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Suikoden II (1998) durchgespielt

Auf meinem GPi-Case startete der Versuch Suikoden II durchzuspielen und endete dann ganz woanders. In meiner Notiz App habe ich eine Liste mit den Spielen die ich irgendwo aufgeschnappt habe oder von jemandem empfohlen bekam. Nicht visuell aber gedanklich habe ich sie noch unterteilt in Kategorien wie: Mal reinschauen, Must-Play oder unbedingt nachholen.

Suikoden II gehörte zu letzteren Kategorie und lag dementsprechend schon seit einiger Zeit dort in der selben Spalte. Erst durch das Video von Gregor, welches schon wieder fast drei Jahre alt ist, kann mir die Suikoden-Reihe wieder auf den Schirm, die immer noch zu den besten RPGs unserer Zeit gehören. Nach seinem durchweg positiven Fazit direkt die Kleinanzeigen App geöffnet und fassungslos Preise von über 200€ für eine originale Playstation 1 Version gefunden. Also doch über eine Emulation spielen. Doch welche Version EU oder NA? Damals lagen zwischen dem Release in Europa und North America fast Jahre dazwischen. Oft wurden Gameplay-Mechaniken angepasst oder bedingt durch das PAL-System verschlimmbessert. Bei Suikoden II gibt es natürlich noch eine japanische Version und die ist mit am fehlerfreisten.

Aber Hardcore Fans die der Programmierung von alten PS 1 Games sind, haben auf Github ein Paket geschnürrt, in dem viele Bugs, unter anderem auch Game Breaker, behoben worden sind. Es gibt sogar schon fertig gepatchte ISO Dateien von Suikoden II aber das kann jeder selbst im Internet suchen.

PSX-ReARMed, ePSXe, Beetle PSX HW

Emulation von 20 Jahre alten Spielen ist kein unkompliziertes Vorhaben. Man muss es wollen den man wird sehr früh auf Probleme stoßen. Erst wollte ich Suikoden II auf dem GPi-Case, der mit einem Raspberry Pi Zero W ausgerüstet ist, durchspielen. Bespielt ist dieser mit RetroPie und für Playstation Systeme mit dem PSX-ReARMed Core. Doch nach zwei Stunden Spielzeit und dem Verlust der Retroachievments Funktion – ja es gibt sogar eine Community die in ältere Spiele freischaltbare Erfolge implementiert – zickte die Emulation gewaltig rum. Am nächsten Tag wechselte ich zum Windows PC und nahm mir RetroArch in Verbindung mit dem selben Emulations-Core. Nach weiteren Spielstunden (das alte Savegame konnte Problemlos mitgenommen werden) wieder Probleme und sogar Abstürze.

Ich wechselte auf den Beetle PSX HW Core, der aktuellste und beste. Augestattet mit der Vulkan Engine ließ sich sowohl die Retroachievments triggern sowie das Spiel mit der internen Speicherfunktion sichern. Endlich konnte es losgehen!

In Suikoden II starten wir mit unserem Helden – dieser hat ganz untypisch keinen vorgegebenen Namen – und Jowy. Beide sind Teil der Highland Army und werden eines Nachts von einer, wie sie dachten, befreundeten Army überfallen. Die zwei Teenager flüchten und überleben. Nach einer halben Stunde beginnt ein Intro, bei dem man durch die Vergangenheit und die enge Freundschaft der beiden Protagonisten geleitet wird. Sehr moderne Erzählstruktur für ein Spiel von 1998.

Der emotionale Soundtrack von Miki Higashino, Keiko Fukami und Atsushi Sato war für mich unbekannt aber hatte heute noch Kraft und begleitet einen über die über 40 Stunden der Spielzeit. Wobei ich da mehrere Sünden zugeben muss. Ich habe es in 12 Stunden Spielzeit geschafft und das nur durch Cheats. Hey! Nicht sofort meckern. Ich habe jede Sekunden von Suikoden II sehr genossen, nur habe ich es wie ein Buch gelesen und mich mit dem deaktiveren der 90-Jahre typischen Zufallskämpfe auf die Geschichte konzentriert.

Luca Blight ein verrückt gewordener Prinz überfällt jedes Dorf und jedes Land. Tötet alles. Die zwie unschuldigen Helden schließen sich einer Wiederstandsbewegung an und versuchen mit kleinen Botengängen zu helfen. Außerdem muss das Lager gesäubert werden und die Waffenkammer aufgeräumt werden. Der erste Teil ist vom zweiten komplett abgelöst und jeder funktioniert für sich selbst, spielen aber im selben Universum, dass nur mal nebenbei. Suikoden II nimmt mit seiner Story sehr schnell Geschwindigkeit auf. Obwohl die Welt sehr klein ist, also auch der Bereich, durch den man über die Karte spaziert, bietet das Spiel einige einzigartige Orte durch die der Spieler hindurch reißt. Vorlage ist übrigens ein chinesisches Volksbuch namens Die Räuber vom Liang-Schan-Moor, eine Erzählung aus dem 14. Jahrhundert, die man mit Robin Hood vergleichen könnte.

Größtes Manko: Man kehrt sehr oft über selbe Wege an alte Orte zurück und man verbringt sehr viel Zeit damit, sich auf dem eigenen Bett zu quälen.

Fast jedes Gespräch wird mit dem Hinweis beendet sich doch ausruhen und schlafen zu gehen. Jeder Ort neue bietet ein Gästehaus bei dem unsere Truppe als erstes aufschlägt um ein Nickerchen zu machen. Ist die Truppe ausgeruht, warten die sogenannten Major Battles. Kleine Events die einem runden basierten Strategiespiel gleichen. Bereitete mir keinen Spaß, waren aber zum Glück gut in die Story implementiert.

108 Charaktere kann man in Suikoden II rekrutieren. Drei verschiedene Enden hat das Spiel und 40 spielbare Charaktere können mit unserem Helden in die RPG typischen Kämpfe ziehen. Die Maße der Inhalte ist etwas überwältigend. Viele Spieler haben vieles nie gesehen, da man, gleich einem Speedrun, Charaktere und ganze Events wie die dazugehörigen Dialoge verpassen kann, wenn man nicht zur richtigen Zeit an Ort und Stelle ist.

Suikoden II, und meinetwegen auch der erste Teil, brauchen unbedingt ein kleines Remaster. Gerne auch mit heutigen Quaility-of-Life Verbesserungen. Ein schöne Umschreibung für Cheats. Die Geschichte ist heute noch packend und bietet einige spannende Twists. Wenig übernatürlicher Hokuspokus der für westliche Spieler abschreckend wirken könnte und ein 16-Bit Grafikstil aus dem alles herausgeholt wurde. Nächstes Retro Spiel auf der Liste: Xenogears.

Nils Hünerfürst

Männlich - 30 Jahre alt - Mediengestalter für Bild und Ton - und Hünerfürst ist mein Nachname

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