The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom – Der größte DLC als eigenes Spiel

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Ein neues Zelda-Spiel. Solch ein Satz löst in jedem Gamer etwas aus. Das Franchise aus dem Hause von Nintendo formt und lenkt die Spielebranche seit Jahrzehnten. 2017 hatte ich hier im Blog über Breath of the Wild berichtet. Die Switch war damals noch brandneu und kurz nach Release schnell ausverkauft gewesen. Die erste echte Hybrid-Konsole aus Handheld und heimische Konsole war etwas ganz besonderes.

Zusätzlich zum besonderen Konzept der Konsole kam ein neues Abenteuer mit Link auf den Markt. Zum ersten Mal war dieses Abenteuer an eine der besten Open-World der Videospielgeschichte geknüpft gewesen. Sechs Jahre später halte ich die gleiche Switch in den Händen, nun aber mit krächzenden Lüftergeräusch, der verdammt ungesund klingt.

Ein Sequel ist immer im Nachteil, oder?

Als Nintendo Switch Besitzer haben wir als Spieler nun zwei Zelda Spiele zur Auswahl. Beide bedienen sich der gleichen Welt, der gleichen Grafik sowie einer ähnlichen Mechanik. Sollte ich jemals in die Situation kommen und eine Spieleempfehlung aussprechen, würde ich ohne zu zögern Breath of the Wild weiterempfehlen. Warum? Ganz einfach: Tears of the Kingdom verfeinert das Spielerlebnis für Zelda-Hardcore-Fans die schon seit Jahren auf neues Futter gewartet haben. Ich hatte die Zelda-Spiele stets als ein sehr privates Erlebnis empfunden. Bei Tears of the Kingdom, und ab jetzt nur noch TOTK um ein paar Zeichen zu sparen, hätte ich ohne Guides und YouTube oft nicht weitergewusst. Die offene Welt ist schwieriger, komplizierter, gefährlicher und endlos vollgepackt mit Aufgaben. Das eigene Geld ist für dieses Spiel mehr als gut angelegt aber ich bin immer mehr ein Spieler geworden der leider keine 300 Stunden in ein einziges Spiel investieren kann und will nicht noch mehr Zeit investieren nur um das „True Ending“ sehen zu dürfen. Dazu kommt noch das die Switch einfach nicht mehr hinterkommt das Programm mit einer stabiler Bildrate zu berechnen.

Nun hatte ich TOTK direkt zum Launch-Day gekauft und eingelegt. Die Spielmechaniken werden in einer Tutorial-Welt langsam an den Spieler herangebracht. Die neue Ultrahand, mit der es einem möglich ist, Dinge aufzuheben und miteinander zu verbinden und zu kombinieren ist im neuen Teil von großer Bedeutung. Eine Mechanik die wirklich gut umgesetzt wurde und auch Spaß macht. Nach der Einführung von gut drei Stunden Spielzeit kommt der große Sprung auf die mittlere Ebene von Hyrule. In TOTK gibt es nämlich nun Inseln im Himmel und eine zusätzliche Unterwelt. Diese komplette Unterwelt wurde komplett aus der Promotion für das Spiel ausgeklammert. Demnach eine große Überraschung für sämtliche Spieler. Wir haben im Vergleich zum Vorgänger nun zwei Ebenen mehr als beim Vorgänger. Und genau hier war der Punkt gekommen bei dem ich meine Switch ersteinmal ausgeschaltet habe und für 5 Monate liegen gelassen habe.

Zu groß. Zu viel. Zu wenig Geschichte und technisch mir einfach zu veraltet. Meine Nintendo Switch pfeift wie ein alter Mann, der auf dem Weg in die 4. Etage ist, wenn ich mit Link durch Hyrule reite. Versteht mich nicht falsch! Es ist eine Programmier- und technische Meisterleistung mit den limitierten Spezifikation der Nintendo Switch, solch ein Spiel auf den Markt zu bringen. Zusätzlich passen sich die Aufgaben an den Weg des Spielers an. Da auch dieser Zelda-Teil es dem Spieler ermöglicht Aufgaben in einer unsortierten Reihenfolge zu erledigen, gibt es keinen konkreten Pfad um das Spiel zu beenden. Ein Fakt der mich innerlich weinen lässt. Ich sag es ganz ehrlich: Ich möchte wieder ein Abenteuer mit Link, bei dem ich klar formulierte Ziele in meinem Questlog stehen habe. Ich brauche keine 900 Samen zum sammeln, 120 Schreine zum lösen und 250 Materialien mit denen ich meine Waffen verbessern kann oder mir Nahrung kochen kann. Es ist mir zu viel! Hilfreich war dort ein Spoilerfreier Beitrag auf Reddit in dem ein linearer Pfad empfohlen wird.

Tears of the Kingdom – Framedrops auf der Nintendo Switch

Nintendo war stets eine Spielefirma, die sich auf die inneren Werte ihrer Spiele fokussiert hat. Gameplay steht immer noch über der Grafik. Das hat nichts mit der Inszenierung zutun. Die wenigen Schnipsel, die man als Spieler zufällig entdecken kann, sind zum ersten Mal wirklich gut inszeniert. Das Drama um Zelda welches sich in einer anderen Zeitzone abspielt ist gut vertont und dramatisch inszeniert. Warum versteckt man solche Szenen auf der ganzen Welt und lässt das Entdecken dieser Momente dem Spieler über?

BILD SWITCH

Nach 40 Stunden Spielzeit und dem Beenden der vier Tempel warf ich einen Blick auf das noch Kommende. Ich entschied mich, das Spiel für mich zu beenden und schaute mir die letzten 30 Minuten von Tear of the Kingdom auf YouTube an. Kleine Randnotiz: Die Aufnahme wurde auch über einen Switch-Emulator am PC erstellt.

Zelda Tear of the Kingdom für Nintendo Switch
Das Sequel-Dilemma
Ich würde mir lieber Breath of the Wild in Erinnerung behalten und Tears of the Kindgom lege ich zu den Spielen, die ich mehr wertschätzen würde, wenn ich noch 15 Jahre jung wäre und definitiv mehr Zeit hätte. TOTK ist ein sensationelles Spiel! Für einen normalen Kaufpreis erhält man eine lange Abenteuerreise, die man nicht häufig in einem Jahrzehnt finden wird. Gleichzeitig respektiert TOTK nicht meine Zeit und beansprucht dort einfach zu viel.
Pro
Interessantes recyclen von Hyrule
Neue Mechaniken sind hervorragend umgesetzt
Kontra
Zu groß!
Zu lang!
Zu riesig!
7

Nils Hünerfürst

Männlich - 31 Jahre alt - Mediengestalter für Bild und Ton - und Hünerfürst ist mein Nachname.

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