Urlaub in der Karibik – Flüge, Unterkunft und Aktivitäten für Baby, Kinder und Eltern

29. Juni 2026
8 Minuten Lesezeit

Der Winter war lang und kalt, hier in D.C. gab es das „Icemare„, es war kein Schnee sondern Eis, die Temperaturen wollten einfach noch nicht steigen. Also haben wir die Winterferien genutzt und sind ins Warme geflogen. Nach Puerto Rico um genau zu sein. Dass wir im November erst unser drittes Kind bekommen haben, hat uns nicht davon abgehalten. Wie wir das alles bewerkstelligt haben, möchte ich gerne hier berichten. Wo haben wir geschlafen? Wie läuft das mit dem Fliegen und Baby? Was haben wir gemacht, was für ein 6 jähriges und ein 8 jähriges Kind spannend ist und zugleich mit einem drei Monate alten Baby geht? Würden wir es wieder machen?

Puerto Rico

Die Insel Puerto Rico liegt in der Karibik. Sie gehört zu den vereinigten Staaten von Amerika, was für uns ausschlaggebend war, da wir somit weder ausreisen noch einreisen mussten. Zu dem Territorium gehört neben der großen Insel noch weitere kleine Inseln, das ganze Gebiet ist ungefähr 2,5 mal so groß wie Mallorca. Die Insel liegt westlich von der dominikanischen Republik und ist die kleinste der vier Inseln der großen Antillen. Das Wetter ist zu jederzeit schön warm und tropisch, der Norden ist anfälliger für Regen und die Insel ist regelmäßig betroffen von Hurricanes.

Kürzlich lag Puerto Rico wegen des Superbowl – Auftritts von Bad Bunny in aller Munde, zumindest war das hier in den Staaten so. Aufmerksamkeit hat vor allem auch die schwache Infrastruktur bekommen und der regelmäßige Stromausfall. Nichtsdestotrotz war die Insel für uns der richtige Ort um der Kälte im Norden zu entkommen. Strände, Regenwald, historische Stadt, all das sprach dafür, ein erfolgreicher Urlaub zu werden.

Logistik

Wir sind mit der Airline Jetblue direkt von D.C. nach San Juan geflogen. Die Airline ist noch privat und daher sauber und nicht so kommerziell wie die meisten Airlines. Der Flug ging recht früh, das frühe Aufstehen war zwar stressig aber dafür waren die Straßen leer und das Baby müde genug um den gesamten Flug durchzuschlafen. Die Flugdauer ist bei knapp unter vier Stunden dank Entertainment an Board für dir beiden großen Kinder easy zu machen. Für das Baby haben wir natürlich eine Autoschale dabei gehabt, die wir umsonst als Gepäck aufgegeben haben und den Kinderwagen, den wir am Gate eingecheckt haben. Das heißt, bis an das Flugzeug ran konnten wir den Kinderwagen noch nutzen, was ich gerne für Dinge wie Windeln wechseln mache, da ich die Wickelplätze in öffentlichen Toiletten nicht mag. Außerdem konnten wir das Baby darin natürlich durch den Flughafen, den Security Check und so weiter transportieren. Da wir für ein drei Monate altes Baby keinen Sitz gebucht haben war der Flug für sie auch umsonst. Bei den meisten Airlines ist das bis zum zweiten Lebensjahr erlaubt. Wie schon erwähnt hat das Baby fast den gesamten Flug durch geschlafen. Das laute Rauschen und leichte Gewackel haben sie seelig in meinen Armen schlummern lassen. Die Kids haben während dessen das Boardentertainment genutzt. Dafür hat jedes der Kinder ein paar Kopfhörer und Bluetooth Transponder. Somit können sie ihre eigenen Kopfhörer nutzen, was in Flugzeugen ja sonst nicht möglich ist. Bis auf meine müden Arme nach den knapp vier Stunden lief alles also bestens.

In San Juan angekommen haben wir uns schon im Voraus einen Mietwagen gebucht. Nils hat den Vorgang schon mal gestartet, während ich mit den Kindern auf den einen Koffer und die Autoschale gewartet haben. Mit dem Auto ging es dann erst zum Supermarkt und dann ins AirBnB. Unser AirBnB war im Norden San Juans, genau zwischen dem Flughafen und der Altstadt. Wir hatten eine Wohnung mit drei Schlafzimmern und einem Pool auf dem Dach, der für alle 6 Wohnungen im Haus zugänglich war. Das war auch der erste Gang nachdem wir angekommen sind. über den gesamten Aufenthalt haben wir niemanden am Pool je angetroffen. Es war aber auch nicht Urlaubssaison.

