The Search for life in the Universe – Ein Abend mit Neil deGrasse Tyson

13. Juni 2024
2 Minuten gelesen

Alles fing an meinem 33. Geburtstag mit einer Schnitzeljagd an. Nils hat sich unheimlich viel Mühe gegeben und auf unserer üblichen Hunderunde Hinweise versteckt, die schließlich zu meinem eigentlichen Geschenk führten, ein Ticket für eine Show von Neil deGrasse Tyson in Detroit im kommenden Mai. Seit dem hat mich ein Bild von ihm in unserem Wohnzimmer täglich daran erinnert und Freunde und Bekannte von uns stutzen lassen, warum wir ein Bild von einem älteren schwarzen Herren eingerahmt haben. Scheinbar ist er doch nicht ganz so bekannt wie Taylor Swift oder Harry Styles. Für mich aber ein ebenso großer Superstar, darum hab ich mich umso mehr über dieses Geschenk gefreut. Und auch der überraschende Effekt war groß, denn ich wusste nicht, dass er auf Tour ist bzw. zumindest nicht in unserer Nähe. Daher auch das Ticket in Detroit, Michigan. Ein kleiner Trip war also auch inkludiert. Aber wovon redet ein Astrophysiker denn über zwei Stunden lang?

Auf nach Detroit

Am 8. Mai ging es dann in der früh für mich zum Flughafen. Von D.C. sind es nur etwas über eine Stunde bis zur Hauptstadt von Michigan. Da ich schon sehr früh dort war und mein Hotelzimmer erst ab 4pm beziehen konnte, hatte ich ein paar Stunden Zeit, mir die Gegend anzugucken. Sowohl Hotel als auch Theater waren Downtown, wo sich eben Firmen und Büros befinden, hier in den Staaten also auch immer die großen, pompösen Hochhäuser und repräsentativen, verglasten Bankgebäude. Also ging es erstmal in ein Lokal, wo ich zwischen Businessleuten schön gefrühstückt habe. Anschließend habe ich die nähere Umgebung fußläufig erkundet. Ich habe mir Greektown angeschaut, was für mich als Europäer der noch nie in Griechenland war sehr amerikanisiert wirkte, ich habe mir das Stadion der Detroit Lions angeschaut und bin zur kanadischen Grenze gelaufen, die nur einen Steinwurf entfernt ist. Detroit ist eigentlich als Autostadt bekannt, da ich aber kein Autofan bin, hatte ich nicht das interesse mir das Motor Cities oder Ford Museum anzuschauen. Also blieb es bei einer Tour zu Fuß und ein bisschen abhängen im Park mit einem Kaffee bis ich schließlich mein Zimmer vom Hotel aufsuchen konnte. Da es sich um ein sehr modernes Hotel mit Tür-Codes handelt, war es mir nicht möglich, eher einzuchecke. Etwas ausgeruht und erfrischt ging es dann zum Abend richtung Filmore Theatre.

Life in the Universe

Die Show nennt sich A search for Life in the Universe, was sich erstmal nach Verschwörungstheorie anhören mag. Wer aber Neil deGrasse Tyson kennt oder Unser Kosmos gesehen hat, weiß, dass es sich um reine wissenschaftliche Fakten handelt. Neil deGrasse Tyson ist einer der berühmtesten Astrophysiker der Welt und zum Beispiel mit verantwortlich für die Degradierung von Pluto zum Zwergplaneten. Mit einer charmanten und verständlichen Art bringt er den Leuten viel Wissen über das Universum nahe. So auch in dieser Show, die eher an eine extrem spannende Vorlesung an der Uni erinnert, in der er von möglichem Leben in Form von Bakteiren und Wasser auf Planeten und deren Monden erzählt. Dabei kommen viele Anekdoten vor, lustige Begegnungen mit berühmten Leuten, Reaktionen auf Tweets uvm. Auch technische Errungenschaften, von denen man nie gehört hat, werden erzählt. So zum Beispiel auch, dass eine Raumsonde auf einem von Saturns Monden gelandet ist. Die am weitesten entferne Mission ever!

Der ganze Abend ging über zwei Stunden und obwohl ich unheimlich müde vom ganzen Tag war, haben mich seine Erzählungen bis zum Ende hin gefesselt.

Dieser Ausflug ist für mich wieder eine dieser Realisationen, wie anders das Leben in den Staaten doch ist. Langsam komme ich zwar an den Punkt, wo ich nur noch schwer das hiesige Leben mit dem damaligen in Berlin vergleichen kann, da die Kids deutlich älter sind und man immer mehr an Flexibilität gewinnt, aber einen Auftritt von einem Astrophysiker würde man in Europa eben nicht finden. Und ob ich innerhalb Europa mal eben für einen Tag in eine andere größere Stadt geflogen wäre? Eher nicht.

Über Hünerfürst.de

Einer der bekanntesten deutschen Netzkultur Blogs seit 2009. Nils Hünerfürst und seine Familie schreiben hier auf Hünerfürst.de über Technik, Kultur, Essen und Videospiele.

Über den Autor

Annegret Hünerfürst

Geboren in der selben Woche, in der die erste Website online kam - gelernte Diätassistentin und Mutter von zwei Kindern

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