Die Sphere Experience in Las Vegas ausprobiert

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Es war wieder CES Zeit in Las Vegas. Und für mich mittlerweile das dritte Mal in Folge auf der größten Consumer-Electronic-Show. Neben den üblichen neuen Monitoren und Fernseher, die allesamt Micro-LED im Namen stehen hatten, war für mich persönlich die neue Sphere das Highlight. Letztes Jahr mit einem U2 Konzert eröffnet und mit vielen Smiley-Viral Videos bekannt worden, wollte ich mich auf mal in Sphere setzen.

Da ich tagsüber gearbeitet habe, musste ich mir eine Vorstellung um 19 Uhr anschauen. Doof, da gerade die Tickets zu später Zeit besonders teuer sind. 109 Dollar hatte mein Ticket gekostet und ich war nicht alleine. Die Sphere war rappel voll und ließ kaum Freiraum. Beim Kaufen des Tickets bezahlt man aber nicht nur den 55-minütigen langen Film, sondern auch diverse Kunst-Installationen davor.

Nach der Flughafen ähnlichen Sicherheitskontrolle und der Zwangs-Einlagerung meiner Kamera befindet man sich in einer riesigen Vorhalle. Rotierende Hologramme, Humanoide Roboter und Brainwave-Soundboxen sorgen für Unterhaltung. Man darf sich auch einfach auf seinen Platz setzen und die Stunde warten.

Auch wenn die USA nicht gerade Fußgänger freundlich ist, bietet Las Vegas genug Möglichkeiten für Fußgänger, sich fortzubewegen. Ich war nur eine halbe Stunde per Fußweg entfernt und konnte dann noch einmal um die Sphere herum laufen. Den aus den diversen Viral-Videos bekannten Smiley, der sich umschaut und misstrauisch irgendwo hinschaut, konnte ich in fast einer Woche in Las Vegas leider nie sehen. Zurück zum Abend selber: Die Türen zur Sphere werden stets eine Stunde vor Filmbeginn geöffnet. Und natürlich kann man was zu futtern oder zu trinken kaufen – alles ganz modern natürlich.

Das gesamte Vorgeplänkel hinter sich gelassen ging es nun endlich auf meinen Sitzplatz auf Level 4. Immer noch das günstigste Ticket und die Frage, ob sich ein Ticket weiter unten lohnen würde, hatte ich vorher ausgecheckt.Ich hatte mir vorher einen superanstrengenden Vlog von einem doch recht freundlichen YouTuber angeschaut. Ganz klar: Die Erfahrung ist wesentlich cooler, wenn man weiter unten sitzt, aber dafür noch mal extra 100 Dollar auf das Ticket? Das kann jeder selber entscheiden. Ich war dort etwas geizig und im Nachgang auch sehr froh. Der Film von Darren Aronofsky ist inhaltlich ziemlich kacke. Postcard from Earth bekam eine 3/10 von mir und klar der Effekt, das eine Giraffe von oben auf dich herab guckt, ist beim ersten Mal ziemlich cool, aber nutzt sich dann doch relativ schnell ab. Später kommen noch 4D-Effekte dazu, die ich nicht spoilern möchte. Unnützliches Wissen: Der Film ist angeblich 500 Terabytes groß und pro Sekunde laufen 32 Gigabyte durch die Leitung. Außerdem rollt der Abspann nicht, sondern erstreckt sich auf dem gesamten Screen.

Um langsam zum Fazit zu kommen. Ich kann die Sphere Experience jedem empfehlen. Das Ticket ist teuer, aber das lohnt sich, wenn man sich den kompletten Abend von Anfang bis Ende anschaut. Da die Investoren gerade nur negative Zahlen mit dem gesamten Bau machen und eigentlich weitere baugleiche Sphere’s überall auf der Welt gebaut werden soll, würde ich jedem empfehlen, die Kugel mal von innen zu sehen. Zum Schluss kann ich noch ein Interview mit Regisseur Daren Aronofsky empfehlen und einen sehr interessanten Bericht vom Wall Street Journal über die Technik dahinter.

Nils Hünerfürst

Männlich - 31 Jahre alt - Mediengestalter für Bild und Ton - und Hünerfürst ist mein Nachname.

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