Aktivitäten

Wir haben uns schon vor der Reise die Tage angeschaut und durchgeplant. Wichtig dabei war uns die Mittagshitze immer zu umgehen, sei es eine Aktivität finden die drinnen ist oder einfach das AirBnB zu nutzen. Da es Februar war, war die Hitze zum Glück nicht so intensiv und vor allem lange, es wurde ja um sechs dunkel. Der Ankunftstag bleib recht entspannt, immerhin sind wir alle früh aufgestanden, außer dem Einkauf und einer kurzen Autofahrt zu einem Restaurant am Abend sind wir gar nicht raus gegangen. Die Kinder haben den Pool genutzt, wir haben entspannt und die Koffer ausgepackt.

Der zweite Tag unseres Urlaubs war auch der 8. Geburtstag unserer Tochter, daher haben wir ihr mehr oder weniger das Programm überlassen. Zum Frühstück sind wir also in ein Cafe gefahren, was French Toast auf der Karte hat, danach ging es ein bisschen Bummeln, es gab für das Geburtstagskind einen neuen Badeanzug, anschließend wieder zürück ins AirBnB und gleich in den Pool. Unsere Kinder können Stunden im Pool verbringen, weshalb ein Pool essenziell ist wenn wir AirBnB’s aussuchen. Nachmittags gab es eine Geburtstagstorte und anschließend an den Strand. Ursprünglich war geplant außerhalb der Stadt einen Strand zu besuchen aber wir haben uns für eine kürzere Autofahrt und mehr Zeit am Starnd entschieden. Die Strände auf Puerto Rico sind meist von Palmen gesäumt weshalb man je nach Himmelsrichtung und Tageszeit Schatten hat. Wichtig ist zu beachten, dass die Palmen Kokosnüsse tragen, welche jederzeit runter fallen können, darum sollte man nicht direkt darunter sein Lager aufschlagen. Bis kurz nach Sonnenuntergang konnten die Kinder Baden, dann wurde es doch schnell recht kühl. Das Baby hatte ich dabei die gesamte Zeit in der Trage und bin am Starnd auf und ab gelaufen.

Am Nächsten Tag sind die Kinder mit Nils ins Kindermuseum gefahren. Dort konnten die Kinder Energie verbrennen und ich bin mit Baby im AirBnB gebleiebn. Am Nachmittag dann ging es in die Altstadt von San Juan. Das Baby wieder in der Trage haben wir uns die Altstadt gute zwei bis drei Stunden angeschaut. Old San Juan ist rund 500 Jahre alt und voll mit kolonialen, bunten, spanischen Gebäuden. Die berühmtesten Wahrzeichen sind Castillo San Felipe del Morro, San Cristobal und die älteste Kirche in den Amerikas, Minor Basilica of Saint John the Baptist and Parish of Our Lady of Remedies. Es gibt viele Souvenirshops und Eisdielen was unsere Kinder natürlich sehr erfreut hat. Je nach Jahreszeit und Tag ist die Stadt leer oder voll, da direkt an der Altstadt ein Kreuzfahrtschiffhafen liegt. An unserem auserwählten Tag lagen „nur“ zwei Schiffe an.

Eine unserer letzten großen Aktivitäten war der Regenwald El Yunque. Östlich der Stadt San Juan liegt der National Park, hier kann man umsonst parken, sich den Regenwald auf angelegten Wegen mit Infotafeln anschauen – wenn man Glück hat sieht man sogar die berühmten Macaw Papagaien – und sich im Infocenter eine Ausstellung anschauen, im Cafe etwas essen/trinken und natürlich im Giftshop einkaufen. Der Wald liegt etwas höher als die Küsten und von verschiedenen Orten im National Park hatte man eine wunderschöne Aussicht über Teile der Insel. Nach dem offiziellen Teil des Regenwalds sind wir ein Stück weiter mit dem Auto in den Regenwald rein gefahren und haben am Straßenrand geparkt, um dann nach einem Fußmarsch von rund 30 Minuten im türkisblauen Wasser eines Flussen tief im Wald zu baden. Der Vereda Angelito ist eine bekannte Sehenswürdigkeit, mit dem Baby wieder in der Trage auch sehr gut zugänglich. Es war zwar heiß und eine hohe Luftfeuchtigkeit aber dafür immer schattig. Die Kinder konnten im Fluss baden und auf den großen Steinen rumklettern, das Baby hat geschlafen und ich zugeschaut.

