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Xenoblade Chronicles: Definitive Edition – Einschläferndes JRPG

Und irgendwie hatte ich es gewusst. Zwar ist sich die Fachpresse einig. Xenoblade Chronicles die Definitive Edition für die Nintendo Switch ist ein gutes Spiel, aber auch ein klassisches JRPG. Das fängt schon bei der Idee an. Die gesamte Rasse Menschen lebt auf zwei riesigen Robotern. Beide von vor tausenden Jahren im Kampf versagt und nun versteinert und mit Flora und Fauna bewachsen.

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Simple ist die Prämisse und doch wird sie mit JRPG typischen Beziehungskomponenten und Hunderten Statuswerten zugeschüttet, dass die Sicht auf das Wesentliche versperrt wird. Nämlich die Geschichte.

Mit dem fulminanten Start beginnt das reine Singeplayer Spiel schön vertont und die englische Sprachausgabe ist wirklich gut und war damals im Jahr 2011 maßgeblich für den Erfolg im Westen eines der Hauptgründe. Kurze Zeit später beginnt der erste Kampf. Da wir uns im Jahr 2011 befinden, finden alle Kämpfe in der Oberwelt statt. Die Openworld ist Schauplatz und Kampffläche zugleich, auch wenn einige Bosskämpfe in einem begrenzten Bereich stattfinden.

Der Spieler entscheidet stets selbst ob er sich einer Gefahr mit wilden Flugtieren und Robotern aussetzt. Aber spätestens in den späteren Kapiteln der 18 Abschnitte muss trainiert werden. Die Schwierigkeitskurve steigt konstant und spätere Bosskämpfe müssen gemeistert werden statt nur gewonnen. Das Kampfsystem muss vom Spieler in Fleisch und Blut übergehen – und das selbst mit dem neuen Easy Mode der nun in der Definitive Edition ergänzt wurde.

Das Real-Time Action-Based Battle System befindet sich an Bord. Das heißt, der Kampf läuft dauerhaft durch. Ein simpler Angriff wird automatisch von unserem Helden Shulk ausgeführt. Spezielle Angriffe müssen Manuel ausgewählt werden. Und hier liegt eine recht interessante Komponente des Spiels. Einige Angriffe fordern eine bestimmt Position zum Gegner andere wiederum benötigen einen bestimmten Zustand, der nur durch ein anderes Mitglied aus der Gruppe ausgelöst werden kann.

Wir bewegen uns ständig um den Gegner, müssen ihn einkreisen und unsere Kettenreaktion auslösen sobald er im markierten Dreieck steht. Klingt etwas komisch macht aber eigentlich Spaß. Aber nicht wenn man tausende Kämpfe dieser Art machen muss!

Die Level Designer – später bekannt geworden durch Arbeiten an Breath of the Wild – haben eine teils sehr stimmige Welt erschaffen. Doch Charaktere verlieren durch die sich wiederholenden Kämpfe an Gewicht. Geschehnisse liegen einige Spielstunden in der Vergangenheit und schnell verliert man den Anschluss. Wem der japanischen Anime Humor nicht schmeckt wird auch dem letzten positiven Verkaufsargument nicht zustimmen können und sollte hiervon lieber die Finger lassen.

Xenoblade Chronicles: Definitive Edition
Ein erstklassiges JRPG das man sich im Zeitalter der Videotheken ohne schlechtem Gewissen hätte ausleihen können um es am nächsten Tag wiederzurückzubringen.
Pro
Stimmige Open-World
Erstklassige Lokalisation
Kämpfe unterhaltsam bis ..
Contra
... sie irgendwann richtig nerven.
Story wird unverdaulich
Im Handheld-Modus gleich Playstation One Qualität
4
Naja

Nur weil ein 10 Jahre altes Spiel eine Neuauflage in Form eines HD Remastered oder Definitive Edition bekommt, sagt es nicht wirklich das, dass Spiel damals ein überaus wertiges oder schlicht gesagt: ein gutes Spiel war.

Xenoblade Chronicles: Definitive Edition ist eine Investition in den Markt der kalkuliert wurde und nicht für Freunde des JRPG-Genres.

Nils Hünerfürst

Männlich - 30 Jahre alt - Mediengestalter für Bild und Ton - und Hünerfürst ist mein Nachname

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