
Skate Story hat mich schon 2020 erwischt – damals lief der Trailer auf dem Summer Game Fest, und ich habe nur gedacht: Okay, das sieht komplett anders aus als alles, was wir bisher an Skate-Titeln hatten. Dieses kaputte, gläserne Wesen, das durch eine neonpulsierende Welt fährt… irgendwo zwischen Traum, Dystopie und Digital Art Gallery. Sam Eng aus New York hat einfach sein eigenes Ding durchgezogen, und das merkt man dem Spiel von der ersten Sekunde an.
Atmosphäre zum Reinfallen – Gameplay zum Verzweifeln
Fangen wir mit den guten Dingen an: Skate Story sieht unfassbar gut aus. Dieser Mix aus SUPERHOT-Ästhetik und einer Art glitchigem Indie-Skate-Märchen ist ein Erlebnis für sich. Alles wirkt wie eine Installation, die zufällig spielbar ist. Licht, Reflexionen, Farben – das sitzt einfach. Dazu der Soundtrack von Blood Cultures, der perfekt reinpasst. Den höre ich inzwischen sogar beim Arbeiten nebenbei.

Aber jetzt der Punkt, der für mich alles ein bisschen runtergezogen hat: Das Gameplay ist wirklich, wirklich clunky. Ich liebe Skate-Spiele – egal ob Skate 3, OlliOlli oder Session – aber Skate Story macht es einem schwerer als nötig. Die Steuerung wirkt eigenwillig, teils sogar sperrig. Es fühlt sich weniger wie Skateboarding an und mehr wie ein Balanceakt auf einer Glasscherbe, die ständig droht zu zerspringen.
Es hat seinen Stil und seinen Anspruch, keine Frage, aber man merkt auch schnell: Das richtet sich nicht an Hardcore-Skate-Fans, die flüssige Lines, präzise Tricks oder Flow erwarten. Das hier ist ein Kunstprojekt mit Skateboard, nicht andersrum.
Ein Solo-Projekt mit Mut – aber nicht für alle
Ich glaube wirklich, dass Sam Eng bei diesem Projekt eine Menge gelernt hat – und gleichzeitig völlig bewusst nicht auf den breiten Markt gezielt hat. Skate Story ist ein Spiel, das eher gefühlt als gespielt wird. Es wirkt roh, visuell stark, emotional, etwas verloren und gleichzeitig unglaublich konsequent.
Wer sich auf diesen Mix einlassen kann, bekommt ein ungewöhnliches, manchmal sogar poetisches Erlebnis. Wer auf gutes, direktes Skate-Gameplay aus ist, wird dagegen schnell frustriert sein.




