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Umziehen mit Hund – Das muss noch gesagt werden

Der Flug von Deutschland in die USA liegt nun schon in der Vergangenheit. Die Sorgen, ob alle nötigen Unterlagen vorhanden sind, der Hund einreisen, darf, er den Flug gut übersteht und auch überlebt, sind vorbei. Das Wichtigste ist, dass der Hund gut angekommen ist. Der Flug war lang, die Zeit, die er insgesamt in der Box ausharren musste, war noch länger. Insgesamt waren es für Moro über 16 Stunden am Stück in der Hundebox. Unter welchen Umständen Hunde im Flugzeug mitreisen, finde ich jetzt im Nachhinein betrachtet, nicht tierfreundlich. Das Vorhaben ist je nach Airline unterschiedlich reguliert und ist aus jeder Sicht fast schon Tierquälerei. Aber dazu später mehr.

Die Vorbereitung

Eine der häufigsten Fragen in der Vorbereitungszeit war: Müsst ihr die Transportbox selber kaufen? Ja, wir müssen die Transportbox kaufen, bezahlen und am Ende auch behalten. Es macht definitiv Sinn, die Box schon mal zu Hause hin zu stellen, damit sich der Hund anfreunden kann und sich auch dran gewöhnt. Wir hatten bis dato nie eine Box zu Hause, es war nie nötig mit Moro, daher war es gut zu sehen, dass er sie auch nutzt. Unser erster Versuch, eine Box zu kaufen, war über amazon.de. Vorher natürlich recherchiert, welche Anforderungen erfüllt werden müssen, haben wir eine Box in Größe L bestellt, laut amazon.de passend für Labradore und Golden Retriever. Schnell haben wir feststellen müssen, dass sie doch zu klein ist. Bei dem nächsten Versuch haben wir einfach die größte Box in XXL bestellt. Angeblich für Bernersennenhunde und Bernhardiner. Hat dann auch sehr gut gepasst, das IATA (International Air Transport Association) Logo war auch vorhanden, wir fühlten uns gut vorbereitet.

Als es dann darum ging, ein Flugticket für den Hund zu bestellen, haben wir festgestellt, dass die Airlines selber das ganze Thema Hunde-Cargo abgegeben haben und dafür auf ein Partnernetzwerk namens IPATA (International Pet and Animal Transportation Association) verweisen. Diese helfen einem über die gesamte Zeit mit allen benötigten Voraussetzungen. Nach einer Anfrage von uns über ein Angebot haben wir uns für Gradlyn entschieden. Irgendein Dienstleister muss es dann ja sein und die Zeit wurde langsam knapp. Der erste Punkt, der geklärt werden sollte war natürlich die Transportbox. Laut Gradlyn war unsere XXL Box noch immer zu klein. Eine Größere bietet amazon aber gar nicht an. Wie gut, dass Gradlyn selber Transportboxen verkauft! Der Preis für die angeblich fehlenden 5cm war drei mal höher als die XXL Box von amazon. Über 400€ hat uns die Box gekostet, Spedition noch nicht inkludiert. Denn diese Box musste über eine Spedition geliefert werden.

Gradlyn ist zwar Hersteller der von der IPATA empfohlenen Hundetransportboxen, hat aber keinen eigenen Onlioneshop. Hier wurde uns dann der gappay-hundesport.com vorgesetzt.

Ein ganz persönliches Problem war der immense Zeitdruck, der in den letzten Wochen immer größer wurde. Mittlerweile war es die dritte Hundebox, der Flug sollte in vier Wochen schon stattfinden. Also den Preis bezahlt und die Hundebox bestellt. Kurze Zeit später kam ein Spediteur mit der neuen Hundebox und hat sie auf einer Palette, eingepackt in Folie vor die Tür gestellt.

PayPal-Konfliktlösungs-Ping Pong und Anwälte zur Hilfe

Die Box habe ich schnell ausgepackt und in die Wohnung gebracht. Wie eine Box aufgebaut wird habe ich ja schon üben können, ist auch eigentlich nicht sehr schwer. Dise Box jedoch, hat sich schnell erwiesen, war abgenutzt, dreckig und definitiv nicht neu. Es waren dreckige Pfotenspuren und fremde Hundehaare an der Box, die Plastikösen waren zum Teil abgebrochen. Die Box ging leider nicht zusammen zu bauen. Der größte Beweis für das Alter der Box aber waren die Schrauben, mit denen die zwei Teile der Box verschraubt werden. Diese waren nämlich schon stark verrostet.

