/

10 Things we love about D.C.

Photo by Andra C Taylor Jr on Unsplash

Was macht Washington D.C. für uns lebenswert? Zum einen natürlich diese Aufregung, etwas Neues, Großes zu erleben. Zum anderen, die Sicherheiten, die viele andere Menschen hier in den USA nicht haben (wohnen, Versicherung usw.). Natürlich hatten wir das auch in Berlin, vielleicht sogar etwas mehr als hier. Trotzdem war das Leben dort eingefahren, aussichtslos hinsichtlich eines Umzuges. Und wie man so schön sagt, die Kinder sind nur ein Mal jung. Wenn nicht jetzt, wann dann? Weitere Gründe, warum wir hier sind und auch Dinge, die uns erst hier als besser aufgefallen sind, sind folgende:

1. Das Wetter

Oh das wunderbare Wetter hier! In den fast zwei Monaten, die wir hier sind, hatten wir mit Ausnahme von vielleicht 5 Tagen immer Sonne. Und das nicht nur mal kurz am Tag. Die meisten Tage scheint die Sonne von morgens bis Abends. An manchen Tagen steigt die Temperatur sogar bis zu 20 Grad Celsius. Und das im Februar. Es gibt natürlich auch kalte Tage, ich habe viele Leute sogar sagen hören, es wäre einer der kältesten Winter seit Langem. Aber im Moment erscheint mir nichts so schlimm wie die tief hängende, graue Wolkendecke, die wir in Berlin zurückgelassen haben. Ich bin natürlich gespannt, wie wir die Sommer hier vertragen, auch da warnen mich viele Leute schon ,wie heiß und schwül es hier doch wird. Darüber mache ich mir aber noch keine Gedanken. Erst mal genieße ich die Sonne in unserem lichtdurchfluteten Apartment.

2. Die Spielplätze

Die Spielplätze in D.C. sind für Eltern ein Traum. Den Kindern mag es egal sein aber für mich ist es eine absolute Verbesserung der Spielerfahrung. Zum einen gibt es nirgendwo Sand oder Kies. Während in Berlin die Spielplätze immer Sand oder Kies als Boden hatten, sind es hier einfach nur weiche Gummibeläge. Das mag vielleicht nicht sehr natürlich sein, das ist aber auch nicht mein Ziel, wenn ich auf den Spielplatz gehe. Ich muss die Kinder nicht nach jedem Spielplatzbesuch erstmal duschen, weil in jeder Falte Sand und Dreck steckt. Ich muss auch nicht erstmal den Sand nach Scherben und Kippenstummeln absuchen. Hier werden die Spielplätze oder auch Recreation Center Nachts abgeschlossen und regelmäßig von Mitarbeitern des Parks and Recreation Department überprüft und gereinigt. Die Plätze sind immer mehrfach umzäunt, oft hat man überdachte Sitzbereiche mit Bänken und Stühlen. Die Geräte sind überwiegend für alle Altersklassen ausgelegt. Das heißt, es sind immer mehrere Rutschen da mit vielen verschiedenen Klettermöglichkeiten von einfacher Treppe bis zur Hängeleiter, somit kann jedes Kind die Rutsche erreichen. Das trifft auch auf die Schaukeln zu. Oft gibt es auf dem Spielplatz nochmal einen extra eingezäunten Bereich für die ganz kleinen Kinder. Es ist immer ausgeschildert, für wen die Gerätschaften gedacht sind. Allgemein kann ich nur sagen, ich gehe viel lieber auf Spielplätze seit wir hier sind. Und den Kindern gefällt es natürlich auch!

3. Kulinarisch vielfältige Welt

Wonach es einem auch immer grade gelüstet, es ist auf jeden Fall irgendwo in D.C. erhältlich. Man merkt schnell, wie oft und viel hier auswärts gegessen wird oder nach Hause bestellt wird. Und es ist für jeden was dabei. Die Stadt ist den Trends immer einen Schritt voraus. Überall gibt es vegane Gerichte, ketofreundlich, high protein oder was auch immer grade gefragt ist. Ganz oben auf der Liste unserer meist bestellten Restaurants zum Beispiel ist das extrem beliebte Zenebech, ein äthiopisches Restaurant mit Gerichten, deren Namen wir nicht aussprechen können geschweige denn Bedeutung kennen. Oder ganz beliebt bei den Kids ist auch der Smoothie King. Dort kann man sich richtige Pläne erstellen, was man mit den Smoothies erreichen möchte (Reload, stay fit und solcherlei Dinge). Wir haben bei weitem noch nicht genug ausprobiert, es ist aber auch nicht grade günstig, auswärts zu bestellen.

