
The Drifter ist ein Adventure, das keine Zeit verliert. Kaum klickt man sich in die ersten Szenen, wird man in einen düsteren Strudel aus Verfolgung, Identitätskrise und übernatürlichen Momenten gezogen. Die Geschichte hält sich nicht mit Umwegen auf und trifft einen direkt mit ihrem harten, dreckigen Stil. Genau das macht den Reiz aus und gleichzeitig ist es der Punkt, an dem das Spiel sich bewusst gegen die Gemütlichkeit vieler klassischer Point-and-Clicks stellt.

Ich selbst habe mir das Spiel auf meine Steam Whishlist gepackt, weil ich es in einem Nebensatz bei einer Podcast-Unterhaltung mitbekommen habe. Die Präsentation ist wunderbar rau: körnige Pixelgrafik, eine fast schon unangenehme Soundkulisse und ein ständiges Gefühl, dass hinter der nächsten Ecke etwas schiefgehen wird. Die Story trägt das locker, denn sie bleibt gespannt, enggeführt und unerwartet kompromisslos.

Auf dem Steam Deck funktioniert The Drifter grundsätzlich sehr gut – kurze Session-Tauglichkeit, fixe Steuerung, keine Performance-Hänger. Was allerdings nervt: Die Icons und Interaktionspunkte gehen auf dem kleinen Display gerne mal unter. Das monotone, bewusst reduzierte Design mag atmosphärisch passen, hilft aber nicht beim präzisen Anklicken. Man erwischt gern den falschen Hotspot oder sucht unnötig lange nach dem richtigen Objekt. Auch weil Eingaben auf einem Drehkreuz per Analog-Stick gestaltet sind verpasst man mal die richtige Richtung.

Trotzdem: Wer düstere Thriller mag und ein Adventure sucht, das seine Energie nicht aus Puzzle-Komplexität, sondern aus Tempo und Spannung zieht, bekommt hier ein kurzes, knackiges Erlebnis, das atmosphärisch stark abliefert. Nicht perfekt – aber ein ungewöhnlich intensiver Vertreter seines Genres.






