
Getestet via GeForce Now auf dem Steam Deck
Es gibt Spiele, die kommen mit einem Versprechen: atmosphärisch, anders, mutig. South of Midnight von Compulsion Games ist genau so ein Titel. Ein Mix aus Südstaaten-Folkore, düsterem Fantasy-Charme und eigenwilliger Präsentation. Und genau deshalb habe ich mir das Spiel auf dem Steam Deck via GeForce Now angeschaut – also remote gestreamt, weil naja ich immer nur unterwegs bin.
Compulsion Games: Von Kontrast und Kunst
Das Studio Compulsion Games kennen viele vor allem durch We Happy Few, ein dystopisches Abenteuer mit kräftiger Handschrift. Schon dort fiel auf: Compulsion liebt das Ungewöhnliche, das Verspielte, das Unbequeme. Mit South of Midnight bleibt sich das Studio treu – zumindest was den künstlerischen Anspruch betrifft. Das Setting? Der amerikanische Süden, aber nicht im historischen Sinne, sondern mit mythisch überzogener Bayou-Mystik. Eine mutige, frische Wahl im Spielekosmos voller Sci-Fi und Fantasy-Klischees.

Zwischen Poesie und Performance

Die Geschichte rund um die junge Hazel, die sich nach einem Sturm auf die Suche nach ihrer Mutter macht, beginnt vielversprechend. Schnell trifft sie auf gestrandete Seelen, singende Monster und ein Netz aus Geschichten, das sich wie Moos um ihre Reise legt. Doch während das Narrative punktuell berührt, verliert das Spiel im Detail an Kraft.
Der Stop-Motion-Stil, der stilistisch an alte Puppentrickfilme erinnert, wirkt in Bewegung oft ruckelig – und gerade beim Streamen über GeForce Now auf dem Steam Deck fällt das negativ auf. Was wahrscheinlich kunstvoll wirken soll, erinnert leider zu oft an technische Probleme oder fehlende Frames.
Kämpfe zum Überspringen – ein Segen

Ein klarer Pluspunkt für mich als Familienvater mit begrenzter Spielzeit: South of Midnight erlaubt es, Kämpfe zu überspringen. Das ist keine Selbstverständlichkeit und macht es möglich, sich auf Erkundung und Story zu konzentrieren – wenn man denn möchte.
Musik, die nicht zündet
Viel wurde im Vorfeld über den Soundtrack gesagt: Songs, die die Handlung kommentieren und bereichern sollen. Leider hat das bei mir nicht gezündet. Die Musik bleibt zwar atmosphärisch, aber die Songtexte und deren Verbindung zur Geschichte haben mich nicht erreicht. Vielleicht war das eine Frage der Stimmung – vielleicht aber auch ein Fall von überambitionierter Idee, die am Spieler vorbeirauscht.
Ein Ende ohne Nachhall
Ohne zu spoilern: Das Ende wirkt… flach. Nach all den Begegnungen und mythisch aufgeladenen Momenten hätte ich mir einen stärkeren Schluss gewünscht. Etwas, das hängen bleibt. Stattdessen verlässt man das Spiel mit einem Schulterzucken.




