Teen Titans – Beast Boy liebt Raven

11. März 2022
2 Minuten gelesen

Die Unschuld der Jugend ist etwas Beflügelndes. Selbst als erwachsener Mensch kann man solch eine Coming of Age-Story wie in „Teen Titans – Beast Boy liebt Raven“ etwas Herzliches abgewinnen.

Das Künstlerduo – bestehend aus Kami Garcia, die mit einigen ihrer Werke auf der NY-Times Bestsellerliste zu finden war, und dem Zeichner Gabriel Picolo – hat bereits die vorangegangenen Episoden der nun zusammengeführten Figuren erarbeitet.

Dieses kleinformatige Paperback ist dem Label Panini Ink zugehörig und richtet sich daher vornehmlich an ein jüngeres Publikum.

Unverhofft kommt oft

In den vorigen Paperbacks der einzelnen Figuren Beast Boy alias Garfield Logan und Raven alias Rachel Roth erfährt man die Origin-Story der Kräfte und Charaktere. Zum Ende ihres Auftaktes wurden sie von einem ominösen Slade kontaktiert, der ihnen helfen will, die neuen Kräfte zu kontrollieren. Dafür begeben sich beide unabhängig voneinander nach Tennessee. Wie der Zufall es so will, treffen sich die zwei Teenager in der Stadt der Countrymusic. Sofort finden sie sich sympathisch und es entsteht eine flirtige, wenn auch distanzierte Atmosphäre, die viel Spaß beim Lesen macht. Ihre erlangten Fähigkeiten wollen sie mit allen Mitteln voreinander geheim halten. Da sie beide dieselbe Person treffen, dieser aber noch etwas länger beschäftigt ist, unternehmen die Teenager etwas miteinander und freunden sich an.

In einigen Situationen wird es scheinbar brenzlig. Gars animalische Kräfte drohen aus ihm herauszubrechen und Raven wird zusehends empfindlicher, was den Kontakt zu ihrem Vater, dem Dämon in ihr, angeht. Aus der Not heraus kümmern sie sich umeinander und es entwickelt sich eine besondere Zuneigung. Der Tag des Treffens ist angelangt und es läuft alles anders als gedacht. Sie beide werden von maskierten Schergen entführt, die sie in eine geheime Station bringen. Zum Glück ist die Ziehschwester Ravens ihr die ganze Zeit auf den Fersen. Max ist selber eine begabte Person, denn sie kann mit Geistern kommunizieren. Hinzukommt, dass ein junger Akrobat, technisch gut ausgestattet, ebenfalls von Slade eingeladen wurde und nun mit Max die Verfolgung aufnimmt. Dieser junge Mann ist niemand Geringeres als Damian Wayne. Mit der Hilfe des Affens Kong, der in Gars Rucksack wohnt, finden sie die Forschungsstation, in der sich Gar und Raven unfreiwilligen Experimenten unterziehen müssen. Slade kooperiert mit der Leiterin der Forschungsstation, ist jedoch nicht anwesend und es scheint noch einiges mehr im Unklaren zu sein.

Die Geschichte mündet in angedeuteten geheimen Machenschaften und Plänen des Slade und einer für Coming of Age klischeehaften Klimax eines Teenagerflirts.

Jung und dynamisch

Der Zeichenstil ist, wie bereits in „Beast Boy“ besprochen, sehr frisch und jung. Kräftige Outline, klare Formen und liebevoll gezeichnete Gesichtsausdrücke beleben diese Geschichte. Wie bereits auf dem Cover zu erkennen ist, werden nun die Farbschemata der beiden Figuren vermischt. Gars Farbcode im gesamten Comic war ja zumeist grün – in vielen Abstufungen. In Ravens Comic wurden hauptsächlich violette und schwarze Farben zur Kolorierung verwendet. Die Mischung dieser zwei Farben gelingt sehr gut, da sie auch immer noch in Pastelltönen aufeinandertreffen. Die gesamte farbliche Tonalität ist sehr mild und nicht quietschig bunt. Jedoch muss man sagen, dass die Designs von Gar und Damian, würde man das Outfit außer Acht lassen, schon ziemlich ähnlich ist; auf den ersten Seiten von Damians Auftritt sogar zum Verwechseln ähnlich und kurz verwirrend.

Etwas, das dieser Comic sehr gut macht, ist das Lenken der Aufmerksamkeit. Dies wird zum einen durch die minimalistische und zumeist eintönig grün-graue Kolorierung der umherlaufenden Passanten umgesetzt. Zum anderen nutzt Picolo die Panelaufteilung der jeweiligen Szene angepasst und die Stimmung unterstützend. Die Panelaufteilung und Sprechblasenverteilung sind vielseitig. Von konventionellen Rasteraufteilungen, während sie ein Museum besuchen, bis zu überlappenden und auf einer Doppelseite aufgelegten Panels findet sich alles in dieser Ausgabe. Einige gut gewählte Szenen sind außerdem mit dem immer beliebter werdenden „De Luca Effekt“ illustriert. Das ist die mehrfache Darstellung einer Figur auf einer Seite, sodass sich fast eine flüssige Bewegung ergibt. Wunderbar anzusehen in den aktuellen Serien „Nightwing“ und „Black Widow“.

Fazit
„Beast Boy liebt Raven“ ist eine sehr unterhaltsame und leichte Teenagerdramedy. Die leichte Stimmung, der angenehme Teenager-Komödien-Humor und die frischen Bilder machen diese Ausgabe zu einer sehr netten Lektüre. Diese Ausgabe baut etwas auf, das sich in viele Richtungen bewegen könnte. Die Figuren ergeben außerdem eine spannende Zusammensetzung von Fähigkeiten und bieten somit einiges an Potenzial. Ein Lesetipp für Teenager und im Herzen junggebliebene Menschen, die sich an einer seichten Coming of Age-Story erfreuen können.
Pro
Unterhaltsame Teenager-Dramedy mit frischem und jugendlichem Kunststil, lebendigen Farben und fesselnder Charakterdynamik. Die Geschichte verbindet Coming-of-Age-Elemente mit Humor und die Panel-Layouts lenken effektiv die Aufmerksamkeit des Lesers.
Kontra
Ähnlichkeiten in den Charakterdesigns zwischen Gar und Damian können zu anfänglicher Verwirrung führen. Der Höhepunkt der Handlung beruht auf einigen Klischees, die mit Teenagerromanzen und Coming-of-Age-Erzählungen in Verbindung gebracht werden.
9.4

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Über den Autor

Lars Hünerfürst

Minimalistisch und musikalischer Comic Enthusiast - lief zu Fuß von Berlin nach Paris.

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