
Dieser Tee des Monats aus China mit dem Namen „Huo Shan Huang Ya“, was übersetzt Gelbe Sprosse aus Huang Ya bedeutet, harmonisiert mit dieser Jahreszeit des Übergangs. Als ein Tee, der sich perfekt in diese Jahreszeit der Veränderungen einfügt, ist dieser seltene und hochwertige gelbe/grüne Tee fast eine Metapher auf eben diese Jahreszeit. Es ist ein hochpreisiger Tee, der mit seinen sommerlichen und lebendigen Aromen überzeugt, aber wie auch der Sommer meist sehr kurzlebig ist. Gefunden und gekauft habe ich diesen Tee beim unregelmäßigen Besuch im Berliner Teesalon in Charlottenburg.
Die Region
Dieser Tee des Monats stammt aus der Region Anhui. Sie ist bekannt für einige große Tees, darunter beispielsweise der sehr beliebte Schwarztee Keemun. Die gelben Bergen des Huangshan Mittelgebirges sind reich an fruchtbarem Boden. Außerdem sind diese knapp 200 Tage im Jahr in Nebel gehüllt, was zu weniger direkter Sonneneinwirkung und weicheren Aromen führt. Viele der Teegärten dort sind Traditionsbetriebe und schon viele Jahrzehnte bis Jahrhunderte vor Ort tätig. Die beliebtesten Ernten werden, wie bei den meisten Teesorten, im Frühling gemacht. Somit ergibt sich ein zarterer, weicherer und lieblicher Geschmack und reichhaltige Inhaltsstoffe im Tee dank der neuen und frischen Triebe.
Die Tees aus der Anhui Region haben nicht nur in ihrem Geschmacksprofil eine Gemeinsamkeit, sie sind auch äußerlich sehr schnell zu identifizieren. Die Tees aus der Region werden fast immer als ganzes Blatt der Länge nach gerollt. So ergeben sich feine hohle Nadeln, die mit jedem weiteren Aufguss mehr und mehr der Kanne einnehmen und sich komplett entfalten.
Woher kommt der Tee?
Wie zubereiten?

Die feinen Nadeln versprühen bereits einen interessanten und sehr neugierig machenden Duft, während man diese in die Teekanne der Wahl gibt. Am ehesten lassen sich die Aromen mit einer lieblichen Süße, einer Spur von Malve und dem Duft in der Luft verflüchtigender Zitrus vergleichen. Das weiche sich im Mund verbreitende Gefühl beim Trinken rundet das Gesamtbild ab und lässt diesen Tee zu einer wahren Freude werden.
Da dieser Tee sehr fein ist, empfehlen sich weiches ungefähr 75-80° Celsius warmes Wasser und kurze Ziehzeiten, wie man sie mit der Gong-Fu Methode verbindet. So ergeben sich dann 3-4 sehr geschmackvolle Aufgüsse. Darin liegt die Tragik dieses Tees, die Zahl der Aufgüsse. Es ist eben so flüchtig wie der Sommer, kurzlebig, intensiv, weich, leicht und doch sehr angenehm und schön auf seine Weise.
Wohl bekomm’s



