
Der Zion National Park – ein Prestige-Park unter den Parks, ein Paradies für Hiker und Extremsportler. Ein Park mit einer Größe von 593 Quadratkilometern, das entspricht ungefähr der Stadt Hamburg. Weltweit bekannt ist der Angels Landing-Hike, der nur mit einem Permit begehbar ist. Der gesamte Park erstreckt sich von 1100 bis 2660 Höhenmetern, sodass man selbst bei warmen Temperaturen durch Schnee wandern kann. Mit über 5 Millionen Besuchern jährlich gehört er zu den meistbesuchten Parks in den USA. Allein die Vorbereitung ist aufwendig, und das Angebot so vielfältig, dass ich meine 2 Tage im Park gerne teilen möchte, damit es euch leichter fällt.
Anreise & Vorbereitung

Meine Reise zum Zion National Park begann mit der simplen Googlesuche Best Trails and Hikes USA. Es gibt kaum Listen, auf denen der Zion Park nicht auf #1 steht. Ohne Google Maps hätte ich den Park nicht auf Anhieb gefunden. Er liegt im Bundesstaat Utah. Der tiefe Canyon mit der typisch roten Sandsteinlandschaft hat eine relativ ungünstige Lage für Reisende. Im gesamten Beitrag gehe ich davon aus, dass wir nur für den Park reisen – solltet ihr ohnehin auf einem Roadtrip sein, könnt ihr direkt zum Tag 1 springen. Salt Lake City ist als Anreiseflughafen viel zu weit entfernt, daher wählte ich Las Vegas als Startpunkt. Zusätzlich bietet die Casino-Hauptstadt ein paar Vorteile: Die Hotels sind deutlich günstiger, und das Mietwagenangebot ist besser und preiswerter. Das Rental Car Center am Flughafen von Las Vegas ist ein riesiger Hub, und jeder Mietwagenanbieter ist sehr erfahren im Umgang mit internationalen Touristen. Einige Punkte sind dennoch bei der Mietwagenabholung zu beachten:
- Ein Toll Pass ist weder für Nevada noch für Utah nötig
- Vollkasko-Versicherung über ein deutsches Vergleichsportal ist ausreichend
- Die faire Tankregelung ist in Nevada günstiger
- Keine zusätzlichen Roadassistance-Versicherungen vom amerikanischen Mietwagenverleiher aufschwatzen lassen
- Internationaler Führerschein ist nicht notwendig


Von der Ostküste Amerikas nach Las Vegas zu fliegen, war ein Vorteil. Ich nahm den ersten Flug aus Baltimore und landete um 9 Uhr morgens in Vegas. Sobald der Mietwagen läuft und die Klimaanlage funktioniert, kann man die erste Fahrt an Las Vegas vorbei genießen. Etwas außerhalb der Stadt machte ich direkt bei einem Großmarkt wie Smith’s oder Albertsons Halt, um ein paar Gallonen Wasser zu besorgen. Ich deckte mich mit Snacks wie Nüssen und getrockneten Früchten ein, empfehle aber auch weitere Getränke mit Kohlensäure.



Tag 1: Erste Eindrücke & Highlights
Mein erster Tag war so geplant, dass ich die Anreise absolvierte, den Einkauf für den West Rim Trail erledigte, am Nachmittag im National Park ankam, den entspannten Watchman Trail beendete, das Visitor Center besuchte und zurück zum Hotel fuhr. Der Plan ließ keinen Spielraum für eventuelle Flugausfälle, doch alles funktionierte reibungslos.




Der Parkplatz am Zion Visitor Center ist kostenlos und funktioniert nach dem First-Come-Prinzip. Kommt man entweder vor Sonnenaufgang oder am Nachmittag, findet man mit hoher Wahrscheinlichkeit einen kostenlosen Parkplatz.
Für Wanderungen nutze ich bis heute Komoot. Ich suche die Gegend nach Routen ab und passe meine Wanderung daran an. Die Heatmaps von Strava helfen, beliebte Wege zu finden und zu überprüfen, ob Umleitungen existieren. Der Watchman Trail bot einen entspannten Anstieg mit sensationellem Ausblick auf den Park – quasi eine kleine Preview für den nächsten Tag. Mit knapp einer Stunde Wanderzeit ist er ein perfekter Start, um sich an das Klima anzupassen. Die große Frage: Wo übernachtet man? Ich würde niemandem empfehlen, in Springdale zu übernachten. Der Ort grenzt zwar direkt am Park, aber selbst das minderwertige Motel ist überteuert. Ich wählte La Verkin als Übernachtungsort. Das Holiday Inn von IHG wurde erst 2025 eröffnet. Das mexikanische Restaurant El Rancho versorgte mich gut, und am nächsten Morgen war ich um 6 Uhr der erste Kunde im River Rock Roasting Coffee Shop.