4. Kulturelle Vielfalt

Man trifft unheimlich viele Leute in der Stadt. Immerhin leben hier fast 700.000 Menschen. Dabei trifft man auf so viele verschiedene Herkünfte. Ich habe bisher noch niemanden kennengelernt, der hier in der Stadt aufgewachsen ist. Bei Fahrten mit Uber haben wir Leute aus vielen verschiedenen Ländern Afrikas kennengelernt. Auf den Spielplätzen hört man alle möglichen Sprachen. Spanisch steht ganz oben auf der Liste. Auch deutschsprachige Familien haben wir schon kennengelernt. Es fällt natürlich auf, da unsere Kids erst anfangen, Englisch zu lernen und sich noch auf deutsch unterhalten. Durch diese kulturelle Vielfalt merkt man auch ein freundliches Beisammensein. Die Leute sind tolerant, offen und einfach freundlich. Was mich zum nächsten Punkt bringt.

5. Die Mentalität

Wie schon gesagt, die Leute hier sind freundlich. Auch wenn es bekanntlich alles sehr oberflächlich ist, es ist schön und immer noch ungewohnt, wenn Leute auf der Straße offen einen Grüßen und Fragen stellen. Oft werden die Kids direkt angesprochen oder die Leute sagen mir, wie niedlich die beiden doch sind. Oder auch wegen Moro, was uns ja nichts Neues ist, aber hier einfach viel freundlicher rüber kommt. In Berlin war es oft so, dass man von der Seite her ein „is n Husky wa?“ oder Ähnliches gehört hat. Hier sind die Leute freundlicher, höflicher. Auch auf den Spielplätzen grüßen und verabschieden sich die Leute. Man wird oft einfach auch nur angelächelt. Das trägt sich natürlich durch den Tag, man gibt es gerne zurück und weiter an den Nächsten. Es gibt natürlich auch Ausnahmen. Auch hier gibt es unfreundliche Mitarbeiter im Supermarkt oder Uber Fahrer die nicht vertrauenswürdig erscheinen. Doch darüber hinweg gesehen ist es einfach viel offener hier. Man kommt viel schneller ins Gespräch.

6. Die Verfügbarkeit

Mit der Verfügbarkeit sind vor allem Konsumgüter gemeint. Es ist schwer, nicht zu den konsumgesteuerten Personen zu werden, die man sich vorgenommen hat, nicht zu sein. Was auch immer man grade braucht, man kann es online bestellen. Ein paar Dinge aus dem Supermarkt? Fix bei doordash bestellt und auch schon nach weniger als einer Stunde da. Oder gleich double dashen, wenn man seinen Dasher schon unterwegs hat, kann er ja gleich was aus zwei Läden besorgen. Selbst wenn es ein Becher überteuerter Irgendwas-Coffee von Starbucks ist, alles kann man sich bringen lassen. Es hat natürlich viele Vorteile, immer alles verfügbar zu haben, selbst sonntags. Man merkt hier keinen Unterschied, ob Wochenende oder nicht, alles hat immer geöffnet. Es wird an jedem Tag geliefert, egal ob Post oder amazon. Trotzdem versuchen wir, weiterhin unseren Wocheneinkauf zu Fuß zu erledigen und viele Möbelstücke und Gebrauchsgegenstände über Facebook Marketplace gebraucht zu kaufen. Man muss sich ja nicht völlig der Faulheit aussetzen.

7. Die Amenities in Apartments

Amenities heißt übersetzt Annehmlichkeiten. Der Vorteil, wenn man ein Apartment in einem größeren Komplex mietet sind eben diese Annehmlichkeiten. Es ist natürlich von Komplex zu Komplex unterschiedlich, ich kann hier nur die nennen, die unser Apartmentkomplex bietet. Was fast immer dabei ist, ist ein Fitnessstudio. Oft auch mit regelmäßigen Kursen kann man jederzeit das hauseigene Studio nutzen. Was wir noch haben ist ein Pool auf dem Dach. Mit wunderschöner Aussicht über die Stadt kann man im Sommer täglich den Pool nutzen. Beides ist in einem makelosen Zustand, da das Gebäude noch kein Jahr alt ist und auch noch nicht viele Wohnungen vermietet sind. Ich denke aber, es wird weiterhin so bleiben, da hier sehr viel Wert auf Sauberkeit gelegt wird. Ich kannte das bisher nur aus der Serie Emily in Paris, die für einen Dufthersteller Werbung macht, um in Hotels den eigenen Duft zu vermarkten. Jetzt erlebe ich es auch in echt. Das Apartmentkomplex hat seinen eigenen Duft, der regelmäßig durch die Flure und in den Lounges schwebt. Sehr angenehm muss ich sagen. Die eben genannten Lounges sind mit vielen verschiedenen Sitzmöglichkeiten und Fernsehern ausgestattet, es gibt auch gemütliche Räume mit Billardtisch und Küche, die man reservieren kann. Es gilt immer first come first serve. Was ich besonders angenehm finde, ist die 24 Stunden bestzte Rezeption, der Paketraum, der nur mit Code zugänglich ist und die Regelmäßigen Aufmerksamkeiten wie zum Beispiel Kuchen und Sweets zum Valentinstag oder wie kürzlich erst einfach so Donuts zur Verfügung standen. Sehr praktisch ist auch der Fahrstuhl, eine Tiefgarage und eine Fahrradgarage. Und sehr bequem ist der Müllraum, den jede Etage hat. Einfach den Müll in eine Klappe werfen und gut ist. Und auch in diesem Müllraum herrscht immer der eigene Hausduft vor.

