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Der Sport hat das Netz erobert

Die Digitalisierung schreitet weiterhin mit großen Schritten voran. Dies lässt sich vor allem in der Unterhaltungsindustrie hervorragend ablesen. Die Branche hat längst sämtliche Subkulturen an sich gerissen und dabei auch vor dem Sport nicht halt gemacht. Wo früher der reine Wettkampf im Vordergrund stand, findet heute auch ein Kampf um die Aufmerksamkeit der Fans im Netz statt.

Kaum ein Spitzensportler kommt mehr ohne eigenen Auftritt in Sozialen Medien aus. Ob Twitter, Instagram oder Facebook, jede noch so kleine Neuigkeit erreicht Millionen von Fans in Echtzeit. Diese Öffentlichkeitsarbeit entwickelt und schützt die Marke und macht die Sportler für Sponsoren noch attraktiver.

Sportwetten sorgen für die finanzielle Basis

Dass es so weit gekommen ist, verdanken die populären Sportarten auch der Sportwetten-Branche. Diese blickt im letzten Jahrzehnt weltweit auf enorme Zuwachsraten zurück. In Deutschland überschritt der Gesamtumsatz bereits im Jahr 2019 die Zahl von 9,3 Milliarden Euro. An vorderster Front befindet sich dabei der Fußball.

Kaum eine Liga oder Mannschaft kommt heute noch ohne die Sponsorengelder aus der Sportwetten-Industrie aus. Sie sichern langfristig die Finanzierung und helfen über so manche Finanzlücke hinweg. Gleichzeitig sorgt die umfangreiche Berichterstattung der Anbieter dafür, dass der Sport im Gespräch bleibt und im Idealfall zahlreiche Fans dazugewinnt. Dies gilt nicht nur für die Top-Ligen, sondern auch für die Amateursportler. 

Die Branche hat die technischen Möglichkeiten der letzten Jahre frühzeitig erkannt und genutzt. Mittlerweile findet ein großer Teil der Umsätze bei Sportwetten online statt, ein Ende des Booms ist weiterhin nicht absehbar. Dafür sorgen einerseits technische Revolutionen, wie beispielsweise Mobile Gaming, die neuen 5G-Netze für Smartphones und Virtual Realtity. Die Sportler selbst haben die engen Grenzen ihrer Wettkämpfe längst verlassen und sorgen auch in zahlreichen anderen Online-Medien für Furore. 

Jede Szene hat ihr Musikgenre

Sport ist in vielen Bereichen längst ein Bestandteil der Jugendkultur geworden. Nirgends kann man das so gut beobachten, wie in der Skater-Szene. Der Nachwuchs eifert seinen großen Idolen in allen Bereichen nach. Dies gilt nicht nur für die coolsten Moves am Board, sondern auch in der Mode, der Musik und im Lebensstil. Die Vorlagen dazu kommen aus dem Netz.  

Wer welche Mode trägt, ist wichtig und trägt zur Identifikation mit bei. Schließlich dient sie beim Skaten nicht nur dem Schaulaufen, sondern auch praktischen Zwecken. Die beliebten Baggy Pants sahen nicht nur cool aus, sondern sollten auch vor Verletzungen schützen. Dies gilt sinngemäß für alle XXL-Klamotten der Szene. Schließlich setzt man hier darauf, dass je mehr Stoff man am Körper trägt, desto weniger schmerzhafter werden Stürze. Skater-Mode ist auch deshalb so populär geworden, weil man ihr online nicht mehr aus dem Weg gegen kann. 

Ein wichtiges Element ist die Musik zur Kultur. Punkrock und Hardcore kommen aus der Subkultur und haben die Skater-Szene im Sturm erobert. Sie bilden den Soundtrack, zu dem die Skater ihre besten Stunts zeigen. Diese werden in Sozialen Medien geteilt, kommentiert und lösen so blitzschnell neue Trends aus. Die Jugendkultur tauscht sich online aus und lebt ihre Vorlieben damit genau in jenem Tempo aus, in dem sie normalerweise über die Rampen rasen.

Film und Sport ähneln einander frappierend

Vom YouTube Video zum Kinofilm ist es nur noch ein kleiner Schritt. Hollywood greift zahlreiche Trends, die im Underground entstehen und auf Videoplattformen gehypt werden, auf und transferiert sie in den Mainstream. Sport und Film gehören seit jeher dazu. Schließlich leben beide Formen der Unterhaltung von Spannung, Bewegung und Struktur. Die passende Hintergrundgeschichte macht sowohl im Stadion als auch im Film einen Erfolg erst außergewöhnlich. Gesellschaftliche Themen lassen sich am besten anhand einer Sportlerkarriere aufbereiten und verleihen so einer Biografie Farbe und Tiefe. 

Der gesellschaftliche Aufstieg eines Sportlers im Film hat in Hollywood bereits eine lange Tradition. Ob Sylvester Stallone in „Rocky“ oder Hilary Swank in „Million Dollar Baby“, der Kampf gegen Widerstände bis zum endgültigen Triumph fasziniert und begeistert das Publikum bis heute. Dies hat auch mit der enormen Popularität des Sports zu tun. Dieser hat seine Protagonisten zu Hauptdarstellern der Popkultur gemacht. 

Realität und digitale Welt wachsen zusammen

Dass sich der Sport auch vollkommen in eine digitale Welt transferieren lässt, hat der eSport unter Beweis gestellt. Er zeigt am besten, wie stark Sport und das Netz mittlerweile miteinander verbunden sind. Was vor Jahrzehnten als ein Treffen einiger Nerds begann, ist heute eine weltumspannende Bewegung geworden. Die größten Turniere der Welt finden nicht nur mehr in riesigen Hallen oder Stadien statt, sondern ziehen online Millionen an Zuschauern an.

Die besten Spieler der Welt kämpfen um Preisgelder in einer Höhe, die man nur von den populärsten Sportarten der Welt kennt. Doch dieser Trend hat gerade erst begonnen. Das Netz eröffnet dem eSport unendliche Möglichkeiten, das wollen sich auch etablierte Sportgrößen nicht entgehen lassen. In Deutschland sorgte vor einigen Jahren der Einstieg des FC Bayer München in die eSport-Szene für Aufsehen. Mittlerweile hat sich der Deutsche Fußballmeister auch in diesem Bereich einen Namen gemacht und Titel gewonnen. 

Diese digitale Präsenz hat den Sport in den Mittelpunkt der Gesellschaft katapultiert. Seine Protagonisten beherrschen nicht länger nur eine Nische, sondern sind mittendrin in einer Unterhaltungskultur, die alle Bereiche des Lebens erfasst hat. Sport baut auf Milliarden Menschen, die sich für ihn begeistern können. Diese Faszination hat sich in das Internet übertragen und dieses ebenfalls im Sturm erobert. 

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Annegret Hünerfürst

Geboren in der selben Woche, in der die erste Website online kam - gelernte Diätassistentin und Mutter von zwei Kindern

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