Unser Dilemma wollte Gappay mit einem Set Ersatzschrauben lösen, dass aber ein Preis für ein Produkt bezahlt wurde, was wir leider nicht bekommen haben war nicht wichtig. Der Vorschlag die Box per Spedition zurück zu schicken und nach Überprüfung eine neue zu schicken war zeitlich nicht mehr machbar. Uns einen Preisnachlass zu geben war nicht drin. Das nächste Gesuch nach Gerechtigkeit haben wir bei PayPal gestartet. Mit Hilfe der Konfliktlösung wird dem Anbieter ein Vorschlag unterbreitet, zur Konfliktlösung natürlich. Lehnt der Anbieter den Vorschlag ab, schaltet sich PayPal ein. Da das Angebot im Raum stand, wir könnten die Box immer noch zurück schicken, konnte PayPal nicht weiter helfen. Dass der Flug nun schon in zwei Wochen gebucht war und durch Weihnachten einige Feiertage vor uns lagen, war weiterhin nicht von Belang. Zudem stellte sich heraus, dass Gappay uns bei PayPal als Verursacher der Beschädigungen beschuldigte.

Mit unseren Fotos ging es dann erstmal zum Anwalt.

Der Flug

Der Hund gilt als Sondercargo. Ich dachte immer, dass man den Hund ähnlich wie das Gepäck irgendwo am Flughafen abgibt. Dass das Ticket vorher gebucht werden muss ist selbstredend. Das aber überhaupt einen Platz im Frachtraum zu bekommen schon eine große Hürde darstellt, hätte ich nicht gedacht. KLM nimmt Hunde nur drei Mal die Woche mit. Unser Zeitfenster war knapp, der erste Arbeitstag in Washington stand schon fest, durch Weihnachten fiel uns schon eine Möglichkeit weg. Ein anderer Tag war von KLM für Obst und Gemüse blockiert, zu kalt für Hunde. Also haben wir den einzigen noch übrigen Tag im Jahr 2021 genommen und das Ticket für den Hund gebucht. Von Amsterdam nach Virginia, USA. Direktflüge von Berlin gibt es leider nicht und Umsteigen ist auch nicht möglich, da der Hund nicht einfach umgepackt werden kann wie ein Koffer. Unser Moro wurde schon sehr früh von ZooLogistics B.V. aus den Niederlanden abgeholt. Es war 7:30 Uhr morgens, der Flug ging aber erst um 13:00 Uhr. Schon mal gute 5 Stunden in der Box. Was in den 5 Stunden passiert, keine Ahnung! Besonders Unwohl war uns bei dem Gedanken, dass wir den Heimtierausweis mit abgeben sollten. Wofür? Was ist, wenn wir den aber brauchen um Moro wieder abzuholen? Man springt ins kalte Wasser, macht, was einem gesagt wird und hofft, dass alles gut endet. Wie einfach hätte der Hund doch verschwinden können? Und wir hätten absolut keinen Nachweis, dass er überhaupt existiert.

Beim Einstieg haben wir zufällig unsere Box entdeckt, zwischen all den einfachen Boxen, die es bei amazon zu kaufen gibt, zu einem großen Würfel aus Boxen gesstapelt und geschnallt, wurden all die Tiere grade in den Frachtraum verladen. Auf der einen Seite die Freude, dass der Hund im selben Flieger ist, auf der anderen Seite der Schock, wie die Tiere ähnlich wie Gepäck behandelt werden. Die Box von Moro war am Rande ganz unten, was sich im Inneren des Würfels aus Boxen befindet, kann ich nicht sagen. Es würde mich aber nicht wundern, wenn dort auch Boxen mit Tieren sind.

Die Tiere sind im Frachtraum komplett auf sich gestellt. Niemand weiß, wie es ihnen geht. Daher sind auch Beruhigungsmittel verboten. Fährt das Tier nämlich zu sehr runter, könnte es sich unterkühlen und sterben. Ihre Geschäfte müssen die Tiere in ihrer Box verrichten. Bekanntlich machen Tiere nicht in ihr eigenes Nest, daher möchte ich nicht wissen, wie lange manche Tiere mit sich kämpfen, um zurück zu halten. Unser Herr Moro hat es ganz ohne Geschäft geschafft. Weder groß noch klein. Er ist aber auch groß. Kleine Hunde halten das sicher nicht aus.

Nach stundenlangem Warten bei der Einreise konnten wir uns dann endlich auch auf machen, Moro abzuholen. Dafür mussten wir das Hauptgebäude verlassen und zum Sondercargo gehen. Dort mussten wir dann nochmals etwas Geld springen lassen, wofür ist nicht wirklich ersichtlich, immerhin hat der Flug ja schon 2.600€ gekostet, aber wir wollten dann ja auch einfach nur noch den Hund haben und ins Hotel fahren.

Fazit

Eine Lösung für das ganze Flugproblem kennen auch wir nicht. Es ist natürlich nicht einfach, das ist uns absolut bewusst. Dass aber das ganze Thema Hunde-Sondercargo einen so viel mehr Geld kostet, als das Ticket für einen Menschen und sehr viele Personen daran Geld verdienen (wir haben neben all den Kosten einen „Broker“ bezahlt, dessen Name uns in einer Mail mitgeteilt wurde, es gab nie persönlichen Austausch mit dieser Person) ist mir nicht verständlich. Vor einem möglichen weiteren Flug mit Moro graut es uns jetzt schon.

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Annegret Hünerfürst

Geboren in der selben Woche, in der die erste Website online kam - gelernte Diätassistentin und Mutter von zwei Kindern

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