Steam Machine - DIY-Eigenbau

Lasst mich noch kurz alles zur eigenen Steam Machine zusammenfassen. Wir hatten AMD als Hardware-Kern für CPU und GPU festgelegt sowie alle weiteren Teile recherchiert. Danach alles zusammengebaut und das Bazzite OS als Image heruntergeladen. Doch warum eigentlich Bazzite?
Bazzite OS ist ein modernes Gaming-Linux auf Fedora-Basis, das eine möglichst unkomplizierte „out-of-the-box“-Erfahrung bieten soll. Es richtet sich an Spielerinnen und Spieler, die ein SteamOS-ähnliches System mit guter Hardware-Unterstützung, vorinstallierten Gaming-Tools und hoher Stabilität suchen. Auf Github findet man einen detaillierten Funktionsumfang und kriegt auch einen Einblick in die aktive Entwicklung.
Zurück zum Mainboard
Bevor das OS vom USB-Stick installiert werden kann, müssen noch ein paar Einstellungen am Mainboard überprüft werden. Datum und Boot-Reihenfolge zurechtgerückt und in meinem Fall hatte ich das OnBoard-WiFi sowie Bluetooth deaktiviert. Ersteres, da ich eine Ethernet-Verbindung bevorzuge und zweiteres, weil ich auf einen USB-Bluetooth-Adapter von TP-Link setze, die im vollen Umfang von Linux unterstützt wird.

Nun kann Rufus die geladene Image-Datei auf einen USB-Stick kopieren und diesen bootfähig machen. Das nimmt auch bei einem USB 3 Stick seine Zeit in Anspruch. Mit über 9 Gigabyte Speichergröße hat das Image viele Programme und Funktionen bereits an Bord. Genau das merkt man dann nach der erfolgreichen Installation – es ist alles bereit und man hat quasi ein Plug-and-play System vorliegen.

Jetzt wird man nach erfolgreichen Boot von Bazzite OS erst mit dem Live-System gegrüßt. Und dort kann man erst den vollständigen Installprozess starten. Maus und Tastatur werden hier schon benötigt! Für das OS wird natürlich auch ein User und ein Passwort benötigt. Das kann auch simpel gehalten werden da diese Logins, nur bei größeren Eingriffen im System benötigt werden – meist auch nur sobald man Befehle im Terminal ausführt.

Die Installation ist auch auf einer Unterpartition möglich und bietet demnach eine Dual-Bootmöglichkeit. Ich persönlich hatte noch nie den Bedarf eine Hardware mit einem Dual-Boot OS auszustatten versteh aber die flexible Gestaltungsmöglichkeit.

Nun dauert dieser Prozess wirklich sehr lange. Sollten noch die Verpackungsmaterialien vom Aufbau überall verstreut herumliegen, ist jetzt der perfekte Augenblick um mit dem Aufräumarbeiten anzufangen. Wichtig ist jetzt bei dem ersten Reboot den MOK auf der Bootpartition hinzuzufügen.

Indessen wird nach der erfolgreichen Installation das System neu gestartet und dort muss „Enroll MOK“ ausgewählt werden und die Eingabe mit dem Passwort universalblue bestätigen. Ein weiterer Neustart später und die Meldung wird nie wieder angezeigt werden. Sollte in den BIOS Settings die „Secure Boot“ deaktivieren taucht die Meldung allerdings wieder auf.

Jetzt wird sich der Steam Client ein größeres Update besorgen. Der gesamte Installationsprozess, gezählt aber dem Moment des USB-Sticks booten, nimmt gut eine Stunde in Beschlag. Danach folgt der QR-Code von Steam, um sich mittels der Mobilen Steam einzuloggen. Ein Feature welches ich sehr oft zu schätzen weiß.

Doch noch einmal 1 x Schritt zurück. Das Bazzite OS, ein Fedora-Linux System startet bei Systemstart den Steam Client und öffnet den Big Picture-Mode. Was wir nun noch erledigen können, ist einen Controller per Bluetooth zu koppeln. Meine Empfehlung liegt beim Hersteller 8bitdo. Am Computer und die Tatsache das ältere Spiele mit einem Xbox-Controller Layout programmiert worden sind, macht ein AXYB-Layout mehr Sinn.

Doch muss ich noch von meinen ersten Problemen berichten. Das Bluetooth vom Mainboard hatte keine stabile mit meinem Ultimate 2 Controller einrichten können. Auch gab es bei meinem Bluetooth-Headset viel zu starke Aussetzer im Sound, sodass ich mir einen TP-Link Adapter besorgt habe. Weitere Empfehlungen für Bluetooth Adapter, die sich für Linux Systeme eignen, gibt diese Github-Liste.

Und nun der erste Benchmark Test mit dem kostenlosen Black Myth: Wukong Tool. Ein wirklich schöner Benchmark und genau das Resultat, das im ersten Beitrag von mir erwähnt und erhofft wurde. Ein 1080p System mit sicheren 60 FPS auf durchweg maximalen Grafiksettings. Zuletzt ging es mit der eigenen Steam Machine mit maximalen Settings durch das ganz aktuelle Pragmata. Natürlich in 1080p und dort hatte ich eine 4K-Auflösung probiert und mit qualitativ besten Einstellungen ging es natürlich auf unter 30 FPS.

Das Steam Machine Projekt ist somit beendet und erfolgreich im Einsatz. Die Entwicklung von Bazzite und neue Updates verfolge ich per RSS-Feed über das Bazzite Forum. Sobald das SteamOS aus der Beta heraus ist, werde ich ein Update liefern und meine DIY-Steam Machine damit testen und mit Bazzite vergleichen.