Tag 2: Der große West Rim Trail




Die Banane und der Apfel überlebten nicht lange. Der Kaffee war stark, und die Temperaturen in der Wüste von Utah frisch. In der Hochsaison wird der Park nur über einen Shuttle Service begehbar gemacht. Der erste Shuttle fährt um 7 Uhr morgens, und ich war um halb 7 am leeren Parkplatz. Mein Ziel war Shuttle Stop 6, primär für den Angels Landing Hike, aber auch für den geplanten West Rim Trail geeignet. Vorteil: öffentliche Toilette und Wasserstation.




Wichtig! Alle Abschnitte unterhalb der Bergspitzen sind ohne mobilen Empfang. Offlinekarten sind Pflicht, Offline-Content optional. Meine Apple Watch gestartet, ging es in sehr schneller Gehgeschwindigkeit los. Der Angels Landing Hike ist der beliebteste und gleichzeitig gefährlichste Hike – nur mit Permit und zusätzlicher Lotterie zugänglich. Alle Infos: Angels Landing Hiking Permits.




Wenige Höhenmeter und die ersten atemberaubenden Aussichten. Mich erinnerte die Aussicht an „Der König der Löwen“. Wenig später entlang einer Bergspalte: Absolute Stille, andere Temperaturen, die Walter’s Wiggles. Viele Höhenmeter und potenzielle Rutschstellen. Kurz darauf Scout Lookout.

Zwar ist der Scout Lookout nur etwa 1 Stunde vom Startpunkt entfernt, doch alles wird von der Aussicht überragt. Wer nach Angel’s Landing möchte, darf nur mit Permit weiter. Ich hatte keines, also machte ich mich auf den West Rim Trail. Der Trail ging über Fels, Sand und kleinere Canyons, teils sehr schmal, teils mit Metallgeländern gesichert. Insgesamt ist der Trail moderate bis schwer einzuordnen und dauert etwa 6-8 Stunden.



Mein Ziel ist der West Rim sprich am Rand des westlichen Abschnittes des Park entlang zu Wandern um vom höchsten Punkt des Parks herabzuschauen. Kaum Verkehr gab es auf dieser Strecke und schnell kam mir Schnee auf meiner Strecke entgegen. Mittlerweile hatte ich zwei Stunden auf der Uhr und ich nahm mir meine In-Ears zur Hand, schaltete sie auf den Transparent Modus um die Umgebungsgeräuschen noch aufzunehmen und lauschte zu ein paar entspannten Labers-Podcasts.




Auf knapp 2200 Höhenmetern darf die Sonnencreme nicht fehlen. Die Snacks und reichlich Wasser sowie Sportgetränke auch nicht. Ich muss zugeben das mich die Aussicht jede Sekunde mehr als nur beeindruckt hat ich aber dennoch ein wenig entlang des Rim’s gejoggt bin um die Wanderzeit etwas zu kürzen. Oben auf dem Plateu des Zion Parks gab es ein paar ausgeschilderte Campingplätze aber sonst war dort nicht viel zu entdecken und der Wanderweg hatte auch ein paar Etappen die nur auf allen Gliedmaßen zu bewältigen waren.




Nachdem ich den Loop auf dem West Rim wieder geschlossen hatte ging es den gleichen Weg wieder herunter. Weitaus mehr Verkehr gab es diesmal und erstaunlich viel Energie hatte ich noch übrig.
Auch war der Shuttle Bus Stop voll mit Leuten so musste ich gezwungener Maßen ein paar Busse abwarten um überhaupt in einen Einsteigen zu können. Zurück am Parkplatz nahm ich meinen Mietwagen zurück nach Las Vegas übernachte dort in einem Hotel am nördlichen Ende des Strips und musste am nächsten morgen um 4 Uhr morgens zurück zum Flughafen.
Fazit: Mein 2-Tages-Trip im Zion National Park
Die Schönheit des Zion National Parks ist unbeschreiblich. Zwei Tage sind knapp bemessen, um alles zu erleben, aber sie reichen aus, um die Highlights zu sehen und die Landschaft zu genießen. Vorbereitung, Shuttle-Planung und Permits sind essenziell. Die Eindrücke sind nachhaltig, und ich empfehle jedem Abenteuerlustigen: Plant mindestens 3-4 Tage, nehmt genügend Wasser mit und startet früh. Wer die Route Angels Landing mit Permit wandern möchte, sollte Monate im Voraus planen. Alles andere ist Flexibilität und Abenteuer pur.



