The Drifter – Ein Noir-Trip voller Tempo und rauer Kanten

8. Dezember 2025
1 Minute Lesezeit

The Drifter ist ein Adventure, das keine Zeit verliert. Kaum klickt man sich in die ersten Szenen, wird man in einen düsteren Strudel aus Verfolgung, Identitätskrise und übernatürlichen Momenten gezogen. Die Geschichte hält sich nicht mit Umwegen auf und trifft einen direkt mit ihrem harten, dreckigen Stil. Genau das macht den Reiz aus und gleichzeitig ist es der Punkt, an dem das Spiel sich bewusst gegen die Gemütlichkeit vieler klassischer Point-and-Clicks stellt.

Ich selbst habe mir das Spiel auf meine Steam Whishlist gepackt, weil ich es in einem Nebensatz bei einer Podcast-Unterhaltung mitbekommen habe. Die Präsentation ist wunderbar rau: körnige Pixelgrafik, eine fast schon unangenehme Soundkulisse und ein ständiges Gefühl, dass hinter der nächsten Ecke etwas schiefgehen wird. Die Story trägt das locker, denn sie bleibt gespannt, enggeführt und unerwartet kompromisslos.

Auf dem Steam Deck funktioniert The Drifter grundsätzlich sehr gut – kurze Session-Tauglichkeit, fixe Steuerung, keine Performance-Hänger. Was allerdings nervt: Die Icons und Interaktionspunkte gehen auf dem kleinen Display gerne mal unter. Das monotone, bewusst reduzierte Design mag atmosphärisch passen, hilft aber nicht beim präzisen Anklicken. Man erwischt gern den falschen Hotspot oder sucht unnötig lange nach dem richtigen Objekt. Auch weil Eingaben auf einem Drehkreuz per Analog-Stick gestaltet sind verpasst man mal die richtige Richtung.

Trotzdem: Wer düstere Thriller mag und ein Adventure sucht, das seine Energie nicht aus Puzzle-Komplexität, sondern aus Tempo und Spannung zieht, bekommt hier ein kurzes, knackiges Erlebnis, das atmosphärisch stark abliefert. Nicht perfekt – aber ein ungewöhnlich intensiver Vertreter seines Genres.

The Drifter – Ein Noir-Trip voller Tempo und rauer Kanten
Must-Play-Alarm!
Für mich ist The Drifter eine echte Bereicherung im klassischen Adventure-Genre. Es kombiniert nostalgische Pixeloptik mit einem temporeichen Thriller, der eine dichte, verstörende Story erzählt. Auf dem Steam Deck fühlt sich das Ganze besonders wohl auch wenn die Icon-Erkennung manchmal nervt. Wer Lust auf ein Adventure hat, das nicht nur rumrätselt, sondern auch eine fiese, packende Story erzählt, der sollte hier unbedingt zugreifen.
Pro
Starkes Erzähltempo ohne Leerlauf
Dreckige, atmosphärische Präsentation
Packende Thriller-Story
Sehr gut spielbar auf dem Steam Deck
Kontra
Interaktions-Icons auf dem Steam Deck schwer erkennbar
Kürzer als erwartet
Wenig klassische Puzzle-Tiefe
10
Nils Hünerfürst

Nils Hünerfürst

Nils Hünerfürst (geb. 1991) ist Mediengestalter für Bild und Ton und schreibt seit Jahren über Technik, Kultur und Videogames. Zwischen Kamera, Blog und dem Elternalltag verbindet er Beruf und Leidenschaft auf seine ganz eigene Art.

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Hünerfürst.de gehört seit 2009 zu den prägenden deutschsprachigen Blogs rund um digitale Netzkultur. Gemeinsam mit seiner Familie berichtet der Mediengestalter und Autor Nils Hünerfürst dort über Technik, Alltagskultur, gutes Essen und natürlich jede Menge Videospiele.

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Nils Hünerfürst (geb. 1991) ist Mediengestalter für Bild und Ton und schreibt seit Jahren über Technik, Kultur und Videogames. Zwischen Kamera, Blog und dem Elternalltag verbindet er Beruf und Leidenschaft auf seine ganz eigene Art.