8. Die Smithsonians und wofür sie stehen

Das Smithsonian Institut ist das weltgrößte Museum bzw. Komplex aus Museen und Bildungseinrichtungen. Diese befinden sich in D.C., hauptsächlich an der National Mall gelegen. Dazu gehören Museen verschiedenster Themen, das National Museum of Natural History, das National Air and Space Museum, der Zoo und noch viele mehr. Insgesamt sind es 19 Museen und der Zoo. Also ist hier für jeden was dabei. Was wirklich bemerkenswert ist, alle Museen sind frei! Kein Eintritt, selbst im Zoo nicht. Bildung und Kunst soll kein Privileg sein und ich finde damit ist schon mal ein großer Schritt getan! Und die Museen sind kinderfreundlich. Während man meistens in Museen um Ruhe bittet und besonders Kinderkrach ungern gesehen oder gehört wird, sind Kinder hier immer gerne gesehen. Die meisten Museen haben auch Bereiche, wo die Kinds spielerisch etwas lernen können. Bisher sind die Museen auch schön leer, keine Schlangen am Eingang und schön leer im Allgemeinen, das wird sich sicherlich aber bald ändern, wenn die Pandemiebeschränkungen aufgehoben werden.

9. Der Fortschritt

In den drei Monaten, die wir hier schon leben, mussten wir noch nie Geld abheben. Die Stadt ist komplett bargeldlos nutzbar. Egal was man machen möchte, man kann mit Kreditkarte zahlen. Und das natürlich ohne Mindesteinkaufswert. Das war etwas, was mich in Berlin noch immer gestört hat. Hier und da konnte man nur bar bezahlen, manchmal nur mit Karte ab 10€. Ich habe so gut wie nie Bargeld dabei, eigentlich auch nie ein Portemonnaie. Alles was ich brauche, ist auf meinem Smartphone. Und auch allgemein kann man alles über das Smartphone bzw. mit Apps regeln. Carsharing oder U-Haul mieten, Essen oder den Einkauf vorbestellen (egal, ob abholen oder liefern lassen) und selbst alle Eingänge und Fahrstühle in unser Apartment kann man über eine App bedienen.

10. Das Unbekannte

Alles muss neu erkundet werden. In Berlin hatten wir das Gefühl, alles schon gesehen zu haben. Die zwei täglichen Spaziergänge mit dem Hund haben dazu beigetragen, alles in der Umgebung gesehen zu haben. Und auch darüber hinaus habe ich das Gefühl, nichts im Berliner Umland, was man an einem Tag machen kann, ist noch sehenswert. Hier in D.C. dagegen ist alles noch neu und unbekannt. So langsam hat man die Nachbarschaft erkundet, trotzdem kommt es vor, dass ich Google Maps öffnen muss, um zu sehen wo ich denn jetzt lang gehen muss. Und auch hier wieder, was man außerhalb von D.C. an einem Tag machen kann. Der Atlantik vor der Tür, Ocean City, Baltimore, Philadelphia, sogar New York City könnte man in einem Tag besuchen. Was weiter ins Land hinein zu sehen ist weiß ich bisher noch gar nicht. Langweilig wird es hier jedenfalls nicht so schnell.

All diese Dinge könnte man natürlich ins negative umsetzen. Der technische Fortschritt reduziert Arbeitsplätze, die ständige Verfügbarkeit und das alles geliefert wird trägt zur Umweltverschmutzung bei usw. All das ist uns bewusst und bedeutet nicht, dass wir von nun an jeden Einkauf liefern lassen. Wir gehen weiterhin selber einkaufen und holen unser Essen oft selber ab (wenn wir denn mal bestellen). All diese Dinge sollen für uns weiterhin etwas Besonderes bleiben und nicht den Alltag bestimmen.

Vorherigen Beitrag

Vampir Survivors – 2 x mal weniger ist 4 x mal mehr

Nächsten Beitrag

Virenschutz – Das digitale Schlangenöl

Annegret Hünerfürst

Geboren in der selben Woche, in der die erste Website online kam - gelernte Diätassistentin und Mutter von zwei Kindern

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.