
Dieser Tee des Monats aus China ist ein grüner Tee der lieblichen Art. Als First Flush, also die Erträge der ersten Ernte, verarbeitet ist dieser Tee aus der Nähe der Stadt Enshi in der Provinz Hubei eine wirkliche Wonne. Lange vor mir hergeschoben, im Regal missachtet, habe ich sofort mit der ersten Tasse realisiert, dass ich mir etwas entgehen ließ. Es ist ein Tee, der Vorfreude macht auf den Frühling. Gefunden und gekauft beim Teekontor Kiel.
Die Region
Die in Zentralchina gelegene Provinz, aus der dieser Tee des Monats stammt, ist bekannt und beliebt für seine geographischen Besonderheiten. Dort liegen nicht nur der Enshi Grand Canyon, der mit seinen knapp 3,6 Kilometern Länge nur einen Bruchteil des Namensvetters in den USA bieten kann, sondern auch die verlängerte Yunnan-Guizhou Ebene. Die Region einrahmend, befinden sich einge der Gebirgsketten wie Wushan oder Wuling, die in anderen hier besprochenen Tees bereits Nennung fanden.

Nebst dieser Sehenswürdigkeiten und einigen kleinen, malerischen Städtchen und Dörfern zeichnet sich die Region vor allem durch ihre geringe Bevölkerungsdichte aus. Die daraus resultierend, klare Luft, sowie die leichten Gebirge bieten ideale Gegebenheiten für einen solchen zarten und harmonisch weichen Tee.
Schon die frühere chinesische Kaiser schätzten diese Region wegen ihrer hochwertigen und lieblich leichten Grüntees. So steht dieser Tee des Monats bereits allein seines Ursprungs wegen unter einem guten klaren Sternenhimmel.
Woher kommt der Tee?
Wie den Tee zubereiten?
Den Empfehlungen der Verpackung zu Folge sollte man diesen Tee in einem Gaiwan oder stilecht in einer Yixing-Kanne aufbrühen. Dafür empfiehlt sich selbstredend, weiches (gefiltertes) Wasser mit einer Temperatur von ungefähr 80° Celsius. Meine Aufgüsse waren zumeist etwas geringer temperiert, was dazu führt, dass ein wenig mildere Aromen und noch weniger bittere Noten präsent sind. Doch ist dieser Tee des Monats keiner, bei dem man sich sorgen müsste vor einem trockenen Mund oder Bitterkeit. Nach der Gong-Fu Methode kann man den Tee 4-7 Mal aufgießen und hat darüber hinaus auch noch eine dezente aromatische Tasse.
Persönlich mag ich den Tee etwas stärker in der Dosierung, weswegen ich meist ungefähr ein Drittel mehr Tee in den Gaiwan gebe. So erhält man ein gleichwertiges Aroma, das etwas vollmundiger, sogesehen intensiver, dennoch nicht strenger ist.

Geschmacksprofil
Der Enshi Hubei Cü Lu first flush deutet, wie bereits in der Einleitung hingewiesen auf den Herkunftsort hin und die Pflückzeit. Außerdem steht das „Cü Lu“ für die treffendste Beschreibung, die einem in den Kopf kommen könnte: grüne Jade. Denn so ziemlich genau das bietet einem dieser Tee. Ein überzeugendes grün-gelb in der Tasse, eine milde, sanfte Süße, vollmundig, weiche Cremigkeit, die komplementiert wird von einer blumig, fruchtigen Noten, die an Pfirsisch und Honigmelone erinnert. Beim Ausgießen verbreitet sich ein angenehm lieblicher Duft von Toffee, der schnell von der geschmacklich dominierenden Frische und Blumigkeit überspielt wird.
Sollte man diesen Tee, es soll ja vorkommen, einmal zu lang im Gaiwan ziehen lassen, dann mehrt sich eine leichte Adstringenz, die die Zunge stumpf lassen wird und dezent bitter wird. Nichts davon ist überwältigend stark, nur anzumerken. Es ist wirklich der perfekte Tee für die Vorfreude auf den kommenden Frühling.
Wohl bekomm’s




