von Planet zu Planet, lernen die witzigsten, liebenswürdigsten und furchteinflößendsten Wesen des Universums kennen. Der Autor Vaughan nutzt alle möglichen Mittel, um Spannung zu kreieren, Humor an Stellen zu erschaffen, an denen man diesen nicht erwartet. Er lässt Figuren eine grandiose Entwicklung nehmen und man kann es, wie bei einer guten Soap, einfach nicht erwarten, dass es weiter geht.

Der Stil

Copyright: Cross-Cult

Die Zeichnerin Fiona Staples besticht mit ihrem rein digitalen Look. Die Linienführung ist immer klar und aufgeräumt, manchmal sogar fast zu aufgeräumt. Sie nutzt ein breites Farbspektrum, wobei sich je nach besuchter Welt natürlich unterschiedliche Zusammenstellungen ergeben. Action und Gewalt sind nicht selten und dann auch keines Wegs schonungslos. Es ist also keines Wegs nur ein buntes fröhliches Universum mit niedlichen Wesen. Das eine oder andere Mal rollen Köpfe, fallen Gliedmaßen und Wesen sterben auf grausamste Art und Weise. Dabei wird aber nie ein Splatter daraus gemacht, also die Darstellung der Gewalt allein der Darstellung wegen.

Es ist ein extrem vielfältiges Universum mit Wesen und Planeten, wo eins abgefahrener als das andere ist. Die Gestiken und Mimiken der Protagonistinnen sind dann auf der anderen Seite so schön und mitnehmend, dass es einem das eine oder andere Mal selber fast die Tränen in die Augen treibt.

Die ganzen Raumschiffe, Objekte und Tiere sind auf ihre eigene Weise originell. Es ist schwer zu sagen, ob es einem wie eine exzellent gemachte Referenz auf eine andere Geschichte einfach untergeschoben wird, ohne dass man davon etwas merkt. Jedenfalls macht diese ganze Welt von vorne bis hinten den Eindruck ein echtes eigenständiges Universum zu erleben.

Viele der Figuren eigenen sich auf Grund ihres großen Wiedererkennungswerts als Figuren für den Sammlerschrank oder Motive für T-Shirts oder ähnlichem. Staples hat wirklich grandiose Arbeit geleistet beim Entwurf dieser ganzen Welt.

Fazit

Nicht ohne Grund hat diese Reihe einen großen Haufen Preise gewonnen und gilt unter Kennern, als eine definitive Empfehlung für Einsteiger oder Comic-Kenner. Die Zusammenarbeit des Autoren und der Zeichnerin ist so harmonisch und auf den Punkt unterhaltsam, aufwühlend und anregend, dass man sich dem Charme einfach nicht entziehen kann. Die darin aufgebaute Logik des Universums birgt außerdem ein großes Gleichnis zu aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen, was diesen Comic nur besser macht.

Eine absolute und dringliche Empfehlung für jeden der mal Comics lesen möchte. Fängt man damit an, kann der Rest leider häufig nicht mithalten. Es ist wohl tatsächlich eine der besten Reihen der letzten Jahre.

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