Tee des Monats – China Anji Bai

31. Januar 2026
2 Minuten Lesezeit

Dieser Tee des Monats aus China heißt Anji Bai und ist wohl eine meiner liebsten Tees der letzten Monate. Diese Art des Tees bewegt sich irgendwo zwischen Grün und Weißem Tee, wobei auch die Farbe der Blätter auf einen gelben Tee schließen lassen könnten. Man merkt schon, dass es nicht immer ganz leicht ist die Klassifikation „richtig“ einzuhalten. Der Name jedenfalls sagt „Bai“, was „weiß“ oder „hell“ heißen kann. Somit ordne ich diesen Tee für mich, auch seines delikaten Geschmacks wegen in die Klasse der Weißen Tees ein. Gekauft habe ich diesen Tee beim Teeladen Bohea in Berlin-Friedrichshain

Herkunft und Wissenswertes

Im Namen steckt die Herkunft bereits drin. Dieser Tee kommt aus der Region Anji in der Provinz Zhejiang im Osten Chinas unweit von Taiwan entfernt. Die Region liegt noch im Yangtze Delta, einem der dicht besiedeltsten Regionen Chinas, die zugleich sehr fruchtbar ist. Der Landkreis Anji ist allerdings sehr dicht bewachsen und bietet Lebensraum für viele verschiedene Lebewesen, wie auch diesen Tee des Monats.

Interessant an diesem Tee sind zweierlei Fakten. Zum einen galt dieses spezielle Kultivar der Camilla Sinensis lange als eine Art Legende, bis diese erst 1982 in vor Ort „entdeckt“ wurde. Seit jeher gilt dieser Tee also als eine legendärer Tee und wird dank seiner hochwertigen Produktion wohl auch lange auf diesem Niveau der Wertschätzung bleiben. Er gilt zu einem der hochwertigsten und meistgeschätzten Sorten dieser Region. Es geht sogar soweit, dass die Region und im Besonderen dieser Tee auf der Weltausstellung in China als Vertreter des Landes fungierte.

Die Ernte und Produktion vollzieht sich im Frühjahr, wobei nur die Spitzentriebe für diesen Tee Verwendung finden. Wie andere weiße Tees bearbeitet man die Blätter kaum. Man trocknet die Blätter, röstet sie um weitere Oxidation zu unterbinden und rollt sie in die all so beliebte Nadelform. Diese Nadeln öffnen sich dann mit jedem weiteren Aufguss ein kleines Stück mehr. Es ist fast eine Anzeige dafür, wie häufig man diesen Tee noch aufgießen kann.

Woher kommt der Tee?

Wie Tee zubereiten?

Es gilt wie immer weiches Wasser zu verwenden, um den maximalen Geschmacksgenuss zu erleben. Die bevorzugte Temperatur sollte irgendwo zwischen 70 und 80 Grad Celsius liegen, damit die feine Blätter nicht verbrühen oder zu wenig ihres Geschmacks ins Wasser abgeben. Die Brühzeit, wenn man die in China übliche Gong-Fu Methode wählt, ist anfänglich kurz (ca. 30 Sekunden), wird dann noch ein wenig kürzer und fortan immer ein bisschen länger, um alles an Geschmack zu extrahieren. Sollte man diese Methode nicht wählen, so verzeiht dieser Tee des Monats einiges, da sich kaum Bitterstoffe in den Blättern befinden, kann man also auch wenig ruinieren. Mehrfaches Aufgießen ist dringend erforderlich, um die Nuancen dieses exzellenten Tees zu erleben.

Einmal aufgegossen strömt ein Wolke fruchtiger Exzellenz durch den Raum. Es ist ein vollmundiges, rundes, süßlich weiches Erlebnis, das einem Aromen von Banane, Melone, schwarzer Johannisbeere aber auch eine nussige Nuance mit sich bringt. Die extrem dezente Würze lässt sich am ehesten mit Lakritz vergleichen, ist aber in keinem Fall eine Dominante Geschmacksnote. Es hat eher etwas von cremigem Honig mit viel Frucht, als irgendeine bitter-würzig dominiertes Geschmacksprofil.

Dieser Tee ist einfach umwerfend gut und jeder, der Vorurteile gegenüber Grüntee oder weißem Tee hat, kann mit dieser Sorte nur überzeugt werden.

Wohl bekomm’s

Lars Hünerfürst

Lars Hünerfürst

Minimalistisch und musikalischer Comic Enthusiast - lief zu Fuß von Berlin nach Paris.

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