Der Abreisetag war logistisch der komplizierteste, da unser Flug erst am Abend ging, wir aber um 11 Uhr aus dem AirBnB raus sein mussten. Wir sind noch vor dem Frühstück in aller Früh zum Strand gefahren, um nochmal eine Stunde von der karibischen Schönheit zu genießen. Danach gab es ein Frühstück aus allen Resten und anschließen haben wir das Auto beladen, sind aus dem AirBnB ausgecheckt und sind zu der größten Shopping Mall ‚The Mall of San Juan‘ gefahren. Hier konnten wir im Parkhaus im Schatten parken, die wichtigsten Sachen haben wir natürlich mitgenommen. Dank Kinderwagen im Schlepptau mussten wir nicht allzu viel auf den Rücken tragen. In der Mall haben wir dann gute vier Stunden verbracht. In amerikanischen Malls gibt es immer einen Bereich für Kinder zum Speilen, gratis natürlich. Hier konnten die Kinder Energie verbrennen und ich in Ruhe das Baby stillen.

Am Nachmittag dann ging es zum Flughafen, den Kinderwagen konnten wir wieder bis zum Gate mitnehmen, das Baby hat auch hier wieder volle vier Stunden geschlafen. Unsere Ankunft in DC war zwar spät, dank des nahe gelegenen Ronald Regan Flughafens aber waren wir super schnell wieder zu Hause. Der Schnee bzw. das Eis ist in den fünf Tagen zum Glück auch erkennbar zurück gegangen und wir hatten den Winter somit fast hinter uns.

Baby’s essentials

Mit keinem unserer Kinder waren wir so früh schon auf Reisen. Erst recht nicht mit dem Flugzeug. Geplant war es damals zwar aber dann kam Covid und hat uns gute drei geplante Urlaube gestrichen. Umso schöner ist es jetzt mit zwei „großen“ Kindern und Baby zu fliegen. Dabei gab es für mich vor allem eine Lernkurve. Bei Baby Nummer eins hätte ich wahrscheinlich viel zu viel eingepackt, mittlerweile weiß ich, auch im Alltag, auf das meiste kann man gerne verzichten. So auch beim Packen. Für fünf Tage ohne Waschmaschine gab es eine handvoll kurzärmeliger Outfits (die ich zum Teil aber noch kaufen musste) und ein paar Windeln. Mineralische Sonnencreme habe ich mit Empfehlung der Kinderärztin gekauft und einen UV-Schirm gab es auch noch neu. Das waren auch schon die wichtigsten Dinge für den Trip. Da ich voll stille, musste ich mir zum Glück keine Gedanken über Pumpe oder Säuglingsnahrung machen. Auch nicht über das Kühlen der Milch. Der einzige Nachteil für mich war das Stillen wo und wann das Baby möchte. Ob im heißen Auto auf dem Parkplatz oder in einer sehr vollen Mall, was muss das muss. In Deutschland weniger problematisch als in den USA. Hier wird man doch hin und wieder schief angeguckt. Das mag aber auch daran liegen, dass Stillen bei weitem nicht so verbreitet ist (vor allem wegen der fehlenden Elternzeit, Mütter pumpen eher ab da sie früh wieder arbeiten gehen).

Das Wichtigste auf dem ganzen Trip war aber die Babytrage. Die Straßen und natürlich auch Strände und der Regenwald sind nicht für Kinderwagen geeignet. Die Trage war daher immer im Einsatz. Zwar haben das Baby und ich uns dauerhaft angeschwitzt, mit viel trinken und stillen ist das aber auch ungefährlich. Ich habe dafür meine im Jahr 2017 gekaufte Kokadi Tai Tai benutzt. Die kann ich easy kalt waschen und fand ich schon immer am bequemsten für die ganz kleinen Babys. Der Kinderwagen dagegen hat vor allem im AirBnB seine wichtigste Funktion gehabt. Das Baby konnte in der Babyschale super abgelegt werden. Sei es beim Abendessen oder wenn mal mal eben die Kinder eincremen muss, oder auch im Schatten am Pool.

Zum Glück sind alle essentiellen Dinge für Reisen mit Babys bei den Flugesellschaften umsonst. Der Kinderwagen, die Autoschale, eine extra Tasche fürs Baby und eben auch das Baby selbst. Somit haben wir einen riesen Batzen Geld sparen können.

Fazit

Mein persönliches Fazit ist auf jeden Fall: Es hat sich gelohnt! Unser Baby ist aber auch recht entspannt und schläft gerne, egal wo. Das Reisen mit einem Neugeborenen aber dürfte überwiegend deswegen meiner Meinung nach einfach sein. Man muss im Voraus wissen, dass man vor allem als Mama, Abstriche machen wird. Sei es nur am Strand zugucken oder eben nicht mit ins Kindermuseum fahren, darauf habe ich mich bewusst eingelassen und konnte es voll und ganz genießen. Und Puerto Rico ist eine wunderschöne Insel, die ich definfitiv nicht das letzte Mal besucht habe.

Annegret Hünerfürst

Annegret Hünerfürst

Geboren in der selben Woche, in der die erste Website online kam - gelernte Diätassistentin und Mutter von drei Kindern

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