
Der Tee des Monats ist ein biologisch angebauert Shincha aus Japan. Der Kadota Aracha Shincha aus dem letzten Frühling stammt aus der Herrstellung der Familie Kadota in der Region Miyazaki. Es ist eine Sencha der ersten Pflückung und das „Aracha“ weist daraufhin, dass dieser Tee unbehandelt ist. Eine große Menge Besonderheiten dieses Tees warten also auf einen. Gekauft und entdeckt hab ich diesen Tee in einem Probierpaket des Tee-Kontor Kiels.
Die Region und Familienbetrieb

Die Region Miyazaki liegt an der Ostküste der südlich gelegenen Insel Kyushu. Mit einer Fläche von nur ein paar Tausend Quadratkilometern weniger als Zypern oder knapp halb so groß wie Schleswig-Holstein und knapp einer Million Einwohnern ist diese Region bei weitem keine dicht besiedelte. Viel eher ist es eine Region der Bergdörfer, Kleinstädte und Teebauern.
Von dort kommen einige namhafte und wichtige Grüntees Japans. Auch die Familie Kadota begann dort vor rund 70 Jahren ihren Teeanbau mit ein paar gepflanzten Teesamen des Urgroßvaters, dessen Nachfahren heute dieselben Pflanzen pflegen, ernten und weiterhin kultivieren. Die Produktion findet noch immer in den gleichen alten Maschinen statt, weswegen sich wohl auch ein Besuch auf der Farm unbedingt lohnen muss.
Woher kommt der Tee?
Wie Tee zubereiten?
Die japanischen Grüntees sind fast immer mit 60-75° Grad Celsius warmem Wasser aufzugießen, da sie häufig sehr fein geschnitten sind. Dieser nicht gedämpfte Grüntee, der außerdem noch grob gerollt daher kommt und nicht in feine Nadeln geschnitten ist, kann tatsächlich mit 65 bis 75 Grad aufgegossen werden. Was jedoch bleibt, ist die Kurzlebigkeit der japanischen Grüntees. Mit maximal drei, vielleicht vier, Aufgüssen ist dieser Tee ebenso nur eine Freude des Moments, etwas, das gerade wegen der kurzen Weile umso mehr Wert erhält.
Die Ziehzeiten sind unterschiedlich. Der erste Aufguss, der die Blätter aufwärmen und erweichen muss, kann höchsten 60 Sekunden dauern. Die folgenden zwei oder drei Aufgüsse sollten dann eine Ziehzeit von 20 Sekunden nicht überschreiten, da sie dann tendenziell zu stark schmecken und die insgesamte Anzahl der Aufgüsse verringert.
Der Geschmack
Das Ergebnis hingegen ist alle Mühe wert. Es ist ein ganz klarer Tee des Monats, der im Geruch mit Umami einlädt getrunken zu werden. Allerdings kommt der starke und vollmundige Geruch nicht gänzlich im Geschmack durch, was eine exzellente Kombination darstellt. Denn darüber hinaus ist der Kadota Aracha Shincha ja eine Frühlingsernte also insgesamt sehr floral und frisch, was sich in der Brillianz des Aromas niederschlägt. Es ist lieblich, vollmundig, klar, blumig und nur ganz wenig des sonst so typsischen Heu- oder Grasaromas der japanischen Grüntees zu schmecken.

Diese runde und sehr bekömmlich, leichte Verknüpfung eines vollmundigen Aromas und eines frühlingshaft, klaren Geschmacks macht diesen Tee zu einem perfekten Helfer eines Starts in den Tag, Nachmittag oder Abend.
Wohl bekomm’s




