
Dieser Tee des Monats aus Japan mit dem eigensinnig klingenden Namen Fukamushi ist zu einem meiner Lieblingstees geworden. Der aus Japan stammende grüne Tee bietet alle Vorzüge der japanischen Kunst intensive Aromen hervor zu kitzeln. Es ist ein Fukamushi Cha, was so viel bedeutet wie „tief gedämpft“. Was das am Geschmack, der Farbe und der Komposition des Tee ändert, klärt sich im Folgenden. Gefunden und gekauft habe ich diesen Tee beim Berliner Teegeschäft Bohea, das schon allein wegen der Fülle an Teekannen und Keramiken einen Besuch wert ist.
Was ist Fukamushi?
Der Tee des Monats Fukamushi aus Japan ist eine Unterart des japanischen Senchas. Es ist also ein grüner Tee, vorzüglich im späten Frühling geerntet, wenn die ersten Triebe noch frisch sind. Wie auch bei anderen hochwertigen Teesorten nutzt man nur die äußeren und jungen Triebe. Diese frische Ernte wird dann je nach erstrebter Sorte unterschiedlich lang über kochendem Wasser gedämpft. Der Fukamushicha gehört zu den am längsten gedämpften japanischen Tees, also bis zu 2 Minuten. Dies führt dazu, dass die Zellstruktur der Teeblätter aufbricht und der Tee seine extrem kräftige und tief grüne Farbe erhält. Außerdem werden so die bitteren Noten reduziert. Denn diese Art Tee zu behandeln, entwickelte sich aus der Notwendigkeit Tee von eher niedriger Qualität genießbarer zu machen.
Man unterteilt heute drei Arten von Sencha, den lang gedämpften Fukamushi, den ungefähr eine Minute gedämpften Chumushi und den am kürzesten gedämpften Asamushi. In gleicher Reihenfolge nimmt der Anteil an tief grüner Farbe ab, dafür bleibt eine gelbere Tönung des Tees in der Tasse.
In jedem Fall ist der Fukamushi ganz besonders fein in seiner Blattstruktur. Die millimeterdünnen Nadeln haben schon vor dem Aufguss einen intensiven Geruch und eine extrem kräftige dunkelgrüne Farbe. Es lässt sich bereits antizipieren, welche Intensität von diesem Tee ausgehen kann.
Woher kommt der Tee?
Wie soll man den Tee zubereiten?
Für diesen Tee des Monats sollte man zwingend gefiltertes Wasser verwenden. Andernfalls verschwinden die feinen Noten gänzlich. Um die Gesamtheit des Geschmacks zu entfalten, braucht es zudem noch eine Wassertemperatur von 60-70° Celsius. Dies kann man durch Abkühlen des Wassers erreichen oder mit einem Wasserkocher mit Temperatureinstellung gezielt aufkochen. Jede Person, die regelmäßig verschiedene Teesorten trinkt, ist sicherlich schon im Besitz eines solchen Kochers, denn es erspart viel Warten und mit dem Thermometer messen.

Der Fukamushi kann auf Grund seiner feinen Blattstruktur nur drei, allerhöchstens vier, Aufgüsse bieten. Danach ist es nur ein lebloses, gefärbtes Wasser, das vielleicht noch an grünen Tee erinnert. Daher ist bereits der erste Aufguss, der ungefähr 40-60 Sekunden ziehen kann, eine zu beachtende Phase dieses Tees. Die Intensität und Farbe ist noch nicht so tief wie sie der zweite und dritte Aufguss bieten können. Dennoch verströmt bereits die erste Schale einen kräftigen, vollmundigen, lieblich süßen und leicht grasigen Duft. Die leichte frische auf der Zunge, eine minimale Säure und die mundfüllende Umami-Note machen diesen Tee zu einer Wonne an einem späten Sommertag.
Die kommenden Aufgüsse müssen sehr viel kürzer sein, da die Blätter bereits mit Wasser vollgesogen sind und ihren Geschmack schneller abgeben. Man kann den zweiten Aufguss also schon nach 15-20 Sekunden ausgießen. Mit dem zweiten Aufguss verströmt der Tee dann noch mehr der süßlich-blumigen Nuancen. Es bleibt zudem ein Nachgeschmack der grasigen Frische, die man von Senchas kennt. Einfach fantastisch und immer wieder ein Hochgenuss, wenn auch sehr vergänglich und kurzlebig, aber eben deswegen einladend sich dem Tee mit ganzer Aufmerksamkeit für den Moment in seiner Gänze zu widmen.
Wohl bekomm‘s



